Phillip Boa & the Voodooclub: Diamonds Fall (2009) Book Cover Phillip Boa & the Voodooclub: Diamonds Fall (2009)
Constrictor/Rough Trade Distribution
13.02.2009
www.phillipboa.de

Tracklist:

  1. Diamonds Fall
  2. Valerian
  3. Fiat Topolino
  4. The World Has Been Unfaithful
  5. Lord Have Mercy With The 1-Eyed
  6. The Race Is Over
  7. Jane Wyman
  8. Coppergirl
  9. 60's 70's 80's 90's 10
  10. The Ballad Of Pia And Toett
  11. DJ Baron Cabdriver
  12. Black Light

Alle Jahre wieder! Fast wie ein Uhrwerk bietet Phillip Boa seinen Fans ein neues Album und kämpft dabei gegen den großen Geist der Vergangenheit an. Der Druck „ENDLICH“ wieder ein Album zu erstellen, das an „Copperfield“ und Co anknüpfen kann!

Auch wenn diesem Album wohl der gleiche Erfolg verwehrt bleiben dürfte, so ist es definitiv eines der besseren Alben geworden. Dabei hat natürlich auch dieses Album seine extremen Höhepunkte, die sich in der Spielfreude und den wirklich durchdachten Instrumentenarrangements wiederfinden. Aber auch so kleine Absacker wie „Fiat Topolino“ sind enthalten. Dieses Stück sollte man ersatzlos streichen oder beim Hören, kurz mal skippen, die Ohren abschalten, was auch immer. Eben nur nicht zuhören. Dafür wird man mit dem darauf folgenden Stück mit einem melodischen Kunststück belohnt. „The World Has Been Unfaithful” ist ein wunderschöner Song. Es macht Spaß zuzuhören, es klingt gut und hat ein wenig die Leichtigkeit des „Alten Boas”. Der Refrain geht ins Ohr man möchte mitsingen. Definitiv etwas um im Stau seine Leidensgenossen mit einem Lächeln auf den Lippen was vorzusingen.

So das eine oder andere Stück eignet sich für die Badewanne um laut mitzusingen. Die einzelnen Stücke an sich sind mit dem Boa typischen Gesang untermalt. Natürlich hat auch Pia Lund hier und dort wieder was dazu beigetragen, dem Album zu mehr Glanz zu verhelfen. In dem Duett „The Race Is Over“ kommt das am besten zur Geltung. Einiges klingt als hätte man es hier und dort schon gehört. So richtig Avantgarde aber klingt nichts mehr. Allenfalls natürlich einfach eher minimalistisch „60's 70's 80's 90's 10” ist dafür ein gutes Beispiel. „The Ballad Of Pia And Toett“ ist ein deutsch gesungenes Lied, das es auch ganz sicher ins Radio schaffen könnte. Wenn nicht eventuell hier und dort Vorurteile gegenüber Boa bestehen oder aber die richtigen Leute das Lied überhaupt zu Ohren bekommen. Jedenfalls ist es ein echter Höhepunkt des Albums. Bevor die zweite echte Schwachstelle „DJ Baron Cabdriver“ das Hirn trifft, bitte wegschalten! Es klingt wie eine ewige Boa-Wiederholung. Allein der weiche Abgang mit dem das letzte Lied das Ende der CD ertönen lässt entschädigt. Hier zeigt sich wieder welch musikalisches Talent in P. Boa steckt. Vielleicht hat Malta als Wohnsitz doch endlich auch wirkliche Früchte getragen. Zu wünschen wäre es ihm.

Anspieltipps:

  • The World has been unfaithful
  • The Race Is Over
  • The Ballad Of Pia And Toett
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Oliver Garrandt
Oliver Garrandt ist ein ECHTER Fotograf! Echt jetzt!! Mit Betonung auf Graf, aber in der Regel inkognito, mit Verzicht auf Titel und jegliches Zeremoniell. Alles andere wäre albern und unpraktisch. Man erzählt sich, von Garrandts Sommerresidenz in Dings bei Bums sei soetwas wie das rebellische Knusperhäuschen der internationalen Anti-Low-Carb-more-Fat-Bewegung. Ein käseüberbackenes, solarbetriebenes Nudelparadies mit extradünnen Extras. Der blaublütige Pixelprommi is so fucking real und exclusiv, der lebt sogar seinen Hang zu Electro und alternativer Musik, „die gern auch Crossover Industrial und Metal beinhalten darf“, offen aus.