Amoral, Naglfar, Finntroll (02.05.2005, Bochum)

Amoral

Drei skandinavische Bands in der Bochumer Matrix. Das versprach schonmal keine musikalische Leichtkost.

Amoral

Amoral

Den Beginn in der zu Anfang nur halb gefüllten "Tube" der Matrix, machte die finnische Band Amoral. Sie hatten es mit ihrer Mischung aus Death- & Thrashmetal gerade zu Beginn recht schwer das Publikum mitzureißen. Während allerdings so langsam die Temperaturen im Raum stiegen, wer die Matrix kennt, weiß, was ich meine, kamen die Leute langsam in Schwung.

Derweil hatte ich mir schon einen netten Platz auf der Bühne hinter den Lautsprechern gesucht. (Danke an die beiden, die mich freundlicherweise direkt nach vorne an die Bühne gelassen haben.) Dieser Platz machte es mit zu einem der bequemsten Konzerte, auf denen ich bisher war. Im Laufe von Amorals Show, war ich dann auch recht froh, der drückenden Enge vor der Bühne entflohen zu sein.

Naglfar

Naglfar

Nach knapp 30 Minuten hatten sie dann ihren Job als Anheizer getan und machten Platz für die Jungs von Naglfar. Die Temperature im Raum näherten sich zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon angenehmen 35°C, was die Massen vor der Bühne nicht davon abhielt, zu dem schwedischen Blackmetal heftig mitzugehen.

Dass es auf der Bühne noch heißer war, als im Publikum konnte man nicht nur ahnen, sondern in diesem Fall sogar sehen. Nach den ersten drei Liedern hatte sich Sänger Kristoffer seines langen Ledermantels entledigt und ich, da ich quasi direkt daneben saß, konnte zusehen, wie die Pfütze unter Marcus immer größer wurde. Die fünf Schweden haben sich wirklich nicht geschont und die Zuschauer haben es ihnen mit frenetischem Feiern gedankt.

Nach gut 45 Minuten und einigen Litern Schweiß räumte Naglfar die Bühne für die Headliner des Abends, Finntroll. Als für ihren Auftritt das Licht erlosch, setzten ihre Fans zu Finntroll-Rufen an, die dann beim Auftritt der Finnen in Jubeln übergingen.

Finntroll

Finntroll

Es sei mir an dieser Stelle verziehen, dass ich während dieses Berichts keine Liedtitel erwähne, ohne die Unterstützung von abfotografierten Setlisten habe ich es nicht so mit Titeln, vor allem keinen finnischen 🙂

Die Fans allerdings schienen jede einzelne Liedzeile zu kennen. Was man bei den ersten beiden Bands vielleicht noch als Feiern bezeichnen konnte, nahm bei Finntrolls Humpa nun schon fast chaotische Zustände an. Während Wilska und seine Mannen alles gaben, war ausgelassenes Moschen und Pogen noch eine der harmloseren Sachen. Gegen Mitte ihres Auftritts wurden die ersten mittels Crowdsurfing auf die Bühne bugsiert, wo sie zusammen mit dem Gitarristen Skrymer kräftig abgingen, bis sie von der Stagehand der Band durch einen kräftigen Schubs zum Sprung ins Publikum überredet wurden.

Nach über einer Stunde und einer Zugabe verliessen die Finnen dann entgültig die Bühne. Es sei ihnen bei den Bedingungen in der Matrix gegönnt, dass sie kein zweites Mal herauskamen. Die Temperaturen zum Schluß waren auf der Bühne schon fast unmenschlich und gerade bei den teilweise nicht ganz schlanken Künstlern war es sicherlich kein leichtes dabei so extrem abzugehen. Daher bleibt mir nur zum Schluß zu sagen: Respekt, das war das bisher beste Metalkonzert diesen Jahres für mich. Überzeugend durch Leistung der Bands und Stimmung im Publikum.

Links:

Amoral
Naglfar
Finntroll