Review: Deathstars, Stoneman (31.10.2006, Berlin)

Foto: Torsten Volkmer
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Es wollte der Zufall, dass zu Halloween, dem Fest der dunklen Seelen und Gespenster die Deathstars ihr Konzert im Berliner K17 geben sollten. Eine gelungene Alternative zu dem üblichen Halloween-Rahmenprogramm sollte man meinen.

Zu dem Supportact Stoneman war die Halle zwar noch nicht ganz gefüllt, doch rockten die vier Schweizer ordentlich und zogen die Anwesenden sogleich mit sich. Knappe 40 Minuten blieben Stoneman, die sie auch vollkommen ausnutzten. Grölend, singend und publikumsnah spielten sie das Publikum auf ihre Seite. Die aktuelle Single „Devil in a Gucci dress“ durfte natürlich auch nicht im Programm fehlen und man konnte erkennen, dass zumindest ein paar Zuschauer sich zuvor auf myspace informiert hatten und mitsingen konnten.

Richtig aufgeheizt wartete das mittlerweile stark angewachsene Publikum auf den Hauptact des Abends, die Deathstars. Und nach einer kurzen Umbauphase stürmten die Schweden auch die Bühne um dem Publikum ihre „Last Ammunition“ entgegenzublasen. Whiplasher – diesmal ohne seine Federboa – war innerhalb kürzester Zeit nassgeschwitzt und das Publikum schwitzte mit ihm. Die explosive Show mit maschinengewehrartig ratternden Gitarren und einem knackigen Schlagzeug schritt voran im Programm mit „New Dead Nation“.

Foto: Torsten Volkmer

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Auch Anspielungen hagelte es natürlich en masse. Aber das Publikum wäre enttäuscht gewesen wenn diese weggelassen worden wären. Immerhin sind die Deathstars mitunter dafür bekannt. Reichlich oft machte Whiplasher von dem Wort „Penis“ Gebrauch… sollte uns das etwa zu denken geben?

Der Härtegrad der Gitarren hielt sich konstant durch „Blitzkrieg Boom“, „Motherzone“ und dem heißgeliebten „Cyanide“. Ab und an bekam man den Eindruck die 3 Saitenhacker hätten eine Choreographie eingeübt, schwangen die Instrumente gleichzeitig hoch oder ward still gestanden. Nach neueren Stücken wie „Tongues“, das zum marschieren einlud, kamen natürlich auch die älteren Hits nicht zu knapp. „Synthetic Generation“ erhöhte den elektronischen Faktor wieder etwas und auch „Semi-Automatic” elektrisierte das Volk.

Als die Band nach 13 Songs die Bühne verließ wurden die Zugaberufe laut und die Herren ließen sich nicht lange bitten, um erneut on stage zu erscheinen und auch noch den letzten Fleck ihrer Kleidung mit Schweiß zu durchtränken… obwohl die Kleidungsstücke zur Freude der weiblichen Anwesenden abgenommen hatten. Zwar blieb der Kuss zwischen Cat und Whiplasher, den Fans viele am M´Era Luna schier umgehauen hatte, diesmal aus doch umso mehr ergötzten sich die Zuschauer an deren nackten Oberkörpern.

Foto: Torsten Volkmer

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Doch nach der Zugabe war dann Schluss. Immerhin hatten sie auch alles gegeben und ordentlich was geboten, da hatten sie sich die Dusche verdient. Zeit für uns ein Interview mit dem Support-Act Stoneman zu führen.

Und wer dann immer noch nicht genug hatte konnte sich bei der Halloweenparty im Gebäude nebenan austoben und ordentlich gruseln. Und getreu dem Motto: „Eben noch auf unserer Showbühne und jetzt auf der Party“ – kam fast der gesamte Deathstars und Stoneman Trupp hinzu. Diese Nacht würde nicht so schnell enden….