Review: Stand up paddling und Balkonien auf dem Wacken Open Air (2019)

Slayer (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Ende Juli. Sommerferienzeit. Sommerloch und Beachbars.

Das bedeutet diese Jahreszeit zumindest für die meisten Deutschen. Und natürlich die Hohe Kunst des Grillens und Bier trinkens. Doch letzteres ist doch eines der schönsten Dinge im Sommer und das kann man auch sehr gut am Wacken Open Air erledigen. 75.000 Metalmaniacs strömten dieses Jahr wieder in den Norden Deutschlands, um in dem kleinen Metalmekka Gribbohm das 30-jährige Jubiläum eines der größten Metalfestivals zu feiern.

Bereits Montag reisen viele Besucher an. Die Autobahnen sind deutschlandweit voll mit Autos, auf deren Heckscheibe ein großes „W:O:A“ aufgeklebt ist. Dienstag werden die Reserve-Campingflächen geöffnet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der vordere Bereich des Festivals ausgeweitet wurde und somit die Zeltflächen ein Stück nach hinten rückten. Zum Leidwesen der früh Angereisten müssen diese an etlichen freien Flächen vorbei fahren, da die Belegung der Campingplätze an diesem Tag von hinten nach vorn erfolgt. Das Sprichwort des frühen Vogels trifft hier eher nicht zu. Auf Rettungsgassen wird auf dem Acker (R1 und ein paar andere) auch nicht viel Wert gelegt. Doch stellen die Reserveflächen eine gemütliche, ruhige und auch saubere Unterkunft dar. Vielen Medien-Bildern zum Trotz, bleibt zumindest unser Zeltplatz relativ sauber. Aber besser geht natürlich immer. Im Laufe des Wochenendes werden sogar die Reserveflächen bis R11 bestückt und die Camper dort werden per Shuttle zu den Duschen gefahren. Da hätte die Wacken Orga wohl lieber nicht ein komplettes Duschcamp wegkürzen sollen. Ein großes Bangen an Wacken ist ja meist die extreme Wettersituation. Und auch dieses Jahr wird es nicht langweilig: schon Dienstag Nacht ertönen Durchsagen mit Unwetterwarnungen auf den Campingplätzen. Doch zum Glück stellt sich das Ganze als nicht ganz so dramatisch wie es sich anhörte, heraus. Viele fürchten wahrscheinlich jetzt, es gäbe eine Wiederholung des Wacken 2016, als alles versank.

Doch der Mittwoch startet mit ruhiger Wetterlage und einem Rahmenprogramm. Bis auf die drei Hauptbühnen öffnen alle ihre Vorhänge und öffnen die Bierhähne. Auch das nagelneue Kaufland sperrt die Tore auf – ein wirklich beeindruckendes, riesiges Bauwerk mit musikalischer Liveunterhaltung vom DJ Pult – und vor allem fairen Preisen.

Rose Tattoo (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Leider müssen die Wacken Firefighters ihr Programm am frühen Abend abbrechen, aufgrund einer erneuten Unwetterwarnung. Das Gelände wird geräumt, alle bleiben dabei entspannt und ruhig und später wird das Festival wieder zum Feuer freigegeben. Fans von Sweet, Rose Tattoo und Sisters Of Mercy können aufatmen! Die Shows finden mit einiger Verzögerung nahtlos statt. Viele Besucher zieht es an diesem Abend in den Bullead Circus. Das Zelt ist voll, doch die draußen Gebliebenen können die Konzerte auf Bildschirmen verfolgen. Zwischen den Bands ist das reinkommen zwar etwas mühsam. Vor allem auch, da die Anordnung der Ein- und Ausgänge geändert wurde und man sich erst neu orientieren muss. Was bei den Menschenmassen nicht so einfach ist und so folgt man einfach dem Strom in der Hoffnung zum Ziel zu kommen. Doch einmal drin, sieht man sich erst dem richtigen Problem gegenüber: dem Bierkauf. An der Bar herrschen klaustrophobische Zustände. Der Ausschank erfolgt langsamer als schleppend und die Menge wird ungeduldig – so stelle ich mir die erste Reihe bei einem Boygroupkonzert vor. Doch mit Metalheads lässt sich meist reden und so schließen sich Bestellgrüppchen zusammen.

Der nächste Kreis der Hölle tut sich auf

Durch die Wetterumstände spielen die Bands mit größeren Verzögerungen als gedacht. Auf Sisters Of Mercy zu warten heißt die Blase trainieren, will man seinen Platz nicht verlieren. Doch mit Rose Tattoo vergeht die Wartezeit schnell. Die Australier liefern ein solides Brett Hardrock und stecken mit ihrer guten Laune an.

Dann endlich kündigt die Nebelmaschine Sisters Of Mercy an. Was bereits zu ihrem Markenzeichen geworden ist, sieht auf den etlichen Handy Displays, die in die Höhe gehen, wie ein Zuckerwatteunfall aus. Was die Leute jedoch nicht vom filmen abhält; das wird ein spannender Videoabend mit diesem milchigen Filmmaterial. Mit „More“ startet die Setlist und im Laufe des Konzerts klart die Sicht auf und legt einen hyperaktiven Keyboarder frei, der nicht richtig in das Gesamtbild der Sisters passen will. Erstaunlich viele Zuschauer zeigen sich textsicher. Im Vergleich zu anderen SOM Shows zeigt die Band eine gute Leistung, auch wenn der letzte Song „This Corrosion“ etwas schief von Seiten Sänger Andrew Eldritch klingt.

Schon neigt sich der erste Tag dem Ende zu, doch die Vorfreude auf mehr Acts steigt. Zu interessant ist das Treiben auf dem Zeltplatz und natürlich auch im Dorf selbst am Donnerstag. Wie immer lädt die fröhliche Metalgemeinde dazu ein, die Zeit zu vergessen und viele Bierchen unter Gleichgesinnten zu genießen. Als es dann aber auf 17.30 Uhr zugeht, wird es doch mal Zeit aufzubrechen. Ein seltenes Bild bietet sich am Einlass: die Frauen warten am Security Check auf die Männer. Verkehrte Welt.

Auf dem Infield zeigt sich der Jägermeister Hirsch in neuem Gewand. Er trägt jetzt schwarz. Jemand hat ihm ein gigantisches T-Shirt aus T-Shirts genäht.

Trotzdem mag er es immer noch von hinten

und man muss ihm in den Ar… kriechen, um ins obere Stockwerk zu gelangen. Die Jägermeister Crew ist wie immer sehr nett und feierfreudig. Man mag von dem Getränk halten was man mag, aber Werbung und Stimmung kann die Marke wie kaum ein anderer! Naja gut, Ficken Likör kann auch gut feiern, aber die sind nun einmal nicht an Wacken vertreten, also einigen wir uns auf Gleichstand.

Hammerfall überzeugen mit einer hammer Qualität, einer hammermäßigen Gitarre und einem hammer beeindruckenden Intro von „Game Of Thrones“. Eine Setlist, die einen Querschnitt durch ihre über 20-jährige Karrierelaufbahn aufweist und gut gelaunte Musiker von denen man nicht genug bekommen kann.

Airbourne (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Doch weitere Hochkaräter warten bereits auf der Faster Stage. Und der Name der Bühne wird den Australiern von Airbourne gerecht. Nach dem Intro des Kultfilms „Terminator 2“ kommt die Hardrock Attacke. Sänger Joel O’Keeffe macht seinem Ruf einmal mehr alle Ehre und fegt über die Bühne wie der Tasmanische Teufel aus Bugs Bunny. Er springt in den Fotograben und setzt sich auf die Schultern eines Security Mitarbeiters, damit alle ihn sehen können. Er schwitzt von der ersten Sekunde an und bald kann er sich sein Plektrum an den nackten Oberkörper kleben. Die Band rockt, rennt und bringt die Menge zum mitmachen. Der letzte Song „Runnin Wild“ wird allerdings so in die Länge gezogen, dass man fast meinen könnte, sie hätten nicht mehr im Repertoire. Aber Airbourne haben es einfach drauf und es macht Spaß zuzusehen.

Derweil vergnügen sich äußerst

unerwartete Festivaltouristen

wie Lena Meyer-Landrut bei The Boss Hoss auf der Louder Stage. Doch Lena erhält einen Bonuspunkt, da sie geduldig Autogramme verteilt.

Sabaton (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Ob sie sich auch einen der Headliner, Sabaton, um 22 Uhr ansieht ist nicht zu sagen. Je nachdem ob sie ebenso geduldig wie die Menge ist, denn Sabaton sind unpünktlich. Aber wer beide Bühnen zeitgleich bespielen will, muss eben etwas länger Soundcheck oder Bühnencheck oder sonst was machen. Aber Unpünktlichkeit geht gar nicht für Panzermenschen. Die beiden Flaggen, die die Bühnen verbergen, hängen auch nicht so ganz einheitlich auf einer Höhe. Hoffen wir, dass die Band selbst auf der Höhe ist. Die versprochene größte Show ihrer Karriere entpuppt sich als Armee-Chor und einem Panzer der die eine der beiden Bühnen vereinnahmt. Erst nach einer knappen Stunde tritt die zweite Bühne in Kraft. Mit Feuer wird nicht gegeizt und die Übertragung auf sage und schreibe 13 Leinwänden überwältigt visuell als auch musikalisch.

Auf der Headbangers Stage schleichen derweil Dark Funeral trübsinnig auf die Bühne. Ein kontrastreiches Bild, verglichen mit den freundlichen Gesichtern den zuvorkommenden Musiker zur Autogrammstunde einige Stunden zuvor. Endlich mal wieder ein ordentliches Corpse Paint. Dark Funeral legen auch sofort mit „Unchain My Soul“ los. Auch hier brennt die Bühne, aber auch umgedrehte Kreuze in der Hand von Sänger Andreas „Helharmadr“ Vingbäck. Wenn auch im kleineren Stil als zeitgleich auf der Faster und Harder Stage, so sorgt die dunkle, satanische Stimmung für eine einnehmende Atmosphäre im Bullhead Circus und die Zuschauer sind von erster Sekunde an im Bann der Band. Ein perfekter Abschluss für den Donnerstag, wobei man zur Abrundung noch den Film „Lords Of Chaos“ auf dem Moviefield ansehen könnte.

Die Wetterberichte überschlagen sich am Freitag vor Unwetterwarnungen. Und trotzdem füllt sich das Festivalgelände früh. Doch nach 45 Minuten Gloryhammer wird das Konzert unterbrochen und gegen 13.50 Uhr erneut das Gelände geräumt.

Die Gewitterwolken kreisen in nächster Nähe umher

und Donner grollt in der Ferne. Doch die Evakuierung verläuft völlig entspannt und keiner bricht in Panik oder Gerenne aus. Erst als auch vor dem Gelände sämtliche Bierstände (inkl. Kaufland) schließen, sieht es düster aus für die Festivalbesucher. Doch auch das trübt nicht die Stimmung und das Gewitter zieht haarscharf vorbei. Ein bisschen Regen kommt noch als Warnung runter, aber wer schon oft in Wacken war, für den ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.

Cradle Of Filth (Foto: Torsten Volkmer bs! 2015)

Der Programmstop sorgt allerdings für einiges Chaos. Cradle of Filth werden übersprungen und Black Stone Cherry sind an der Reihe. Aus der App versucht man vergeblich News zu erfahren, denn für das Funktionieren der App bräuchte man Empfang und der ist auf einem Festivalgelände mit rund 75.000 Besuchern halt oft miserabel. Man hätte ja auch mal eben das neue Programm auf den unglaublich vielen und großen Leinwänden anzeigen können. Irgendwann jedoch ist klar: Cradle Of Filth treten später im Bullhead Circus auf. Wahrscheinlich hat die Band das Gewitter bestellt, denn die neue Uhrzeit und das Zelt sind ein viel geeigneteres Ambiente für Cradle. 

Die Atmosphäre ist gigantisch, nur leider der Sound nicht so astrein, wie man es sonst vom Zelt gewohnt ist. Aber für Soundcheck war auf dieser Bühne ja auch nicht mehr viel Zeit, waren Cradle doch ursprünglich auf der Harder Stage geplant. Den Umständen entsprechend ist man froh sie überhaupt noch zu sehen und im Großen und Ganzen ist es gutes Konzert.

Auch bei den Autogrammstunden weiß keiner was Sache ist. „Infos later“ zeigt die LED Anzeige, die sonst die Uhrzeiten der Meet & Greets prophezeit, lediglich an. Derweil macht die auf dem Wacken stets bestens gelaunte Polizei Selfies. Trotz allem sind die Besucher entspannt, denn das Bier fließt wieder.

Body Count feat. Ice-T (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Mit etwas Verspätung treten Bodycount auf und der Zeitplan nähert sich langsam wieder der Normalität. Zum Intro ertönt ein live dargebotenes „Ace Of Spades“, was auch die letzten Gedanken an das Nicht-Gewitter-Chaos vertreibt. Eine junge Frau rockt auf dem linken Teil sämtliche Songtexte von Bodycount in Gebärdensprache runter. Äußerst interessant, man kann kaum die Augen von ihr nehmen.

Und nun kommt auch noch die Sonne raus – jetzt wird es fast zu viel des Guten.

Apropos gut: die Niederländer von For I Am King lassen die Wasteland Stage beben. Es ist erstaunlich was aus dieser schlanken Frau, die mit ihrer Brille ein klein wenig nerdig aussieht, für Töne rauskommen. Zwischen den Songparts steht sie mit einem Grinsen, das über das gesamte Gesicht geht da, und feuert die Menge weiter an. Und sie hat auch gut lachen, immerhin sind die Zuschauer zu großer Zahl erschienen.

Tribulation (Foto: Toni Gunner bs! 2018)

Leider hält das große Durcheinander wer wann spielt noch ein wenig an. Tribulation, die auf die späte Stunde in den Biergarten verschoben werden, treten zu guter Letzt gar nicht auf und verschwinden sang- und klanglos aus der App. Hier die unzensierten, wütenden, enttäuschten und ein wenig vom Alkohol beeinträchtigten Notizen der Redakteurin: „Aber wann kommen Tribulation.. App schön und gut aber man muss auch Empfang haben. Viel Spaß bei Cradle. Und where the fuck spielt tribulation?! 23″h an der beergarden stage… Kein tribulation. Kommunikation ihr flicker. Ich geh ins beffBett. Hätte die Orga gesagt Band fällt aus, okay. Ich bin sauer.“

Ein großes Event des Tages, bzw. des gesamten Wacken Wochenendes ist die vorletzte Deutschlandshow von Slayer. Diese muss einfach statt finden, Wetterverzögerung hin oder her. Stimmlich in Bestform, liefern die Kalifornier ein Pyro- und Lichtgewitter auf der Bühne ab. Um Mitternacht erklingen dann die ersten Töne zum Klassiker „Raining Blood“ und die Menge tobt. Es ist ein Zusammenspiel von Freude und Trauer. Der bittersüße Abschied von einer Größe des Metalgenres fällt weder vor noch auf der Bühne leicht. Nach dem letzten Song „Angel Of Death“ verabschiedet sich Sänger Araya mit einem „Auf Wiedersehen“ vom Publikum. Wobei man „Auf Wiedersehen“ jetzt auch doppelt deuten könnte, doch ich denke er wusste nicht, was er im kleinen Detail sagt. Melancholie macht sich breit. Sollte es wirklich das letzte Mal Slayer gewesen sein?!

Slayer (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Am nächsten Tag sieht die Welt auch schon wieder ganz anders aus. Die Melancholie von Slayers Abschied ist vergangen, die Enttäuschung von ausgefallenen Shows ist verpufft, aber trotzdem ist klar, dass es tatsächlich schon wieder der letzte Festivaltag ist.

Einige reisen heute schon ab. Anscheinend war Slayer doch der absolute Hauptact für viele. Es sind aber noch mehr als genug übrig, die das Festival bis zum Ende beehren.

Auf der W:E:T Stage werden Primordial nach langer Wacken Open Air Abstinenz freudig von den Zuschauern begrüßt. Die Menge tut sogleich ihr bestes, um Sänger Alan Averill zu über tönen. Der Sound könnte klarer eingestellt sein, aber der Stimmung tut dies keinen Abbruch. Wie ein Prediger erscheint Alan auf der Bühne und die Fans hängen an seinen Lippen.

Von Irland auf der W:E:T Stage geht es nahtlos rüber zu den Walisern von Bullet For My Valentine auf der Harder Stage. Die jahrelange Banderfahrung macht sich hier in einer einwandfreien Show bemerkbar, auch wenn von den Gründungsmitgliedern nur noch zwei übrig sind. Auffällig ist bei dieser Show allerdings die schlechte Kameraführung. Da nützen kein Dutzend Leinwände, wenn zu 90% der Sänger gefilmt wird. Weitere 2% gehen an die Box, auf die des öfteren geschwenkt wird. Die restlichen Prozente teilen sich Padge, Jason und Jamie. Selbst wenn sich die anderen Musiker zu Sänger Matt begeben, schafft es der Kameramann sie zu mobben und hält einfach in einem Super-Close-Up auf Matt. Doch musikalisch zeigen sich Bullet For My Valentine von ihrer besten Seite und feuern alte Songs wie „4 Words“ und „Tears Don’t Fall“ sowie neue Stücke des aktuellen Albums „Gravity“ raus.

Parkway Drive (Foto: Toni Gunner bs! 2019)

Eine große Überraschung bieten dieses Jahr Parkway Drive. Hier wird die Bühne wortwörtlich unter Feuer gesetzt. Alles brennt, eigentlich eine Bühnenshow, die man eher Behemoth oder Dimmu Borgir zuschreiben würde. Parkway Drive beweisen aber, dass auch sie Feuer unterm Hintern machen können und bringen die Herzen der Menge zum brennen. Die Metalcore-Band bietet eine großartige Show, die selbst Sänger Winston McCall zeitweise überwältigt. Bassist Pie performt in einem Rollstuhl, nachdem er sich vor Tagen einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Das Wacken Open Air kann noch einmal richtig in die Vollen gehen und die Zuschauer danken es der Band mit wildem Applaus.

Nach den Schlussworten der Veranstalter haben Rage die Ehre die letzte Show auf der Harder Stage 2019 zu spielen, doch da befinden sich viele schon im Schlaf, ob im Zelt oder auf dem Festivalgelände.

Für nächstes Jahr wird mit großem Tamtam ein großes Konzept angekündigt. Ist das jetzt Mode? Es hört sich fast an, als würde ein Metal Tomorrowland entstehen. Und wie sollte es anders sein: Ein neues Konzept kostet Geld. Die Ticketpreise sind demnach erneut gestiegen. Wo ist die Schmerzgrenze, denn schließlich wiederholen sich die Headliner bislang jedes zweite Jahr. Man sollte lieber an neuen, noch nie dagewesenen Headlinern arbeiten, als eine Kirmes auszubauen. In der aktuellen Wacken Umfrage ist sogar die Rede von einem Riesenrad – bitte nicht! Wahrscheinlich geschieht dies, damit die Medien mal über etwas anderes schreiben als das Wetter…. oder in diesem Jahr die Müllsituation.

Aber man muss auch das Gute betrachten: Der 10.000 Spender wurde an Wacken für DKMS registriert. Und nicht zuletzt bringt das Wacken Open Air friedfertige Menschen zusammen, die einfach gute Musik bei einem guten Bier genießen wollen. Zudem bestand der diesjährige Metalbag auf vollständig recyceltem Material.

Aber wir werden sehen, trotz der vorab geäußerten Skepsis gegenüber der Mottoparty, werden wir offen auf das neue Konzept gut gehen und es in Augenschein nehmen wenn nächstes Jahr wieder das Wacken Open Air ruft. Hauptsache die T-Shirts werden nicht zu bunt und es gibt keinen Dresscode. Denn die Kleider- und Accessoirewahl wird durch ein absolut stringentes Nietenverbot schon genug eingeschränkt.

Galerien (by Toni Gunner bs! 2019):

Links:
www.wacken.com