Review: Staubkind mit Hannes Kreuziger auf „Alles was ich bin“- Tour (17.04.2015, Hannover)

Foto: Wiebke Mende

Staubkind mit ihrer Tour in Hannover im Musikzentrum. Das letzte Mal sah ich sie 2013 in Flensburg- hat sich was verändert !? Sind mehr Besucher da, als vor 1,5 Jahren !? Ich bin einfach gespannt.

Schon am Geländeeingang zum Musikzentrum steht Security. Taschenkontrolle findet statt, Getränke in Glasflaschen stehen an der Absperrung. Gegen 19:30 betrete ich das Musikzentrum- eine halbe Stunde vor Beginn- und bin erstaunt. Kein Vergleich zu 2013- das Musikzentrum ist so gut wie voll. Ich schlage mich zur Bühne vor und warte. Um mich herum Staubkind-Fans, die Spannung ist ihnen anzumerken.

Um 20:00 betritt Louis dann mit Hannes Kreuziger die Bühne. Die Menge ist nicht mehr zu halten und jubelt aus vollem Halse Louis zu. Bis er die Fans begrüßen kann, dauert es eine Weile. Er stellt Hannes vor, den er schon aus Studienzeiten kenne und der diesen Abend eröffnen wird.

Foto: Wiebke Mende
Foto: Wiebke Mende

Hannes Kreuziger eröffnet mit einem Witz:“ Sitzen zwei Muffins im Ofen. Sagt der eine zum anderen:“Oh, ist es heiß hier.“ Sagt der andere: Iiih! Ein sprechender Muffin !!!““ Die Menge lacht- etwas verhalten. Der Song, der folgt, ist ein Klavierstück von Johann Sebastian Bach. Hannes spielt Klavierpop. vor jedem Song erzählt er eine Anekdote, ein Stück Geschichte seines Lebens, die zu diesem Song geführt hat. Es sind melancholische, nachdenkliche Songs, die mut machen sollen. Doch kommt das Emotionale nicht so wirklich rüber. Die Menge erzählt oder ist mit dem Handy beschäfigt. Auch seine klare Stimme kann die unruhige Stimmung im Publikum nicht ändern. 30 Minuten ziehen sich hin. Hannes Kreuziger macht zwar sehr gute und schöne Musik, doch leider passt er an diesem Abend nicht wirklich zum Programm. Es ist eher klassische Musik, die an diesem Abend leider nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Trotzdem applaudieren die Gäste nach jedem Song.

Nach einem kurzen Umbau ist die Band „The Weyers“ auf der Bühne. Das Intro ist Marschmusik. Die zwei Brüder aus Zürich marschieren auch im Gleichschritt auf die Bühne. Adi geht an die E-Gitarre und schließt diese an; Luke setzt sich an das Schlagzeug. Schon nach den ersten Tönen ist das Musikzentrum aufgewacht. Die beats reißen das Publikum aus dem Dämmerschlaf und heitzen ordentlich ein. Es wird mit dem Kopf im Takt gewippt, zeitweise geklatscht und die Hände in die Höhe gerissen. „The Weyers“ rockt die bühne und die Stimmung steigt und heitzt sich auf. Doch gegen Ende des Gigs kommt dann eine Frage auf: es ist sicher, dass die Bürder sich sehr Wohl auf der Bühne fühlen. Doch berechtigt dies sich über Verbote vor aller Augen hinweg zu setzen !? Es ist absolutes Rauchverbot im Musikzentrum und Luke zündet sich während des Gigs eine Zigarette an und raucht diese. In meinen Augen ist dies nicht ganz angemessen, da auch minderjährige Kinder im Publikum sind.

Und dann endlich: um 21:30 das Intro von Staubkind. „Kannst du dich erinnern, an die vielen Momente, die für dich so besonders wurden. An die Gefühle, die du gelebt und an jede Träne, die du zurück gelassen hast. Erinnerst du dich noch an jedes Lachen, dass dich so vieles vergessen ließ. an die Hoffnung, die dich nie hat aufgeben lassen und dich durch deine Träume geführt hat. Erinner dich und du wirst sehen, dass alles hat dich zu dem gemacht, was du heute bist. Und ich weiß, jeder neue Augenblick, jeder neue Traum, wird dich verändern. Alles, was du dafür tun musst, ist leben. Jetzt. Hier. Tang dir deine Träume, Staubkind“ Ein super Intro passend zur Tour. Konnte man das Intro zu Ende hören !? Nein. Sobald das erste Bandmitglied die Bühne betritt, ist im Publikum niemand mehr zu halten. Es wird gejubelt, gehüpft, geklatscht und gefeiert. Endlich ist Staubkind komplett auf der Bühne. Der erste Song „Den Träumen so nah“ wird von den Fans mitgesungen. In blaues Lichtwird die Bühne und die Musiker eingetaucht. Louis spielt E-Gitarre, singt und rockt die Bühne. Nach dem Song bringt er seine Gedanken zum Ausdruck. Er hat „tierisch Bock zu spielen“. Das Publikum jubelt. Auch sie haben „Bock“ auf „ihre“ Band.

Foto: Wiebke Mende
Foto: Wiebke Mende

„Heute ist ein neuer Tag“. So leitet Louis den nächsten Song ein. Er gibt seine Gitarre an den Helfer Sebastian ab und singt den Song „Neuer Tag“. Er hüpft auf der Bühne herum, die nun in Rot und Weiß ausgeleuchtet wird, und läuft von der einen Seite zur anderen. Woher nimmt er nur die Kraft und Ausdauer !? Er hat einfach Spaß. Auch die Frage: „Hannover, habt ihr Lust, mal so richtig die Sau raus zu lassen !?“ wird mit großem Jubel beantwortet. Louis hat auf jedem Fall diese Lust und das merkt man ihm auch an. Nach dem 3. Song erzählt er die Geschicht von Staubkind. Letztes Jahr feierten sie ihr 10-jähriges Jubiläum. Es gab bis dahin viele Höhen und Tiefen. Sie haben alles einsackt und dass drauß gemacht, was jetzt sei. Eine schöne Überleitung zum Song „Alles was ich bin“- der Song ist Namensgeber der Tour. Zum Song „Warum“ spielt Louis wieder Gitarre. er hat definitiv Ausdauer. Und das nicht nur er. Ebenso feiern die Fans mit ihm. Sie werden nicht müde zu klatschen und zu hüpfen. Auch werden sie immer wieder von Louis angeheitzt mit „Hannover, seit ihr noch da !?“. Louis hat die Stimmung in der Hand. Beim Song „Kleiner Engel“ stehen nur er, der Keyboarder Henrik und der Schlagzeuger Friedemann, diesmal aber mit dem Cello, auf der Bühne. Es wird ruhiger. Dieser Song ist sehr emotional und Louis schafft es, diese Traurigkeit zu den Fans zu transportieren. Die Fans singen mit, doch ist auch bei ihnen die sentimentale und traurige Stimmung zu spüren. Ich denke, jeder kann sich mit diesem Song ein kleines Stück identifizieren. „Habt ihr Lust, mit uns bis ans Ende der Welt zu gehen !?“ Die grad noch sehr sentimentale Stimmung schlägt schlagartig um. Es wird wieder gejubelt, gefeiert und geklatscht. Die Fans scheinen in Ekstase zu sein und Louis sie fest in der Hand zu haben.

Foto: Wiebke Mende
Foto: Wiebke Mende

So geht der Abend weiter. Zwischen rockigen Songs und aufgeheizter Stimmung, finden ruhigere Songs ihren Platz. Nach „Fühlst du“ erzählt Louis die Anekdote, wie sie 2004 in der Moritzbastei auf dem WGT aufgetreten sind, Zugabe gefordert wurde, sie aber keine weiteren Songs mehr hatten. Zu „Traumfänger“ setzt er sich auf eine Kiste vor das Publikum und gibt seine Gedanken preis, die zu diesem Song geführt hatten. Was geht in schlafenden Kindern vor !? Am Ende von „Durch den Regen“ wird das Musikzentrum in zwei Parteien aufgeteilt. Die eine Partei soll nur „Oh-oh-oh“ singen, die andere den Text zu dem Song. Wer singt lauter !? Die Fans werden einfach nicht müde, zu feiern. Die Stimmung ist und bleibt aufgeheitzt. Jeder einzelne hängt förmlich an Louis Lippen, hört ihm zu und rockt mit ihm zusammen das Musikzentrum.

17 Songs spielt die Band an diesem Abend bevor das Konzert zu Ende ist. Doch die Fans geben sich damit nicht zu frieden. Es werden noch 5 weitere Songs als Zugabe gefordert. Danach zieht sich die Band um und steht für Fotos und Autogramme bereit.

Zusammenfassend kann man das Staubkind-Konzert als vollen Erfolg betrachten. Zu 2013 war dies eine deutliche Weiterentwicklung. Louis wusste die ca. 460 anwesenden Fans mit ins Konzert einzubinden, durch Fragen, Geschichten und Emotionen. Es war ein abwechslungsreicher Abend mit ruhigeren und rockigeren Songs. Über 2h dauerte das Konzert an und weder bei den Musikern noch bei den Fans war etwas von Müdigkeit zu bemerken.