Mono Inc.: Voices of Doom (2009) Book Cover Mono Inc.: Voices of Doom (2009)
Andre Stasius
Nocut
25.09.2009
www.mono-inc.com

Tracklist:

  1. Voices Of Doom
  2. Gothic Queen
  3. Pain
  4. If I Fail
  5. Forgiven
  6. Flatline
  7. Rest In Grace
  8. Trail Of Thorns
  9. My Dear Recipe
  10. Torture Me
  11. Time To Go

Es müssen schon viele Faktoren aufeinandertreffen, damit Musik begeistern kann. Das beste Beispiel liefert die Hamburger Formation Mono Inc., die sich bereits mit Alben wie „Temple Of The Torn“ oder dem letzten Werk „Pain, Love & Poetry“ einen festen Platz im düster Rock Genre sicherten. Dabei entwickelte die Band sich stätig weiter, um so großartige Songs wie z. B. „In My Heart“,“ Just Because I Love You“,“ This Is The Day“ oder auch „Get Some Sleep“ zu kreieren, doch soll dies nur ein kleiner Auszug aus dem Schaffensprozess der Musiker sein. Die Musik von Mono Inc. präsentiert sich nicht nur im Hitverdächtigen musikalischen Gewand, sondern berührt einen zudem auch Emotional. Dafür sorgen die teilweise melancholisch wirkenden Lyrics, die von Sänger Martin Engler ausdrucksstark vorgetragen werden. Obwohl hier in englischer Sprache gesunden wird, fällt es einem nicht schwer, den Texten zu folgen und sie auf sich wirken zu lassen.

Das neue Werk „Voices of Doom“, welches hier vor mir liegt, besticht durch ein düster gehaltenes Cover-Artwork, auf dem der Sänger augenscheinlich eine große Last zu tragen hat. Vermutet man weiter, so könnte man dies auf die allgemeine Situation der Gesellschaft zurückführen, in der derzeit alle eine große und schwere Last zu tragen haben, auf zwischenmenschlicher Ebene. Meine Neugierde setzt sich durch, und ich spiele das neue Album an, und da ist sie wieder, die berühmte Gänsehaut. Schon der Titeltrack, der hier direkt an den Anfang des Werkes gesetzt wurde, reißt einen sofort mit. Große Melodien, ein Refrain, der sich ins Gehör schwingt, zudem noch ein kraftvoller rockiger Sound, verleihen dieser Nummer eine starke charakteristische Note. Da wundert es auch nicht, das gerade dieses Stück als erste Singleauskoppelung gewählt wurde. Doch so groß meine Begeisterung auch für das erste Stück ist, das was nun als zweiter Track folgt, ist für mich ganz klar die Gothic-Rock-Hymne des Jahres, denn „Gothic Queen“ kann man sich einfach nicht entziehen, man durchlebt diesen Track einfach nur. Fest brennen sich die Melodien und der Refrain ins Gedächtnis ein, einfach nur großartig.

Auch die nachfolgenden Stücke nehmen an hitverdächtiger Substanz kaum ab, wie ein roter Faden der sich durch das Werk schlängelt. Klangvolle, aber auch düster wirkende Synth-Flächen verleihen dem Album den ganz besonderen Schliff und deutlich hört man das Mono Inc. ordentlich gesiebt haben, um eine perfekte Mischung präsentieren zu können. Voices of Doom bietet eine große Palette an Abwechselung und hält für jeden Geschmack etwas bereit. Tief versunken in meinem Sessel lasse ich das balladenhafte Stück „If I Fail“ auf mich wirken, bei dem der Wechselgesang für eine angenehme ruhige Atmosphäre sorgt, die weibliche Stimme die sich hier zart und anmutig an die traurigen Klänge anschmiegt, bildet eine solide Einheit mit Martin Englers Gesang. Ein Stück, das einen zum Nachdenken anregt und für einen weiten Blick sorgt. Zudem erinnern einige Songs an die alten Sisters of Mercy Scheiben wie z. B. der Track „Forgiven“. Mit „Rest In Grace” bekommt man wieder eine emotionale Infusion verabreicht, der Mitsumm-Faktor ist auch hier sehr groß. Und noch eine großartige Ballade entfaltet sich mit „Trail Of Thorns“ eher es mit „My Dear Recipe“ und „Torture Me“ wieder deutlich rockiger wird.

Ich bin von diesem Album begeistert, nicht nur das Mono Inc. ihre musikalische Präsenz beibehalten haben, nein ich würde sogar sagen, dass sie nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Es gibt kaum einen Song auf dem neuen Werk, der nicht über das gewisse Etwas verfügt. Eingängige Melodien, schneidend rockige Gitarren und eine Stimme, die für die emotionale Ausdrucksstärke dieser Scheibe sorgt, eben 100% Mono Rock!. Bei so einer Vielfalt an starken Nummern sollte man sich „Voices of Doom“ auf jeden Fall als komplette Einheit anhören.