Review: Die Wiesen sind grün – Josh. und Jona live (14.10.2019, Hannover)

Die Wiesen sind grün. Uuuhhh. Was für eine interessante Aussage. Die Wiesen sind grün. Und so scharfsinnig. Schreibt mensch diese Aussage nur etwas anders, kommt gleich etwas mit mehr Sinn heraus. Die Wiesn sind grün. Ja, jetzt kommen wir der Sache schon näher.
Beim Oktoberfest in München, der Wiesn, war „Cordula Grün“ von Josh. der Überraschungshit, der Stimmungsmacher, der Partyknaller schlechthin.

Die Wies(e)n sind (Cordula) Grün.

Und das landauf und landab im deutschsprachigen Raum, Malle natürlich eingeschlossen. Und wer hat das geschafft? Ein 32-jähriger Wiener. Johannes Sumpich alias Josh. (ja, der schreibt sich mit Punkt) Und warum mit Punkt? Weil es diverse Josh´s im Musikgeschäft gibt. Das war auch schon in der Schule so. Zwei Johannesse in einer Klasse. Da wird dann einer zum Josh. Punkt.

Jona Straub (Foto: Michael Lange bs! 2019)

Das Lux in Hannover ist an diesem Abend mit 200 Leuten sehr gut gefüllt und es gibt sogar eine Vorband. Der Künstler heißt Jonathan Straub, kurz Jona Straub. Jona bitte wer? Manchmal ist es nicht so einfach etwas über einen neuen, jungen Künstler rauszubekommen. Die Seite www.backstagepro.de hat Daten über ihn. Dort heißt es:
„Die Musik von Jona Straub könnte man auf zwei Arten beschreiben: ‘Ralf Möller, der auf einer Party nach zu viel Bier, unter Tränen über die Leere seines Daseins klagt’, oder ‘wenn Jonas Musik ein Wald wäre, dann ein bunter Herbstwald. Bunt und vielfältig wie die Blätter im Wald ist die Musik von Jona allemal. Synthie-Pop trifft hier auf Blues-Gitarre und träumerische Melodien verschmelzen mit deutschsprachigen Texten, die ganz eigene Geschichten aus dem Leben von Jona erzählen. Diese Vielfältigkeit spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der fünf Musiker wider, welche sich während des Studiums in Hannover kennen und lieben lernten. Sänger Jona und seine Band, Keyboarder David Gerlach, Drummer Tobi Reckfort, Gitarrist Joel Waldt sowie Bassist Nic Knoll, kommen nicht nur aus verschiedenen Regionen Deutschlands, sondern auch aus ganz unterschiedlichen Genres. Von Klassik über Jazz bis R’n‘B, die Einflüsse in den Songs sind deutlich zu erkennen“.

Jona Straub (Foto: Michael Lange bs! 2019)

Das hört sich ja schon mal vielversprechend und spannend an. Und was soll mensch sagen? Alle Angaben sind absolut korrekt. Der gebürtige Stuttgarter und jetzige Hannover-Student geht nur mit einer Bandteilbesetzung auf die Bühne. Abgespecktes Schlagzeug, Gitarre und Jona am Keyboard. Zack, Bumm. Reicht vollkommen. Der Deutschpop der Band ist hervorragend abgestimmt, nicht zu laut und trotzdem mit einem gewissen Drive. Jona´s Stimme ist klar und deutlich. Hier wird ordentlich abgeliefert. Das klingt schon sehr erwachsen für junge Burschen, so Anfang der Zwanzig. Das können etablierte Deutsch-Popper nicht einen Meter besser. Respekt. Die Texte handeln natürlich vom Leben, vom Lieben, vom Leiden. Auch das machen die Forsters, Bosses, Oerdings und wie sie alle heißen, nicht anders. Mensch sollte sich den Namen Jona Straub merken, denn hier wächst was Großes heran. An diesem Abend im Lux hat er viel Straub aufgewirbelt.

Wer weiß, wohin das mit uns führt
Du bist gescheit, ich bin gerührt
Das ist doch wurscht, wenn’s funktioniert
Wer weiß, was wir eigentlich sind
Du gibst mir Inhalt, ich dir Sinn
Gefühlte Wahrheit ist konfus

Josh (Foto: Michael Lange bs! 2019)

Der Auftritt von Josh. Beginnt standesgemäß mit einem Titel von Alexander dem Großen. Na gut, nicht ganz, aber Peter Alexander ist auch Österreicher und allein aus diesem Grund passt das ganz wunderbar. Herr Sumpich macht eine kurze Ansage: „Wir sind Josh. aus Österreich, mehr gibt’s eigentlich dazu nicht zu sagen. Wir spielen heute alle Songs unseres neuen Albums“. Kurz, knapp und auf den Josh-Punkt gebracht, Rein geht’s in das Album „Von Mädchen und Farben“ mit „Bei dir“ und „Sowieso“. Auf dem Album klingen die Songs etwas zurückhaltend, doch live kommen sie wuchtig, fast schon rockig daher. Kein Wunder. Die Jungs um Frontmann Johannes sind allesamt Könner, streuen auch hier und da mal ein Schlagzeug- oder Gitarrensolo ein. Die Texte handeln auch vom Leben und Lieben. Das sind halt die zentralen Themen, die jeden Menschen angehen. Von Mädchen und Farben, da kommt natürlich sofort auf „Cordula Grün“.

Josh (Foto: Michael Lange bs! 2019)

Der Song ist eine Mischung aus Aufreiß- und Liebeslied. Sehr lustig mit a bisserl Melancholie. Ja küss die Hand. Das der Song schon im Mittelteil des Gigs kommt ist etwas verwunderlich, erwartet mensch das Beste doch eher im Zugabenteil. Aber zum Anheizen kann man die Nummer schon mal raushauen. Josh. sind gern auf Club-Tour, weil man hier aufgrund der Nähe zum Publikum die Energie spürt, die auch im Lux vorherrscht. Mut dem Beatles-Cover „Don´t let me Down“ geht’s sogar mitten rein ins Publikum. Näher geht’s nicht. Band und Publikum haben Spaß. Ein zweiter Cover-Song („Jetzt gehst du weg“ von Rakede) passt gut rein. „Melodie verlorn“ beginnt zunächst als Ballade mit Johannes allein am Piano. Seine Jungs steigen dann irgendwann ein und die Nummer wird rockiger und mit einigen Soli veredelt.

Josh (Foto: Michael Lange bs! 2019)

Was kann jetzt zum Abschluß noch kommen? Na was wohl. Cordula Grün die Zweite. Diesmal mit Dampf und dem Publikum als grölendem Chor. Cordula Grün, ich hab sie tanzen gesehen. Dann geht’s raus in die Nacht und am Wochenende zur Hannover Wiesn.

Galerien (by Michael Lange bs! 2019):

Setlist Jona Straub:

  1. Willst du das ich bleibe?
  2. Neue Stadt
  3. Lichter der Nacht
  4. Hier raus
  5. Alles
  6. Zeitlos
  7. Angekommen

Setlist Josh.:

  1. Bei dir
  2. Sowieso
  3. Reden
  4. Ich spiel
  5. Wie im Kino
  6. Vielleicht
  7. Viertel Drei
  8. Cordula Grün
  9. Kein Sommer
  10. Eskalation
  11. Don´t Let me Down (Beatles Cover)
  12. Jetzt gehst du weg (Rakede Cover) Encore:
  13. Melodie verlorn
  14. Zordula

Links:
www.instagram.com/jonastraubmusik
www.joshsmusik.at

Michael Lange
Michael Langehttps://www.be-subjective.de
Michael Lange. MichaL ist der Methusalix in unserem Team. Ein Original, ein Sympath, ein Genießer von A wie Abba bis Z wie Zabba und im realen Leben ein Stepptänzer. »Jawohl, das mit dem KlackerdiKlack.« MichaL hat schon Rock’n’Roll gehört, da waren die Little Boy Blue and the Blue Boys noch grün hinter den Ohren. Man munkelt er konnte schon einparken, da gab es noch nicht mal Rückspiegel, geschweige denn Einparkhilfen. Dennoch ist die MichaL noch lange kein Oldy oder darauf fokussiert. The big L war plötzlich da. Zeitlos. Unerwartet und doch völlig freiwillig tauchte er in unserem Universum auf und bereichert es. KlackerdiKlack.

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