Letzte Instanz: großes Jahresabschlusskonzert mit Freunden in Hannover

Foto: Torsten Volkmer

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Nach der Letzten Instanz kommt nichts mehr, so hat das Septett mit Gründungsort Dresden stets die Wahl seines Namens begründet. Diese verschmitzte Aussage ist – wie nahezu alles, was „die glorreichen Sieben" betrifft – mit Augenzwinkern verbunden. Das gilt auch für folgendes Statement: „Wir sind eine schwarze Rockband und spielen Goth'n'Roll." Der Satz stammt von Gitarrist und Gründungsmitglied Holly d., in Anspielung auf die Verwurzelung der Band in der Gothic-Szene, für die schwarz bekanntlich weit mehr als nur Kleiderfarbe ist. Im Zuge ihrer 14-jährigen Karriere hat die Band freilich eine kunterbunte Reihe musikalischer Stile zelebriert, um sich jetzt mehr und mehr dem Rock im Wave-Gothic-Stil zu verschreiben.

Das gilt besonders für das aktuelle Album „Heilig", zweiter Teil einer Trilogie, die 2009 mit „Schuldig" begann. Nach dem Rock-Choral „Sanctus" als Intro beginnt das Album mit „Unsterblich", federnde Trommeln treffen auf zarte Geigen, zu denen Sänger Holly Loose seinen Wunsch nach ewigem Leben offenbart. „Neue Helden" reitet auf einem schweren Beat herein, zügelt sich für den streicher-getragenen Mittelteil, um dann zum temperamentvollen Finish hinaus zu galoppieren. „Schau in mein Gesicht", zugleich die erste Single, ist eine romantische Rockhymne mit einem mitreißend schwelgenden Chorus und fliegenden Synthi-Akkorden. Drei Song-Beispiele einer Band, die ihr musikalisches Zuhause gefunden hat.

Während die Musik der beiden Trilogie-Teile sich ziemlich ähnelt, ist „Heilig" inhaltlich das Gegenstück zu „Schuldig", wie Vokalist Holly sagt, der auch die Song-Lyrik schreibt. „Jeder Liedtext befasst sich in irgendeiner Form mit der Thematik heilig," erklärt er. Auf seine ganz eigene Art verarbeitet der kahlköpfige Frontmann tief reichende Motive wie Rettung, Versuchung, Verführung, Spiritualität, Religion und Tod. Auffällig ist, dass beinah alle Lieder aus der Ich-Perspektive geschrieben sind. Dazu Holly: „Für mich als Schreiber sind viele Texte eine Art Ventil, um mir über mich selbst klar zu werden. Mit der Ich-Perspektive vermeide ich, den Zeigefinger zu erheben. Ich will nicht missionieren, sondern Geschichten erzählen."

In den letzten Jahren hat die reiselustige Mannschaft ihren musikalischen Kurs gefunden. Zu Beginn ihrer Karriere war die Instanz musikalisch keineswegs festgelegt. Zur Zeit ihres Debüts „Brachialromantik" (1997) und Nachfolger „Das Spiel" (1999) herrschte eine atemberaubende Stilvielfalt, die von Death Metal über Mittelalter, Tango, Rock bis zum Dreißiger-Jahre-Schlager reichte. Mit „Kalter Glanz" (2001) wurde der Wildwuchs beschnitten, die Band konzentrierte sich auf Rock, Gothic und Hardcore. „Götter auf Abruf" (2003) zelebrierte Metal in Moll; für das introvertierte „Ins Licht" stieg Holly Loose als neuer Sänger ein; gefolgt vom lebensfrohen „Wir sind Gold" (2007). Im selben Jahr erschien auch das filigrane Akustik-Album „Das weiße Lied". Mit „Schuldig" (2009) und dem brandneuen „Heilig" verfeinert die Band jetzt ihren melodisch-dynamischen Goth Rock.

Ein variantenreiches Klanggebräu aus harten Gitarren-Riffs und aufbrausend verspieltem Mittelalterfolk – garniert mit humorvollen Texten und Showeinlagen auf der Bühne – sind das einzigartige Konzept von FEUERSCHWANZ. Handwerklich gekonnt reflektieren sie musikalisch, was die heutige Menschheit so ausmacht: ein Gesellschaftstrend, der romantisch in Richtung gute alte Zeiten schielt, Mittelalterveranstaltungen und mittelalterlich inspirierte Musik, die zu angesagten Massenereignissen gewachsen sind und der Wunsch, gekonnt-gewitzt zum Lachen gebracht zu werden. Mit dem Charme unheilbar lebenssüchtiger Spielleute treffen die fränkischen Komödiantenseelen dabei mitten ins Herz. Auch mit ihrem dritten Studioalbum „Metvernichter" beäugen sie die Welt mit humorvollem Auge und folgen ihrer Bestimmung, das Mittelalter verstärkt mit Dudelsack und elektrischer Laute in honigfarbenem Spaß zu ertränken!

Mit DAS PACK aus der schönen Hansestadt Hamburg hat man es mit zwei äußerst smarten Herren zu tun, die geschmeidig Pöter kicken und trotz humoristischer, bizarrer Texte und balladesker Ausflüge eindeutig zu rocken verstehen. Ein Profilneurotikerduo erster Güte, stehen sie beide als Frontmänner vor dem erstaunten Publikum und verwandeln auch Musikerpolizisten mit Abschussvergütung binnen kürzester Zeit in moshende Masse. Schlagzeug und siebensaitige E-Gitarren lassen keine Wünsche übrig, der Klangteppich stimmt, die Texte flowen kühl und souverän wie die Elbe bei Brise und die Meute singt mit. Da ist viel Bewegung drin und vorne stehen Pensen (auch bei den Monsters of Liedermaching) und Flozze und füttern den Raum mit feinstem Liedgut. Ob es dabei um dystopische Endzeitvisionen oder zwangsneurotische Phallushymnen geht, den Waschzwang als subkulturellen Trend oder Schlächtergesänge der metallischen Rockzunft – Fakt bleibt, dass DAS PACK ein eigenes Universum baut und beherrscht. Wir glauben, der definitiv beste Beginn für einen mehr als unterhaltsamen Konzertabend.

:: Auf HEILIGer-Tour 2010 ::

  • 26.12.10 Bremen – Pier 2 @ Eisheilige Nacht
  • 27.12.10 Bielefeld – Ringlokschuppen @ Eisheilige Nacht
  • 28.12.10 Leipzig – Werk II
  • 29.12.10 Köln – Live Music Hall
  • 30.12.10 Hannover – Capitol – Großes Jahresabschlusskonzert!
    Einlass: 19:00 Uhr; Beginn: 20:00 Uhr; Vorverkauf: 22 € zzgl. aller Gebühren; Abendkasse: 28 €

 :: Auf HEILIGer-Tour 2011 ::

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    Foto: Torsten Volkmer

    Foto: Torsten Volkmer

    04.02.11 Jena – F-Haus

  •  05.02.11 Potsdam – Waschhaus Arena
  •  06.02.11 Augsburg – Kantine
  •  07.02.11 Stuttgart – LKA Longhorn
  •  08.02.11 Mainz – Kuz
  •  09.02.11 CH-Zürich – X-tra
  •  10.02.11 Freiburg – Jazzhaus
  •  11.02.11 Krefeld – Kulturfabrik
  •  12.02.11 Kiel – Pumpe
  •  15.02.11 Rostock – Mau
  •  16.02.11 Leer – Zollhaus
  •  17.02.11 Überraschungskonzert !!!
  •  18.02.11 Lindau – Club Vaudeville
  •  19.02.11 Görlitz – Kulturbrauerei
  •  10.03.11 A-Kufstein – Kulturfabrik
  •  11.03.11 A-Linz – Posthof
  •  12.03.11 A-Groß Gerungs/Waldviertel – Veranstaltungshalle Wiesensfeld
  •  13.03.11 A-Graz – Orpheum

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