Zakk Wylde: Book Of Shadows II (2016) Book Cover Zakk Wylde: Book Of Shadows II (2016)
Rock
Spinefarm
08.04.2016
www.zakkwylde.com

Tracklist:

1. Autumn Changes
2. Tears Of December
3. Lay Me Down
4. Lost Prayer
5. Darkest Hour
6. The Levee
7. Eyes Of Burden
8. Forgotten Memory
9. Yesterday's Tears
10. Harbors Of Pity
11. Sorrowed Regret
12. Useless Apologies
13. Sleeping Dogs
14. The King
15. Sleeping Dogs (feat. Corey Taylor)

 

Der Schlüssel zu seiner einzigartigen Musikerkarriere war wohl der Einstieg in Ozzy Osbournes Band im zarten Alter von 19 Jahren. Es führt jetzt zu weit, alle Stationen und Projekte aufzuführen, die ihn geprägt haben. Aber Zakk Wylde ist als Gitarrengenie und erfolgreicher Rockmusiker nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Band BLACK LABEL SOCIETY ist er in den Gefilden des Southern Rock einzuordnen. Aber bei der vorliegenden Solo-Platte muss man sich davon ein Stück weit distanzieren. Zum 20jährigen Jubiläum von “Book Of Shadows” greift Zakk Wylde den Namen des Albums von damals erneut auf und beglückt seine Fans mit ruhig gehaltenen, teils melancholisch nachdenklichen Songs. Die so sanfte Seite kannte ich noch gar nicht an ihm. Aber es spricht für den Künstler, wie er sich immer wieder ein bisschen neu erfindet. Einen Abklatsch von vor 20 Jahren aufzutischen, ware sicher nicht im Interesse der Anhängerschar des Ausnahmegitarristen. Sein 2. Solo-Album ist so unglaublich gefühlvoll und manchmal auch traurig, ja die Gitarre vergießt das eine oder andere Tränchen (“Sorrowed Regrets”). Schon beinahe episch ertönen die Gitarrensoli, und gesanglich hat es Wylde auch voll drauf. Seine Stimme harmoniert wunderbar mit den Melodien.

Zakks berührende Texte handeln vom Auf und Ab des Lebens, vom Zusammenleben und menschlichen Konflikten, Reue. In “Autumn Changes” singt er beispielsweise: ‘… The cold wind blows upon your senseless fall from grace / Behind the mask of greed, I could not see your face / Just like a storm that keeps on rolling / Forever rolling on …’

Auch wenn Zakk nicht außergewöhnlich schnell oder mit gummiartigen Verbiegungen die Gitarre bearbeitet, so zeigt er doch eindrucksvoll wie er die ruhigen bluesrockigen Töne außergewöhnlich auf seiner Klampfe zelebrieren kann. Im letzten Stück “Sleeping Dogs” hat sich Wylde keinen Geringeren als Corey Taylor (SLIPKNOT, STONE SOUR) für einen Gastauftritt ans Mikro geholt.

“Book Of Shadows II” ist musikalisch und gesanglich ein rundes Rock-Album erster Güte und sehr gut produziert, doch für meinen Geschmack stünden ihm hie und da kleine Ecken und Kanten ganz gut.

Abgesehen von seiner anstehenden Solo-Tour geht er demnächst in den USA mit “Generation Axe – A Night Of Guitars” mit keinen geringeren Saitenhexern als Steve Vai, Yngwie Malmsteen, Nuno Bettencourt und Tosin Abasi auf Tour.