Review: Stimme schonen mal anders – Diary of Dreams live (11.10.2019, Erfurt)

Diary Of Dreams (Foto: Janina Lindner bs! 2019)

Fünf lange Jahre ist es her seit Diary of Dreams eine Headliner-Show in Erfurt gespielt haben. Der letzte Besuch von Mastermind Adrian Hates in Erfurt liegt zwar erst wenige Monate zurück – er war zusammen mit Joachim Witt und Orchester in der Thüringischen Landeshauptstadt zu Gast – aber nun ist es wirklich wieder an der Zeit für einen Auftritt in voller Besetzung.

US (Foto: Janina Lindner bs! 2019)

Im HsD Gewerkschaftshaus ist es noch überraschend übersichtlich als der angekündigte Support Us bereits 15 Minuten vor offiziellem Veranstaltungsbeginn auf der Bühne erscheint. Us – wer? Das Schottisch-Schwedische Duo dürfte den meisten Anwesenden eher unbekannt sein. Sänger Andrew Montgomery (Ex-Geneva-Sänger) und Keyboarder Leo Josefsson präsentieren ihre Electronic Pop Songs in weißen Schutzanzügen, die bei Leo Josefsson gelegentlich seltsame Ausbuchtungen an ungünstigen Stellen hervorbrachten. Aber zurück zur Musik. Ihr Debutalbum „First Contact“ veröffentlichten Us erst vor einigen Monaten. Sänger Andrew Montgomery beweist uns seinen großen Stimmumfang in Songs wie „Till the Dying of the Light” oder „My heart`s desire”. Und auch wenn seine hohe Kopfstimme vielleicht nicht jedermanns Sache ist, fallen die Reaktionen im Publikum überwiegend positiv aus.

US (Foto: Janina Lindner bs! 2019)

Setlist Us:

  1. Mute
  2. Till the Dying of the Light
  3. My heart`s desire
  4. As a child
  5. Towards the sun
  6. Never get over
  7. Technicolor
  8. In Denial
  9. Voyager

Während der Umbaupause füllt sich die Halle doch noch ordentlich. Der Geräuschpegel vor der Bühne schwillt schlagartig an als Diary of Dreams mit „Made in Shame“ loslegen. Sofort fällt auf – es gibt ein neues Gesicht am Keyboard, welches uns kurze Zeit später als Felix vorgestellt wird.

Dass Adrian Hates stimmlich ein wenig angeschlagen ist, hört man maximal in seinen Ansprachen heraus. Gemäß Anweisung seines Arztes soll er an diesem Wochenende seine Stimme schonen. Und wo kann man das besser als auf einer Bühne in Thüringens Mitte vor vielen schwer begeisterten Fans? Und so viel vorweg – er hat volle zwei Stunden Spielzeit durchgehalten. Aber hoffen wir mal lieber, dass sein Arzt das jetzt nicht liest…

Diary Of Dreams (Foto: Janina Lindner bs! 2019)

Im Vorfeld der letzten drei Konzerte diesen Jahres hatte Sänger Adrian Hates seine Fans in den sozialen Medien bereits angefüttert, in dem er den einen oder anderen Song, wie „Daemon“, „MenschFeind“ oder „She and her Darkness“, von der geplanten Setlist bekannt gab. Über den vermutlich bekanntesten Diary of Dreams – Song „Traumtänzer“ ließ er sogar abstimmen, ob dieser erneut einen Platz auf der Setlist erhalten soll oder nicht. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander, aber schließlich erhielt „Traumtänzer“ die „pro“-Mehrheit und die Reaktionen in Erfurt zeigen, dass diese Mehrheit auch hier vertreten ist. Doch dann schlägt tatsächlich der Text-Fluch zu… Also nicht falsch verstehen – das Publikum kann ihn. Aber Humor ist wenn man trotzdem lacht und Adrian hat definitiv Humor.

Diary Of Dreams (Foto: Janina Lindner bs! 2019)

Mit „Deciper me“ und „Butterfly:Dance!“ verabschieden sich Diary of Dreams nach etwa anderthalb Stunden in die erste kurze Zugaben-„Pause“. Aber vier Songs haben die gutgelaunten Musiker doch noch in der Pipeline. Zum letzten Song „The Curse“ gibt es noch eine kleine Überraschung – Adrian singt den Song inmitten des begeisterten Publikums – Selfies mit einigen Fans inklusive. Glückliche Gesichter everywhere, was will man mehr?

Galerien (by Janina Lindner bs! 2019):

Setlist Diary of Dreams:

Diary Of Dreams (Foto: Janina Lindner bs! 2019)
  1. Made in Shame
  2. Epicon
  3. Daemon
  4. Listen and Scream
  5. MenschFeind
  6. Soul Stripper
  7. Hell in Eden
  8. Reign of Chaos
  9. Malum
  10. She and her Darkness
  11. Haus der Stille
  12. Traumtänzer
  13. King of Nowhere
  14. Decipher me
  15. Butterfly:Dance!
  16. Encore:
  17. Endless Nights
  18. Kingdrom
  19. Undividable
  20. Encore:
  21. The Curse

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