Review: Anathema @ The Circus (27.09.2012, Helsinki)

Foto: Iris Kessin
Anathema (Foto: Iris Kessin)
Foto: Iris Kessin

Foto: Iris Kessin

Auf den Tag genau zwei Jahre nach ihrem letzten Konzert kehrten Anathema nach Helsinki, Finnland zurück. Diesmal allerdings nicht ins legendäre Tavastia, sondern in ein noch größeres Venue – den fast dreimal so großen Club The Circus, mitten im Herzen der finnischen Hauptstadt.
 
Es ist schön zu sehen, wie die Anathema-Fangemeinde hier oben im Norden in den letzten Jahren beständig angewachsen ist. Eine Lokalität wie The Circus komplett zu füllen schaffen sie jedoch noch nicht. Was aber auch nicht schlimm ist, denn Anathema sind eine Band, die den Kontakt zum Publikum sucht, und es wäre schade, wenn diese Intimität verloren ginge.
 

Anathema spielen gern in Finnland, und dieses Jahr ließen sie sich das auch ganz besonders anmerken: Das fast dreistündige Konzert war das längste und beeindruckendste, das sie bisher auf skandinavischem Boden gegeben haben.

Anathema sind der Inbegriff des melodischen Heavy Metals mit einem einzigartigen Sound und wunderbaren Texten. Unwahrscheinlich schön war an diesem Abend auch die Darbietung von Vokalistin Lee Douglas. Mal sanft und gefühlvoll im Hintergrund, mal stimmgewaltig im Duett mit Frontman Daniel Cavanagh – diese Frau hat eine Stimme, die für Gänsehaut sorgt.
 

Foto: Iris Kessin

Foto: Iris Kessin

Als besondere Verstärkung hat die Band für die aktuelle Tour außerdem Daniel Cardoso aus Portugal als Keyboarder angeheuert. Cardoso ist allerdings mehr als nur ein Keyboarder, sondern ein wahres Multitalent: Er spielt auch Schlagzeug, Bass, Gitarre, singt selbst, schreibt Songs und produziert. So hat er zum Beispiel auch Ende 2010 Anneke Van Giersbergens viertes Studioalbum "Everything Is Changing" mit produziert und war am Songwriting mit beteiligt.
 
Aber zurück zum Konzert selbst. Als Auftakt des Abends stimmten Anathema das Publikum mit "Untouchable" part 1 und 2 ihres derzeitigen Albums "Weather Systems" (2012) ein. Dann ging's zurück zum Vorgänger-Album "We're Here Because We're Here" (2010) mit "Thin Air", "Dreaming Light" und "Angels Walk Among Us". Es folgte ein weiterer Zeitsprung zurück in die End-Neunziger mit "Deep" von Anathemas fünftem Album "Judgement" (1999). Im weiteren Verlauf des Konzerts wechselten die Jungs aus Liverpool zwischen alten und neuen Alben bis hin zum 1998 erschienenen "Alternative 4" ab, so dass jeder im Publikum auf seine Kosten kam, ganz egal welche Platte auf der persönlichen Favoriten-Liste an der Spitze steht.
 
Nach zwei Stunden verabschiedete sich die Band. Nun sind 120 Minuten eigentlich schon eine akzeptable Konzertlänge, bei der man durchschnittlich maximal 1-2 Zugabesongs erwarten kann. Niemand hätte jedoch damit gerechnet, dass Anathema noch einmal für eine ganze Stunde auf die Bühne zurückkehren würden – zumal sie zu Anfang des Konzerts verlauten ließen, dass sie im Anschluss daran noch zu einer anderen Veranstaltung müssten. Ganze fünf Songs, darunter auch eine Coverversion von Metallicas "Orion" gab's als Betthupferl noch auf den Weg.
 
Anathema sind noch bis Ende November auf Europatournee. In Deutschland sind sie am 21.11. in Köln, am 22.11. in Frankfurt/Main, am 23.11. in Bochum und am 25.11. in Hamburg zu sehen. Ansehen!

Konzertfotos:

 
Setlist:
 

  1. Untouchable, Part 1
  2. Untouchable, Part 2
  3. Thin Air
  4. Dreaming Light
  5. Angels Walk Among Us
  6. Deep
  7. Everything
  8. A Simple Mistake
  9. The Beginning and the End
  10. Universal
  11. Emotional Winter
  12. Lightning Song
  13. The Storm Before the Calm
  14. Closer
  15. A Natural Disaster
  16. Flying
  17. Encore:
  18. Internal Landscapes
  19. Fragile Dreams
  20. Orion
  21. (Metallica cover)
  22. Empty
  23. Panic

 
Link:
http://www.anathema.ws/