Review: Undead? Ja man! – Blind Channel und Hollywood Undead (19.06.2018, Hannover)

Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Der Bandname “Zombies” ist bereits seit den 60er Jahren vergeben. Also was tun, wenn es namenstechnisch in die gleiche Richtung gehen soll? Zombies sind Untote, warum nicht „Undead“. Dann noch einen Bezug zur Heimat herstellen. USA -> Kalifornien -> = „Hollywood Undead“. Zack. Bumm. Bon jour.

Bereits seit 2005 gibt es diese Jungs – an diesem Abend machen sie endlich mal wieder Station in Niedersachsen. Hollywood Undead haben bereits im Februar fünf Konzerte in Deutschland gegeben. An diesem Abend kommt die Formation noch einmal für eine zusätzliche Show nach Hannover. Das Capitol ist mit 1300 Fans recht gut gefüllt. Stellt sich nur die Frage warum? Warum wollen so viele junge Menschen (wir sprechen hier so vom Bereich um die 20 Lenze) die Untoten sehen, wo doch die letzten Alben „Day oft he Dead“ (2015) und das 2017er-Album „V“ sagen wir mal so: abgewatscht wurden? Ganz einfach. Weil sie Bock auf Band und Party haben. Und die Kritiker? No Comment.

Blind Channel (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Aber erstmal geben Blind Channel aus Finnland den Support. Die Jungs sehen tatsächlich aus wie eine klassische Boy-Band. Einheitlich in Weiß gekleidet hauen sie Ihren Nu-Metal raus. Metal in weiß? Ist der Dress-Code für Metal nicht eher klassischerweise schwarz? Egal Karl. Den Fans sowieso. Sie sind von Beginn an auf Sendung und machen das was diese Band vorgibt. Wedeln, Klatschen, Tralala. Blind Channel bezeichnen sich übrigens selbst als Pioneers of violent pop music. Da liegen die Jungs wohl ganz richtig mit. So ganz Metal ist das nicht. Was sie richtig gut können ist die Pop-Pirouette. Drehen um die eigene Achse mit Gitarre. Kann mensch öfter sehen bei diesem Gig der POVPM.

Das war ein durch-gedrehter, nein durch-aus gelungener Auftritt der jungen Finnen.

Blind Channel (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

 

My legs are dangling off the edge
The bottom of the bottle is my only friend
I think I’ll slit my wrist again and I’m gone, gone, gone, gone
My legs are dangling off the edge
A stomach full of pills didn’t work again
I put a bullet in my head and I’m gone, gone, gone, gone

Und dann kommen endlich die Untoten aus Hollywood. Oder sollte mensch diese Truppe lieber die noch Lebenden nennen. Mal wieder völlig egal. Und was heisst ab-gewatscht? Hier wird ab-gefeiert.

Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)
Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Von Lied 1 bis zum Schluss ist richtig Leben in der Bude. Die Crowd ist sofort, und sofort ist hier auch sofort, und dann bis zum Schluss im Party-Tanz-Ausrast-Modus. Jorel „J-Dog“ Decker, Dylan „Funny Man“ Alvarez, Jordon „Charlie Scene“ Terrell, George „Johnny 3 Tears“ Ragan, und Daniel „Danny“ Murillo sind Hollywood Undead. Da sie sich wahrscheinlich nicht auf eine Musikrichtung einigen konnten haben sich für einen Mix aus Nu Metal, Hip-Hop, Rap-Rock, Crossover, Alternative Rock, Alternative Hip-Hop und Alternative Metal entschieden. Warum nicht? Die Vielseitigkeit zahlt sich aus.

Traditionell beginnen sie das Konzert mit ihren aufgesetzten Masken oder Sonnenbrille und Tuch vor dem Gesicht. Aber nach einigen Liedern fallen dann die Masken und siehe da, eigentlich ganz sympathisch die Jungs. Die sind sogar so nett und holen eine Lady aus dem Publikum für ein gemeinsames Stück auf die Bühne. Die Kleine macht das richtig gut, wird gefeiert und begleitet die Band bei einem Song. Hut ab – Respekt für die Riffs.

Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Die Stimmung im Publikum wird immer besser (wenn das überhaupt noch geht). Es geht. Metallicas „Enter Sandman“ und „Du hast“ von Rammstein sorgen für Begeisterungsstürme. Der Sound ist hart und kompromisslos. „California Dreaming“, „War Child“ und „ Bullet“ werden rausgerotzt. Der Gesang wird brüderlich durch vier geteilt. Für einen Untoten wäre es auch zu anstrengend allein. Und Abwechslung ist ja bekanntlich gut.

Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Die Zugabe „Everywhere I Go“ wird von den Fans zunächst allein gesungen. Dann kommen Hollywood Undead noch mal auf die Bühne und der ganze Saal feiert ekstatisch. Das war Leben pur von den Untoten. Und jetzt ab zum Duschen.

Galerien (by Torsten Volkmer bs! 2018):

Blind Channel (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Setlist Blind Channel:

  1. Trigger
  2. Alone Against All
  3. Deja FU
  4. Enemy for Me
  5. My Heart is a Hurricane
  6. Sharks Love Blood
  7. Bullet (With Your Name on It)
  8. Out of Town
  9. Darker Than Black
  10. I.D.F.U.
  11. Wolfpack

Setlist Hollywood Undead:

  1. Hollywood Undead (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

    Whatever It Takes

  2. Undead
  3. Been to Hell
  4. California Dreaming
  5. Renegade
  6. Comin‘ in Hot
  7. War Child
  8. Enter Sandman / Du Hast
  9. Bullet
  10. Another Way Out
  11. Riot
  12. Day of the Dead
  13. Everywhere I Go
  14. Hear Me Now

Links:
www.hollywoodundead.com
www.blindchannel.fi

Veranstalter:
Hannover Concerts