Review: Jennifer Rostock, Themroc, Ludwig Van (06.12.2008, Dresden)

Foto: Kristin Hofmann
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Zum Tourabschlusskonzert waren Jennifer Rostock, die Überflieger aus dem Norden, nach Dresden gereist. Wo Jennifer Rostock vor einem Jahr nur wenigen ein Begriff war, bewegen sie sich seit ihrer Teilnahme beim Bundesvision Song Contest, schnurstracks auf der Karriereleiter nach oben. Einen passenden Ort hatte die Pop-Punk-Was-auch-immer-Band in der Scheune im Dresdner Kultviertel Neustadt gefunden. Die Massen strömten nur so in den Veranstaltungsort. Und eh man eine halbe Ewigkeit an der Garderobe wartet, um seine Jacke abzugeben, begibt man sich notgedrungen mit einem Bier in den Konzertsaal – mit warmer Jacke. Und gegen 20.30 Uhr wurde dort auch schon gespielt. Maila waren heute Abend als erstes an der Reihe, und fügten sich mit ihrem deutsch rock-punkigem Stil hervorragend in die musikalischen Vorlieben der anwesenden Zielgruppe ein. Ja, die Zielgruppe! Die bestand zu 75% aus Mädels, ich schätze unter bis weit unter 18, und 25% Kerlen, die noch Männer werden wollen. Der Saal war vollgepackt mit Menschlein und im Minutentakt drängten immer mehr Richtung Bühne.

Foto: Kristin Hofmann

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In der Pause wurde der Alkoholpegel konstant gehalten und nach frischer Luft geschnappt. Wer dachte, jetzt kämen Jennifer Rostock auf die Bühne (so wie ich), der irrte (so wie ich).  Eine weitere Vorband wurde auf die Bühne gestellt: Themroc aus Berlin. Da guckten die Mädels in der ersten Reihe ein bisschen lüsternd drein, was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aber wir wollen hier ja die Musik beurteilen. Themroc tüdelten ebenfalls mit Deutsch-Rock-Punk über die Bühne und taten eben das, was eine Rockband so macht. Musikalisch nichts besonderes, man kann es sich anhören, aber nicht sehr lange.

Foto: Kristin Hofmann

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Kommt jetzt Jennifer Rostock? Nein. Denn, das erzählte jetzt jemand am Mikrofron, wurde das Tourabschlusskonzert kurzerhand zu einem Mini-Punk-Rock-Festival umfunktioniert. Was ein schöner Gedanke ist, denn so bekommt man mehr Musik für das gleiche Geld. Ludwig Van aus Flensburg waren nun die Letzten vor der Hauptband und waren wirklich sehr erfrischend mit ihrem piano-lastigem , alternativen Indierock. Ludwig Van gingen mächtig ab und lieferten wirklich eine solide Show. Wenn Ludwig Van mal in eurer Stadt spielen sollte, dann dürft ihr das nicht verpassen.

So, aber nun. Jetzt waren Jennifer Rostock an der Reihe. In der Umbaupause brach ein Schwall betrunkener Kerle in die zarte erste Mädchenreihe, um diese kaputt zu machen. Er drückte und drückte und drückte. Die Mädelsgesichter verzogen sich immer mehr und der Gedanke kam, dass das wohl nicht so ruhig bleibt wie bei den Vorbands. So geschah es auch. Kaum ging das Licht aus und das Intro ertönte, kam ein neuer Schwall,  in den ersten Reihen traten Quetschungen auf und die Luftqualität sank ins Übelmufflige. Jennifer Rostock waren da und begeisterten nun mit ihrem Pop-Punk-Rock ihre Fans.

Foto: Kristin Hofmann

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Die Stimmung war bühnenübergreifend, öfters verirrte sich eine verlorene Seele auf die Bühne um zu stagediven, wurde dann aber freundlich, aber bestimmend, zurück ins Publikum gewiesen. Sängerin Jennifer hüpfte und tobte in einem Affentempo über die Bühne. Sie hatte das Publikum von Anfang an im Griff und musste nur wenig Überzeugungsarbeit leisten. Jeder klatschte und sang aus voller Kehle mit (insofern diese gerade nicht zugequetscht wurde). Nach jedem Lied wurden Sprüche geklopft, über deren Gehalt ich mich nicht näher äußern werde. Denn selbst diese Sprüche haben dem minderjährigen Publikum gefallen. Und in dieser Manier pop-punk-rockte man bis in die Nacht hinein.  

Konzertfotos:

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