Leaves' Eyes: Njord (2009) Book Cover Leaves' Eyes: Njord (2009)
Andre Stasius
Napalm Records
28.08.2009
www.leaveseyes.com

Tracklist:

  1. Njord
  2. My Destiny
  3. Emerald Island
  4. Take The Devil In Me
  5. Scarborough Fair
  6. Through Our Veins
  7. Irish Rain
  8. Northbound
  9. Ragnarok
  10. Morgenland
  11. The Holy Bond
  12. Froya's Theme

Eine Band, die sich aus Mitgliedern von Atrocity formierte und eine Frontfrau, die bereits bei der nicht weniger bekannten Band „Theatre of Tragedy“ für die berauschenden stimmlichen Klänge sorgte, bilden dieses geschnürte musikalische Paket mit Namen „Leaves' Eyes“. Bereits mit ihrem zweiten Album „Vinland Saga“ von 2005, hielt die Band Einzug in die deutschen Albumcharts und weitere Platzierungen sollten folgen.

Geboten wird dem Hörer symphonischer Gothic Metal, der mit jeder weiteren Veröffentlichung der Band ein wenig weiter ausgefeilt und perfektioniert wurde. So gelang der Formation stets eine musikalische Weiterentwickelung und ein Standard an Qualität wurde geschaffen, welcher durch seine kreativen Arrangements in der Musik begeistert.

Mit dem neuen Werk „Njord“ setzen Leaves' Eyes abermals neue Akzente, dafür sorgt zum einen das Lingua-Mortis-Orchester, dessen Leiter RAGE-Gitarrist Victor Smolski ist, zum anderen die vielen platzierten Chorgesänge, die für eine atmosphärische Untermalung im Liedergut sorgen. Doch neben diesen neuen Elementen bekommt man auch die Basis von Leaves' Eyes zu spüren, das was die Band eben über die Jahre ausgemacht und gepusht hat. Krönende Kompositionen von Gitarrist Matthias Röderer, die sich mit den tiefen Growls von Livs Ehemann Alexander Krull vereinen, um dann auf den zarten Gesang von Liv Kristine zu treffen.

Das Album „Njord“ widmet sich wieder ganz der Wikinger-Mythologie, ein mehr als mächtiger Sound, ebnet diesem Werk den Weg nach vorn. Bin ich nicht gerade der Freund von zu viel weiblichen operalen Gesang in der Musik, so empfinde ich es hier durchaus als angenehme Highlight Setzung. Auch der in acht verschiedenen Sprachen dargebotene lyrische Geschichtsfaden, der sich wie eine Landkarte durch Epochen um die 800 bis 1200 n. Chr. fädelt, begeistert mich zunehmend. Die Songs reihen sich Eposhaft aneinander und trumpfen mit Abwechselungsreichtum, sowie einer gewissen Vielschichtigkeit deutlich auf. Die Härte der Gitarren trifft auf harmonische Soundwolken, gerade Songs wie „My Destiny“,“ Take The Devil In Me“,“ Scarborough Fair” oder das anmutig klingende Stück „Irish Rain“ sollten nur als Appetizer dienen, den es findet sich kaum ein Song auf diesem Album welches nicht über ein eingängiges Potenzial verfügt, ein mehr als gelungenes Album wie ich finde. Leaves' Eyes liefern hier nicht nur einen würdigen Nachfolger ab, sondern ein episches Kunstwerk.