Korpiklaani: Voice Of Wilderness (2005) Book Cover Korpiklaani: Voice Of Wilderness (2005)
Paul-Eduard Rück
Napalm Records
24.01.2005
www.korpiklaani.com

Tracklist:

  1. Cottages & Saunas
  2. Journey man
  3. Fields in flames
  4. Pine woods
  5. Spirit of the forest
  6. Native land
  7. Hunting song
  8. Ryyppäjäiset
  9. Beer Beer
  10. Old tale
  11. Kädet siipinä

Als ich das erste mal in “Voice Of Wilderness” reinhörte war mein erster Gedanke: “Irische Variante von Finntroll???” Womit wohl auch gleich ein wenig die Musikrichtung nähergebracht wäre. Doch mein Gedanke sollte sich im Nachhinein als falsch herausstellen. Erstens kommen Korpiklaani nicht aus Irland, sondern aus Finnland und zweitens liegt ein Vergleich zu Finntroll zwar nahe, aber bei näherem Betrachten nicht wirklich nötig.
Korpiklaani spielen super stimmungsvollen Folkmetal, wobei sie (stiltypisch) folkloristische Instrumente verwenden, die sie mit Metalriffs paaren. Im Gegensatz zu Genregrößen wie die bereits angesprochenen Finntroll oder Moonsorrow greifen Korpiklaani jedoch verstärkt auf Violinen und Flöten zurück, wodurch sich mein einleitender Gedanke erklären lässt - dadurch klingt die Band nämlich irgendwie “irisch”. Hinzu kommt dass hier fast komplett auf englisch gesungen wird, wobei ich “gesungen” wörtlich meine, da im Großen und Ganzen ein relativ klarer männlicher Gesang vorherrscht und extreme Death- oder Thrashgrowlings nur geringfügig bzw. in Maßen vorkommen - was jedoch nicht bedeutet, dass die Songs nicht genug Härte besitzen würden 😉

“Typisch skandinavisch” sind der fröhlich wirkende und zum wild umhertanzen anmutende Polka-Rhythmus und die Texte, die von finnischer Natur und Kultur erzählen (letzteres mehr oder weniger ;-P).

Die Songs sind fast allesamt richtige Ohrwürmer: Gleich der Opener “Cottages & Saunas” sorgt für ungeheuerliche Stimmung und lässt den Zuhörer selbst in dem bequemsten Sessel hin und her wackeln. Dass die Musik jedoch nicht dafür gemacht ist sie sich in einem Sessel anzuhören stellt spätestens der zweite Track “Journey Man” klar: Dieser wohl schnellste Song des Albums sollte den grimmigsten Partymuffel dazu bringen sich Schenkel klopfend ins Bang- und Tanzgetümmel zu stürzen! Das gilt ebenso für Songs wie “Hunting Song” oder “Beer Beer”!!! Lediglich ein paar dezentere Songs gibt’s hier zu finden, aber auch die sind in der Hinsicht nur relativ anzusehen, da sie nicht minder zum Feiern einladen... Ach was red ich hier eigentlich? Das ganze Album ist ein totales Feier-Album!!! Zudem bietet es (auch wenn Korpiklaani eine finnische Band ist) die absolut perfekte Soundkulisse für einen Irish Pub!!!

Beide Daumen hoch für diese CD, die zeigt, dass man aus skandinavischem Folkmetal noch einiges mehr herausholen kann als man bisher dachte!