Review: Lordi, The Dogma (28.09.2006, Köln)

Foto: Torsten Volkmer
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Es begab sich zu einer lauen Spätsommernacht in Köln, als meine Freundin und ich beschlossen zum Auftakt unserer Finnland Reise das Konzert der mysteriösen Monsterband Lordi zu besuchen.

Noch kaum ein Mensch hatte die Band ohne Maskierung erblickt und trotz diverser Gerüchte, es handele sich bei den Mitgliedern wahrhaftig um menschliche Wesen, existierte noch kein überzeugender Beweis. Die Luft vor der ausverkauften Live Music Hall schien vor Spannung zu vibrieren. Wir schritten voran, um das Geschehen im Inneren zu erkunden, doch wir sollten nicht weit kommen. Der Raum war gestopft voll mit Leuten, so dass ein Durchdrängen in die vorderen Reihen einen halsbrecherischen Akt darstellte. Somit begnügte man sich mit den hinteren Gefilden und lauschte dem Support Act aus Italien The Dogma. Im guten alten Maiden Stil schmetterte Sänger Daniele trotz Fieber seine Gesangsparts dem begeisterten Publikum entgegen. Und auch wenn die Band erst ein Album produziert haben, so legten sie auf der Bühne eine unglaubliche Professionalität zu Tage und überzeugten vom ersten bis zum letzten Ton.

Die Stimmung war also bereits zu Beginn sehr gut und noch während die Vorband ihr Bestes on stage gab, mussten einige Gäste zeigen wie viel sie schon intus hatten. So wurde der Gang zur Toilette quasi zum Hindernislauf mit Pfützenweichen.

Foto: Torsten Volkmer

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Doch dann erklang der Auftakt zum Monsterkonzert. Nach dem Intro und dem umjubelten Erscheinen der einzelnen Bandmitgliedern ging es unter Effekten noch und nöcher bei „Bringing back the balls“ zur Sache. Bei „Get heavy“ zückte Basser OX mit lautem Knall die Kanone und die CO2 Effekte zu „Daddy“ benebelten so manche Sicht.

Und auch wenn Frontmann Mr. Lordi aus der Sicht eines Menschen nicht gerade attraktiv ist, so scheint er bei Zombiefrauen gute Karten zu haben. Die modrige Frau erlag dem Charme in den Armen des „nicht gerade nettesten Typen“ bei „Not the nicest guy“.

Hard Rock vom Feinsten im Alice Cooper Stil. Mr. Lordi schmiss sich auch mal ein blutbeschmiertes Schürzchen über und zog dazu eine passende Maske a la Leatherface an, um mit einem abgetrennten Bein rumzufuchteln. Das Bein wurde dann kurzerhand durch eine wasserspritzende Kreissäge abgelöst.

Die Stimmung kochte und in den ersten Reihen schrieen weibliche Fans wie bei einem Konzert einer Boygroup – ungewohnte Klänge für ein Konzert solcher Art. Als wir wieder zurück in den hinteren Teil der Halle gingen, um etwas abzukühlen entgingen uns aufgrund mangelnder Körpergröße die meisten Special Effects wie silberne Sternchen zu „Blood Red Sandman“ oder die Schneemaschine bei „It snows in hell“. Doch der Sound der Band und die phantastische Stimmung in der Halle reichten vollkommen um jeden Rockfan glücklich zu machen.

An Qualität und Länge des Auftritts gab es nichts zu bemängeln. Zwei Zugaben sprachen für sich! Über die Musik von Lordi kann man sich wohl streiten, nicht aber über die Show. Da wird mit Sicherheit jeder zustimmen wenn ich sage: 1a! Da ist jeder Cent des Eintritts gerechtfertigt.

Das Flugzeug nach Finnland sollte einen Tag später starten. Beim Verlassen des Konzertes stellte ich mir die Frage „Ob wohl alle Menschen in Finnland so aussehen…?“

… Fortsetzung folgt…