Wo so mancher ein Nachmittag in Kurzurlaubsstimmung nach Ruhe und Erholung sucht, verwandeln die Veranstalter von Rock on the Beach das Waldfreibad Bielefeld in eine Festivalwüste voller Rocker und Metalheads. 14 Bands an einem Tag ist sportlich, aber nicht unschaffbar. Nahtlos Livemusik von 13:15 bis 00:30, das schaffen so manche „großen“ Festivals nicht.
Neue Band, neue Musikrichtung
Über die Hälfte der Spielzeit des Tages sind Newcommern aus der Region gewidmet, garniert mit einem Bandcontest, der Gewinner darf im nächsten Jahr noch einmal auftreten. Das Gelände ist klein, nahtlos geht es von Band zu Band, das Publikum trottet brav von Bühne zu Bühne. Von klassischem Metal und Hardcore über Indie bis Melodic, neue Band, neue Musikrichtung.
Musikalisch überzeugen vor allem Hydra’s fate, während Pretty Things in die Fußstapfen von Giant Rooks treten. Der Preis für die beste Mimik hingegen müsste hingegen eindeutig Symbrid vergeben werden.
Pack die Badehose ein
Die Sonne brennt heiß, das Freibad lockt. Zwischendurch eine Abkühlung kommt bei den Temperaturen grade recht. Schnell in den Bikini geschlüpft, ab ins Wasser, wenn man genau hinhört, zischt das Wasser auf der Haut. Wer nicht schwimmen will, pausiert auf der Liegewiese unter Bäumen. Bei gefühlten 55 Grad Celsius kühlt nicht mal ein Headbangpropeller.
Soulbound (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Heimliche Headliner
Nach den Newcommern scheint es vor der Bühne noch einmal voller zu werden, treten doch zwei heimliche Headliner des Tages direkt nacheinander auf.
Soulbound entschlüpfen für einen Auftritt aus dem Studio, lassen es eng werden vor der Bühne und nutzen den Auftritt gleich noch für einen Videodreh.
Bengalosignale
Mindestens genauso wie Motten vom Licht angezogen werden, locken Bengalos Menschen zu Swiss und die Anderen. Randalieren für die Liebe, nackt, aber jedem seinen Safespace lassend, im Moshpit. Wer dachte Soulbound seien das Non-Plus-Ultra des Abends wird hier eines Besseren belehrt.
Swiss und die Anderen (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Stark beginnen, stark nachlassen
Harpyie (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Der Höhepunkt des Abends gilt hiermit als erreicht, besser wird es nicht mehr. Eher irgendwie komisch wird es bei Harpyie. Stark beginnend lassen Sänger, Musiker und Stil schnell stark nach. Der Tiefpunkt des Auftritts: der Versuch eines Umbruchs von Metal zu Eurotrash. Sämtlich aufgebaute Stimmung durch Maskierungen, Make-Up und Posen zerschellt in Sekunden.Aus Masken wird Maskerade.
Summery Mind (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Spontaner Einschub
Da der Schlagzeuger von Living Theory nur einige Tage vorm Rock on the Beach in einen Unfall verwickelt war, muss zumindest für die Länge eines halben Sets (an dieser Stelle Respekt an den Ersatzschlagzeuger von Living Theory, der nur in 2 Tagen ein halbes Set gelernt hat!) eine Ersatzband einspringen.
Nach 5 Jahren feiern Summery Mind ihr Comback auf den Bühnen vom Rock on the Beach.
Immer weiter
Living Theory (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Wer ein Fan von Linkin Park ist, erwartet viel. Wer ein Fan von diversen Coverbands ist, erwartet vermutlich etwas Anderes. Und wer ein Fan von Linkin Park Coverbands ist, bekommt genau das, was mensch erwarten kann. Zu so manchem kann man mich zählen, zu letzterem mit Sicherheit nicht.
Nach über 10 Stunden Musik siegt die Müdigkeit über Living Theory.
Daphne Dlugai. Eine lebendige Mindmap aus einem Kessel Buntes, läuft wie ein Duracellhäschen, wenn man Kaffee, kaffee, kaffee (hier als Nomen, Verb und Adjektiv verwendet) in ihr System kippt. Oder Schokolade. Im Herzen eine Disneyprinzessin (definitiv Mulan, die anderen sind zu girly), im echten Leben Teilzeitcholerikerin, audiophil Vinyladdicted und ist Daphne ein bisschen sonderbar. Oder war es Sonderpädagogin? Wir wissen es nicht so genau. Man munkelt sie ist wegen Schokolade auf Bewehrung und versucht diese Schwäche mit Bastelkram zu kompensieren. Funzt! Alles ist schöner mit Kerzen! Sogar Kerzen.
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