Schandmaul: Unendlich (2014) Book Cover Schandmaul: Unendlich (2014)
Mittelalter Rock
We Love Music
24.01.2014

Tracklist:

CD1

  1. Trafalgar
  2. Tippelbruder
  3. Kaspar
  4. In Deinem Namen
  5. Bunt und Nicht Braun
  6. Mit Der Flut
  7. Baum Des Lebens
  8. Tangaossa
  9. Euch Zum Geleit
  10. Saphira
  11. Mittsommer
  12. Little Miss Midleton
  13. Der Teufel...
  14. Mein Bildnis
  15. Märchenmond

CD2

  1. Trafalgar (Akustik Version)
  2. Tippelbruder (Akustik Version)
  3. Kaspar Mit Stefan Dettel (Akustik Version)
  4. In Deinem Namen (Akustik Version)
  5. Bunt und Nicht Braun (Akustik Version)
  6. Mit Der Flut (Akustik Version)
  7. Baum Des Lebens (Akustik Version)
  8. Euch Zum Geleit (Akustik Version)
  9. Saphira (Akustik Version)
  10. Mittsommer (Akustik Version)
  11. Der Teufel... (Akustik Version)
  12. Mein Bildnis (Akustik Version)
  13. Märchenmond (Akustik Version)

 

Was lange währt, wird endlich gut. Das achte Studioalbum der Mittelalter Folk Rock Band ließ etwas auf sich warten. Doch es hat sich definitiv gelohnt. Auch der Labelwechsel scheint nicht weiter spürbar. Die sechsköpfige, 1998 gegründete, Gruppe aus Bayern liefert, wie gewohnt, ein stimmiges Meisterwerk. Ungewöhnlich. Individuell. Schandmaul eben.

Auch wenn "Traumtänzer" kräftig in romantischen Gewässern fischte, blieb die Befürchtung, die Schandmäuler könnten dort auf eine Sandbank laufen und eine Weile fest sitzen, aus. "Unendlich" reißt mit, zeigt eine gereifte Band. Es klingt stärker, vielschichtiger und direkter als seine Vorgänger. Melodisch, aber nicht banal. Dieses Album erzählt Geschichten unter anderem über die historische Seeschlacht des Admirals Nelson ("Trafalgar") und nordische Sagen ("Baum Des Lebens"). Auch Gevatter Tod, der von "Kaspar" beim Kartenspielen beschissen wird, stattet einen Besuch ab. Mit dem dramatisch wohlklingenden violinlastigem Einstieg von "In deinem Namen" geht es etwas düsterer zu. "Bunt Und Nicht Braun" erfrischt als Spielmannshymne sehr direkt und ehrlich sowohl gegen Intoleranz, als auch Fremdenhass:

... Auf unserem Kreuzzug für mehr Toleranz, laden wir ein. Und so tragen wir ihn in die Welt unseren Traum: Narren sind bunt und nicht braun! ...

Irisch inspiriert, mit fröhlichen Flötenklängen, die animieren, erklingt rein instrumental "Little Miss Midleton" und führt uns weiter zum Teufel ("Der Teufel"), der den Schnaps gemacht hat. Na und? Wir saufen und wir sind noch da ... definitiv ein Lied, das Laune macht.

Während "Tangaossa" nach einer Mischung aus französischem Chanson und irischer Folklore, mit modernen rockigen einwürfen klingt, zu dem man Tango tanzt und mich aus heiterem Himmel an Jean Paul Belmondo denken lässt (Tatsächlich, wie der Name schon sagt eine Kombination aus Tango und Bossa ist). Ruhiger schippern wir sanft und doch kraftvoll mit "Euch Zum Geleit" dahin, um die Augen zu schließen, dem Wind zu lauschen und in die Sterne zu sehen. Eine wunderschöne Ballade für alle, die jemanden Besonderen verloren haben. Sie ruft auf keine Tränen zu vergießen und sich heiter an die gemeinsame Zeit zu erinnern.

Der erste Gedanke beim Lesen des nächsten Titels war richtig. Mit "Saphira" reiten wir nämlich auf dem edelsten Geschöpf. Dem letzten seiner Art, um gegen Neid und Machtgier zu kämpfen. Wir sind dabei unser Herz für immer zu verlieren, fliegen mit dem Wind, damit die Freiheit und der Frieden nicht nur Träume sind.

Der romantische "Märchenmond" steigert sich zu harten Gitarrensoli und entlässt uns in die Endlichkeit des Albums. Ein hoch auf die Dauerschleife, so kann man sich dann doch noch eine gewisse Unendlichkeit schaffen.

Zu den akustischen Versionen muss ich sicher nicht mehr viel sagen, außer dass einige durchaus die Standardvarianten ablösen können. Die Band hatte unter Garantie viel Spaß beim Produzieren. Vor allem bei Songs wie "Kaspar", hier verweise ich auf die bayrische Akustik Version ...

Einer der wenigen Bands, die sich stets treu bleiben und konsequent einen Stil verfolgen, ohne sich zu wiederholen oder zu langweilen. Wer würde es anders wollen? Schandmaul hat einen einzigartigen, einprägsamen Sound. Das muss man erst mal hinkriegen.

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Tina, von Anfang an ein olfaktorischer Gewinn für die Redaktion, teilt sich derzeit ein Etagenbett mit Demi Moore in der "Cirque Lodge" – Smile Emoticon. Da das Duracellhäschen - voll auf Ritalin – nach einem Braking Bad Marathon ein eigenes Parfum aus Schokolade destilliert, einen Wolfshund dressiert und uns die Fassade mit Songtexten von HIM bis Katatonia vollkritzelte hat, gönnt sie ihrer blühenden Fantasie jetzt etwas „Rehab“. Natürlich rein privat! Wie genau sie Ihre Texte aus der Zwangsjacke an der GQ vorbeischmuggelt, wollen wir gar nicht so genau wissen. Wir schützen unsere Quellen.