Review: The Rasmus und Frederic’s Fault (19.10.2012, Helsinki)

Foto: Iris Kessin
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The Rasmus können gut und gerne als eine der international erfolgreichsten finnischen Exportbands bezeichnet werden. Mit 18 Jahren Banderfahrung sind die vier Jungs aus Helsinki nicht nur bereits alte Hasen im Geschäft, sondern können auch mit Stolz auf rund 4 Mio weltweit verkaufter Alben zurückblicken. Zusammen mit ihren Landsmännern Apocalyptica, Nightwish, und HIM halten sie schon seit Jahren die Stellung als Spitzenverdiener im finnischen Musikbusiness.
 
Leider hat aber der schönste und wohlverdienteste Erfolg auch eine Kehrseite – wie auch die anderen ihrer zuvor genannten Kollegen, spielen The Rasmus nur noch selten in ihrer Heimat. Bis auf den ein oder anderen Sommerfestivalauftritt im hohen Norden, touren sie vor allem den Rest der Welt. Nach ihrem siebten Album "Black Roses" legten The Rasmus eine vierjährige Bandpause ein, in der sich u.a. Frontman Lauri Ylönen seinem Soloalbum "New World" widmete. 2011 unterschrieb die Band einen neuen Plattenvertrag bei Universal Music Finnland und meldete sich im April dieses Jahres mit ihrem achten Studioalbum "The Rasmus" im Gepäck endlich zurück. Der Tourauftakt fand erfreulicherweise zuerst im heimischen Finnland statt, mit insgesamt acht Konzerten, von denen die letzten beiden in Helsinki natürlich besonders gefeiert werden mussten – und welcher Ort eignet sich dafür besser als das legendäre Tavastia?
 
Als Vorband für den Freitagabend sollten die Newcomer Frederic's Fault das Publikum ordentlich auf Touren bringen. Die Alternativerocker aus Helsinki sind der aktuelle Neuzugang des Independent-Plattenlabels 'Dynasty', den The Rasmus 1999 zusammen mit zwei anderen Bands gegründet haben, um sich vor allem finnischer Nachwuchsmusiker anzunehmen.
 
Frederic's Fault hatten zu Beginn leichte Startschwierigkeiten, tauten aber nach wenigen Songs auf, und lieferten im Grossen und Ganzen ein solides Set ab. Vor allem die Stimme von Sänger Keke überzeugte; leider versteckte sich der Frontman allerdings den größten Teil des Auftritts hinter seiner Löwenmähne. Aber aller Anfang ist schwer, und mit der Zeit werden sich die Jungs sicherlich auch trauen, nicht nur auf der Bühne abzurocken, sondern auch ihr Gesicht zu zeigen.
 

Foto: Iris Kessin

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Eine Stunde später war's dann endlich soweit. Der Club war pickepackevoll, und zwar nicht nur mit einheimischen Fans, sondern größtenteils auch ausländischen. Allen voran Deutsche, aber auch Schweizer, Italiener, und andere Nationalitäten waren vertreten, was fast schon an die traditionellen Silvesterkonzerte der Kollegen HIM erinnerte, bei denen neben wenigen Finnen vorwiegend der Rest der Welt vertreten ist.
 
The Rasmus begannen ihr Set mit einem ihrer Hits: "First Day Of My Life" vom Album "Dead Letters" (2003). Ein guter Schachzug, denn nach vierjähriger Albumpause ist ein Song mit Wiedererkennungswert die beste Methode, die alte, tief drinnen schlummernde Fanbegeisterung wieder zum Leben zu erwecken – und darauf gleich neues Material nachzuliefern mit "I'm A Mess" vom brandaktuellen Album "The Rasmus".
Es folgte ein gekonnt zusammengestellter Mix aus Gegenwart und Vergangenheit mit Titeln von "Black Roses" (2008), "Dead Letters" (2003), "Hide From The Sun" (2005), "Into" (2001) und "Hell Of A Tester" (1998) und natürlich "The Rasmus".

Schon nach dieser ersten Hälfte war die Stimmung im Saal einfach nur bombig, aber es sollte noch besser kommen, und zwar in Form eines stimmungsvollen Akustiksets, bei dem die Jungs drei Songs von verschiedenen Platten zum Besten gaben. Damit es danach aber auch nicht zu emotional wurde, wurde gleich kräftig

Foto: Iris Kessin

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weitergerockt. "Stranger", eine der Singleauskopplungen der neuen Scheibe, und "Living In A World Without You" brachten die Menge schnell wieder in Schwung. Nach zwei weiteren Hits, "No Fear" und "In My Life" gab's dann ein weiteres Sahnehäubchen. "Playboys" vom gleichnamigen Album (1997) und "Ghostbusters", die Ray Parker Jr. Coverversion, in den 80ern auch Titelsong des gleichnamigen Films und erster Track des The Rasmus-Debütalbums "Peep" (1996). Das Set endete unter tosendem Applaus und Zugabe-Rufen mit "Falling" vom Album "Into", und man muss wohl nicht extra erwähnen, dass der Saal kochte. Zu recht allerdings, denn die Jungs hatten nicht nur eine fantastische Show hingelegt, sondern an diesem Abend Songs von all ihren bisher erschienenen Studioalben gespielt. Respekt!
 
Eine perfekte Show muss natürlich mit einer Zugabe enden. Und so gab's noch "Mysteria", "In The Shadows" und "Sail Away" zum Abschluss mit auf den Weg.
Da bleibt nur zu sagen The Rasmus sind zurück, und mit was für einem Comeback nach ihrer vierjährigen Auszeit! Wer sich selbst davon überzeugen will, sollte sich für die Deutschlandtour bereit machen, denn diese Jungs sollte man sich nicht entgehen lassen!

Setlist:
 

  •         First Day of My Life
  •        
    Foto: Iris Kessin

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    I'm a Mess

  •         Still Standing
  •         Ghost of Love
  •         Sky
  •         Immortal
  •         Liquid
  •         Chill
  •         It's Your Night  (acoustic)
  •         Someone Else  (acoustic)
  •         Every Day  (acoustic)
  •         Stranger
  •         Livin' In A World Without You
  •         No Fear
  •         In My Life
  •         Playboys
  •         Ghostbusters
  •         Falling

Zugaben

  •         Mysteria
  •         In The Shadows
  •         Sail Away

Links:

  • www.therasmus.com
  • www.fredericsfault.com