Review: Frank Iero heimlicher Headliner bei Laura Jane Grace (04.09.2019, Köln)

Laura Jane Grace (Foto: Daphne Dlugai bs! 2019)

Heute sind wir in Köln, genauer gesagt in Köln-Mülheim, im Club Volta. Dieser befindet sich auf dem alten Werksgelände von Felten & Guilleaume. Hier findet gleich das erste Konzert der Deutschland Tour von Laura Jane Grace, zusammen mit Frank Iero und Mobina Galore, statt. Vor dem Club hat sich schon eine kleine Schlange gebildet. Wir reihen uns mit ein, zu unserem Glück hat der Einlass gerade begonnen. So müssen wir nur einen kurzen Moment im Regen ausharren der kurz vorher eingesetzt hat.

Wir sind drin. Der erste große Andrang ist vorbei, wir lassen den Blick schweifen, die vorderen Reihen sind gut gefüllt und die Plätze heiß begehrt. Weiter hinten und an den Seiten sieht es dagegen anders aus. Hier ist noch reichlich Platz. Auch müssen wir feststellen, dass wir mit Ende 20 beziehungsweise Anfang 30 schon zu den älteren im Publikum zählen.

Mobina Galore (Foto: Daphne Dlugai bs! 2019)

Pünktlich auf die Minute geht es dann mit Mobina Galore, dem Support für heute Abend, los.

Das Punk Duo aus Winnipeg, Canada legt ohne Umschweife los. Die ersten Reihen sind direkt mit dabei und wippen mit, wenn auch nicht im Takt. Weiter hinten wird sogar getanzt und beim dritten Song wird mit geklatscht. Jetzt sind auch alle im Takt. Es geht Schlag auf Schlag und vor allem um die Musik. Die Ansagen zwischen den Songs sind eher kurz, wenn überhaupt vorhanden.

Nach einer halben Stunde ist dann auch schon wieder Schluss. Insgesamt spielen Mobina Galore sechs neue Songs, das entspricht der Hälfte des neues Albums „Don’t Worry“ und zwei Drittel ihres Sets.

Nach kurzem Umbau steht dann die Show von Frank Iero an. Auf ihn, den ehemaligen Gitarristen und Background Sänger von My Chemical Romance, warten hier augenscheinlich die meisten. Dann kommt das Lichtsignal in Richtung FOH, die Musik geht aus und Frank Iero und seine Band betreten und lauten Applaus die Bühne.

Frank Iero (Foto: Daphne Dlugai bs! 2019)

Plötzlich herrscht hier ein ganz anderer Vibe. Von der ersten Sekunde an geht hier die Luzi ab. Es wird ausgelassen getanzt und gesungen. Einige kennen scheinbar alle Texte und singen bei jedem Song lauthals mit. Die Stimmung ist ausgezeichnet und Frank Iero hat sein Publikum voll im Griff. Selbst ein simples „Thank You“ entzückt dem Publikum Jubelschreie. Es macht den Eindruck Frank Iero könnte machen was er wollte und die Leute würden es beziehungsweise ihn trotzdem feiern.

Zum Ende hin drehen Frank Iero und Band dann noch mal etwas auf. Vollgas ist das Motto, sowohl auf wie besonders vor der Bühne. Die erste Crowdsurferin wird von Stage Hand sicher auf der Bühne in Empfang genommen. Als sie sich nicht traut wieder ins Publikum zu springen, geht es für sie über die Seitenbühne zurück ins Publikum. Nach einer Stunde ist dann auch diese Show vorbei. Kaum sind Frank Iero und seine Band von der Bühne runter, lichten sich auch die Reihen vor der Bühne verdammt schnell.

Dritter und letzter Act des Abends ist Laura Jane Grace mit ihrem Soloprojekt. Vor der Bühne ist jetzt deutlich mehr Platz als noch zuvor. Es hat sich alles ein wenig entzerrt und ein paar sind sogar schon gegangen. Für viele war anscheinend Frank Iero der heimliche Headliner. Es ist aber immer noch gut was los. Mitten im Publikum wird sogar getanzt. Die Stimmung ist aber lange nicht mehr so ausgelassen. Das merkt man besonders als der Aufforderung zum mit klatschen nur langsam nachgekommen wird. Am Ende sind aber auch die Leute in den hinteren Reihen mit dabei.

Laura Jane Grace (Foto: Daphne Dlugai bs! 2019)

Für Laura Jane Grace & The Devouring Mothers ist es das erste Mal, dass sie als dreiköpfige Band auf der Bühne stehen. Neben dem kompletten aktuellen Album „Bought to Rot“ sind auch noch ein paar Cover mit dabei, sowie als letzter Song das nur irgendwie Against Me! Cover „True Trans Soul Rebel“. Jetzt singen plötzlich alle wieder lauthals mit und einige halten die mitgebrachte LGBT+ Pride Flagge hoch. Nach 60 Minuten ist dann auch hier Schluss. Laura Jane Grace verteilt dann noch die Setlisten an ein paar Glückliche. Wir verlassen selbst kurz später die Location und machen uns auf den Weg nach Hause.

Galerien (by Daphne Dlugai bs! 2019):

Setlist Laura Jane Grace & The Devouring Mothers:

  1. China Beach
  2. Born In Black
  3. Apocalypse Now (& Later)
  4. The Friendship Song
  5. Dilaudid
  6. The Hotel Song
  7. Conceptual Paths
  8. Amsterdam Hotel Room
  9. I Hate Chicago
  10. Amputations
  11. Reality Bites
  12. The Apology Song
  13. The Acid Test Song
  14. The Airplane Song
  15. Screamy Dreamy
  16. Valeria Golino
  17. Manic Depression
  18. True Trans Soul Rebel

Setlist Frank Iero and the Future Violents:

  1. Moto-Pop
  2. Veins! Veins!! Veins!!!
  3. I’m a Mess
  4. Young and Doomed
  5. I’ll Let You down
  6. World Destroyer
  7. Medicine Square Garden
  8. This Song is a Curse
  9. No Love
  10. Best Friends Forever (But Not Now)
  11. Fever Dream
  12. No Fun Club
  13. Dear Percocet, I Don’t Think We Should See Each Other Anymore.
  14. Joyriding

Setlist Mobina Galore:

  1. Skeletons I Want it All
  2. Denim on Denim
  3. Vancouver
  4. Just Went Away
  5. Dig Myself Out
  6. Escape Plan
  7. Spend My Day
  8. Oh, Irene

Links:
Laura Jane Grace | Against Me!
Frank Iero
Mobina Galore