Interview: Mother Tongue – The vague promise of,… (12.07.2016, Hamburg)

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

bs! haben sich zum Interview mit Christian Leibfried, Bryan Tulao & Davo Gould zum Start der „In The Blood“ Tour am 12.07.2016 im Knust Hamburg getroffen. [english below]

bs! Hey Jungs, viele Interviews, die ich gelesen habe, konzentrieren sich auf die Vergangenheit, Eure Trennung, Eure Reunion etc., doch be subjective! interessiert sich nicht für das was war. Wir wollen uns heute auf die Gegenwart und das konzentrieren, was die Zukunft bringt.

Bryan: Das zu hören ist großartig. (Chris lacht und nickt zustimmend. Davo kommt später dazu)

bs! Was also treibt Euch an, was motiviert Euch, immer wieder von neuem auf Tour zu gehen und Musik zu machen?

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Chris: Nun ich denke, wann immer wir die Möglichkeit haben, als Band zusammenzuspielen, genießen wir diese Erfahrung. Wann immer wir – zumindest geht es mir so – wenn ich die Chance habe, mit diesen Jungs zu spielen, ist das wie ein befreiendes wundervolles Erlebnis. Also tun wir das, wann immer wir die Möglichkeit dazu haben. Unsere Leben sind komplexe Umlaufbahnen, und – überschneiden sie sich – dann kommen wir nach Deutschland und spielen ein paar Shows. Und – was wir immer gesagt haben – die Leute hier, unsere Fans hier, sind fast wie ein Teil der Band. Es ist als käme die Band wieder zusammen. Und wir alle lieben es Gigs zu spielen. Es ist erfüllend, denke ich. Es ist..

in jeder Hinsicht ein Geschenk .

Bryan: Wann immer wir getourt sind, das betrifft wahrscheinlich die letzten zehn Jahre, war das komplett spontan und dieses Mal war es wohl spontaner denn je. Es war wie – ehrlich gesagt ist es so, dass ich periodisch Emails von PromoterInnen oder so erhalte, in denen es heißt „Wir würden Euch gern auftreten sehen“ „Könnt Ihr kommen und dieses Festival spielen“ und ehrlich gesagt ist es oftmals so – vielleicht ist das echt mies meinerseits – dass ich die Anstrengung, die Email/s an jeden in der Band weiterzuleiten, gar nicht auf mich genommen habe, weil ich wusste, dass einige in der Band das wegen ihrer Arbeit, aus familiären Gründen oder weil gerade was los war, gar nicht tun können oder könnten. Also gab es keinen Grund, es überhaupt zu versuchen. Doch dieses Mal bekam ich eine Reihe an Festivaleinladungen und obwohl ich dachte, wir sind da raus und können das nicht tun, habe ich die Mails weitergeleitet und überraschenderweise hat jeder zurückgeschrieben „Das klingt toll, lasst uns das tun.“ „Oh shit, OK.“

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Das passierte sehr überraschend und spontan und buchstäblich innerhalb von ein paar Wochen kamen wir von der Frage „Machen wir das?“ zu „Yeah, wir machen das. Lasst uns zusehen, dass wir noch ein paar Shows dazubekommen.“ Also investierten wir etwas Arbeit, das heißt wir haben einen Booker kontaktiert, der ein paar Anfragen stellte und uns bestätigte: „Wenn Ihr wollt, Jungs, könnt Ihr definitiv auf Tour gehen.“ „Oh ok.“ Also passierte das nicht über Nacht, kam aber innerhalb von ein paar Nächten zustande. Aber so ist es eben eine Weile gewesen.

Wir sind Freunde.

Weißt du: Das Leben von jedem spielt sich – nicht nur – in der Band ab. Wir sind so beschäftigt. Und gibt es eine Möglichkeit, Musik zu machen, sind wir definitiv dabei und machen das möglich. Es ist nicht so, dass – Du hast zuvor gesagt, dass viele sich auf die Vergangenheit konzentrieren – Für mich fühlt es sich so an, dass – wann immer ich in letzter Zeit immer gefragt wurde „Warum spielt ihr nicht?“ – versucht wurde ein Drama à la „hrrr die Jungs sind sich nicht grün“ heraufzubeschwören. Tatsächlich ist es so, dass ich David ständig sehe, Christian ziemlich viel, ich sehe Sash, wir sind Freunde. Wir sehen einander oft. Zusammenzukommen, Musik zu spielen und definitiv zu touren, das ist schwierig zu realisieren. Das war wohl eine sehr lange Antwort auf deine Frage.

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

bs! Das ist absolut in Ordnung und schlägt eine tolle Brücke zur nächsten Frage. Chris, du betreibst einige Bars und jeder von Euch hat andere Jobs, richtig?

Bryan: Ich mache Haare. Ich arbeite in einem Salon. Sash arbeitet für die Licht- und Kamera-Crew, er filmt. David schreibt an Produktionen für Fernsehshows. Also ist er der – man kann nicht sagen er ist am beschäftigsten, jeder (von uns) ist im Leben sehr beschäftigt, aber sein Job spannt ihn sehr ein, genauso wie Christians. Christian hat ein paar Bars, ist die ganze Zeit ebenso schwer beschäftigt.

Chris: Sicher. Wir sind alle an die Arbeit gebunden. Aber wenn sich die Möglichkeit ergibt, dass wir ausbrechen können, – was selten passiert, aber wenn das passiert, dann beeindruckt mich das. 

bs! Denkt Ihr, dass es gut ist, dass jeder von Euch noch andere Jobs hat? Weil es unabhängig macht oder eine Inspirationsquelle ist?

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Bryan: Ich meine, also meine Haltung dazu ist: Könnte ich ausschließlich Musik spielen und gut davon leben, würde ich das tun. Aus tiefstem Innern. Aber Musik zahlt nicht immer deine Rechnungen. Und sie zahlt dir definitiv nicht regelmäßig/konstant die Rechnungen. Was Mother Tongue betrifft, ich meine, wir gehen auf Tour, wir sind ganz gut dabei. Aber es ist so, dass du an Plattenverkäufen nichts verdienst. Es geht ohnehin nicht nur um Platten. Ehrlichgesagt kommen wir auf Tour und spielen Shows, weil wir es lieben zusammen Musik zu spielen, aber ich denke, das ist gut. Wie soll ich das ausdrücken… Einen Job neben der Musik zu haben, gibt dir auf jeden Fall ein bisschen mehr Sicherheit im Leben. Aber wenn ich nur Musik machen und touren könnte, würde ich das sofort tun, aber unglücklicherweise ist das nicht die Realität. Du weißt, das Geld einer Tour geht sehr schnell aus, das wird nicht meine Rechnungen für die nächsten… zahlen.

Chris: Irgendwo ein Einkommen zu haben, ist… ich meine:

Mein Job ernährt mich, doch Musik zu machen nährt meine Seele.. Ich wünschte ich könnte das kombinieren, aber es ist schwer das zu realisieren.

Bryan: Genau das ist das Ding! Musik zu machen, macht das Leben erträglich. Manchmal wenn Jobs und solcher Kram das einzige sind, erhält dich Musik am Leben. Es ist das wofür du hauptsächlich lebst, zumindest für mich.

Davo stößt zum Interview hinzu und fragt, ob es für uns ok sei, dass sein Sohn das Interview für eine kleine Dokumentation über die Tour filmen darf. Isabelle stimmt zu.

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Bryan: Vielleicht kannst du in diese Frage einsteigen, die tatsächlich eine sehr gute Frage ist.

bs! Ich habe die Jungs grad gefragt, ob es eher eine gute oder schlechte Sache ist, noch ein zweites Leben, einen anderen Job neben der Musik zu haben.

Davo: Nun, gegenwärtig – gerade jetzt – denke ich, dass das für mich eine gute Sache ist, da ich Musik so vollkommen unbelastet von jedem Druck Drumherum machen kann. Also muss ich mich nicht um den Stress kümmern, den das Leben mit sich bringt, wenn ich Musik mache. Es erlaubt uns Musik aus reinstem…. zu spielen.

Alle MusikerInnen, mit denen wir gespielt haben, gehen mit dieser Intention an die Sache heran. Aber ich denke, wenn all die anderen Dinge deine Musik beeinflussen, trübt es sie oder hat einen starken Einfluss auf das, was du musikalisch oder kreativ tust.

bs! Ist der Job auch eine Quelle der Inspiration?

Davo: Ich denke mein letzer Job brachte mich in einiger Hinsicht zurück zur Musik, da ich an einer musikbasierten Fernsehserie schrieb. Und in Nashville zu sein, einer Stadt, die selbst so musikalisch ist, das erinnerte mich oft an Austin, wo sich Mother Tongue gegründet haben. Es gab hier nicht nur Country Musik. Es ist eine Stadt geworden, in die Jack White oder die Black Keys gezogen sind, also gab es hier eine große Lebendigkeit und ich war die ganze Zeit von MusikerInnen umgeben und das gab mir einen Ruck, mehr Musik zu machen. Also war das positiv.

bs! Wie sind Mother Tongue im Studio? Gibt es einen routinierten Prozess oder kreatives Chaos? Hat sich das über die Jahre verändert oder entwickelt?

Davo: Wir haben soooo lange keine Platte mehr aufgenommen. Wir würden es wirklich begrüßen, eine weitere Platte zu machen und beabsichtigen das auch, aber allein es fehlt die Zeit. Das Problem ist, die Zeit dafür zu finden, in ein Studio zu gehen und es zu tun. Ich denke, bei der nächste Aufnahme, die wir machen, wird das ein schnellerer Prozess sein, bei dem es darum geht zu dokumentieren und auf’s Band zu bringen, was wir haben. Auf der anderen Seite – denke ich – ist das was wir sind, eine Liveband.

Also wenn wir aufnehmen würden – wir haben unendlich viele Songs, die wir nie aufgenommen haben – und je mehr wir zusammenkommen und zu jammen beginnen – so läuft bei uns das Songwriting, also gibt es sicherlich eine Fülle an Material, das es hoffentlich auf eine Platte zu bringen gilt. Es ist nur … Es hängt alles davon ab, im Studio zusammenzukommen und es zu tun.

bs! Hat der Zustand der Welt Einfluss auf Eure Musik?

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Bryan: Absolut. Yeah. Ich meine für mich persönlich auf jeden Fall. Nur das Leben, die Dinge, die passieren, yeah. Ich denke nicht mal im lyrischen Sinne, ich denke Emotionen beeinflussen unsere Musik, aber das ist sicherlich mein Ding. Was mich betrifft, hat das einen Einfluss. Ich weiß nicht wie das bei Euch ist, Jungs.

Chris: Ich denke, es ist unmöglich, dich selbst nicht in die Kunst einzubringen. Musik, alles was du im Leben durchmachst wird sich in der Art widerspiegeln wie du dich kreativ ausdrückst und sicherlich, die Welt ist ein verrückter Ort, nicht wahr. Und was immer wir tun, die Vernichtung der Periode, in der wir uns aktuell befinden, ist sicherlich enorm.

„…es ist unmöglich, dich selbst nicht in die Kunst einzubringen“

Davo: Yeah, wir haben gerade eben im Soundcheck „Burn baby“ gespielt und dieser Song, wurde über die späten Sechziger in Amerika geschrieben, aber hat aktuell so viel Relevanz.

Ich habe an die Schießerei, den Polizistenmord in Dallas, letzte Woche gedacht und dadurch fühlt sich das wie ein Trip darauf an. Mother Tongue waren nie eine politische Band, aber eine gesellschaftskritische sicherlich. Wir haben immer über Dinge geschrieben, die in der Welt vor sich gehen. Was immer das auf einem globalen Level oder einem Los Angeles Level gewesen sein mag. Was mich in meinen Songs wirklich beeinflusst hat, waren Dinge, die auf den Straßen passieren, Dinge, die uns von einem sozialpolitischen Standpunkt aus beeinflussen. Nicht unbedingt auf dem Level, auf dem Rage Against The Machine das betreiben, aber wir sind immer eine gesellschaftlich verbundene Band gewesen.

Es ist so, dass, spielen wir jetzt Mother Tongue Musik, fühlt es sich an, als scheinen darin Dinge auf, die in der Welt, in Amerika und überall gerade passieren.

Bryan: Ja, ich nehme daran auch teil, wenn wir zusammenkommen. Wir hatten kaum Zeit für diese Tour so viel zu proben, ich meine immer nur in Teilen, und wir haben darüber gesprochen auf Tour zu gehen und eine frisches Gefühl für diese Songs zu entwickeln, die Zwanzig irgendwas Jahre alt sind.

Aber es ist interessant, dass … als wir diese Songs gespielt haben – und allein das ist interessant – dass gerade die ältesten Songs bei mir etwas ausgelöst haben wie „Oh der Text dieses Songs“ Es ist ein ziemlicher Wow-Effekt, dass sie ausgerechnet jetzt zurückkommen. Es erschreckt dich wie eine fruchtbare Tragödie. Für mich persönlich ist das enorm cool, denn es ist frisch und neu für mich. Das ist auf seine Weise cool. Vielleicht hört man die Songs unterschiedlich, anstatt sie nur … Ich würde nicht sagen, dass du neue Emotionen durchlebst, indem du die Songs spielst, aber dass eine neue Art von Gefühl hinzukommt. Gerade bei den ältesten Songs, die wir gerade spielten.

Mother Tongue waren nie eine politische Band, aber eine gesellschaftskritische sicherlich.

Chris: Es ist verrückt, dass ich genau dasselbe Erlebnis hatte. Die Relevanz der Themen ist gerade sehr aktuell.

bs! Was ist denn mit dem Live-Erleben. Ihr geltet als eine der besten Livebands. Wie ist es, zurück auf der Bühne zu sein?

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Davo: Nun, das führt zu deiner Ausgangsfrage zurück, darüber, dass das keiner unserer Jobs ist. Es ist eine coole befreiende Erfahrung. Wir sind nie in einem eine Zustand von „ok wir gehen da hoch und reißen das runter“. Wir sind wirklich, weißt du, es ist sehr lebendig für uns. Und ich denke wir haben alle einen musikalischen Hintergrund durch den wir von Bands beeinflusst sind, die jede Show im Sinne von „Heute Nacht gilt „do or die“ spielten, und außerdem: „Wir müssen’s bringen“.

Do or die

Also sind wir sehr bestrebt, eine Show abzuliefern. Ich denke wir sind alle etwas darauf erpicht, dem Gedanken Raum zu geben, das dabei eine Art von Verbindung entsteht und jede Nacht neue Dinge in der Musik zu finden sind. Also hoffentlich, nun das ist jedenfalls unser Ansinnen, weißt du. Und weil es jede Nacht neu ist, wird es nie langweilig. Oder manchmal, fühlst du dich wie „oh man, hat das gebrüllt“ oder „Ich hatte keinen Einfluss“, aber das variiert und wenn die Musik lebendig ist, ist es alles jede Nacht anders. Hoffentlich. Ich hoffe, du wirst einen Eindruck davon bekommen und hoffentlich finden wir eine Verbindung zu dir und dem Publikum ebenso. Auch bist du als Musiker natürlich ein bisschen unsicher, im Sinne von „Dude das ist unsere erste Show in Deutschland seit sechs Jahren.“ Also wollen wir dich nicht enttäuschen.

Wir wollen gut sein und eine Verbindung herstellen.

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Bryan: Ich denke auch, ich kann nicht für alle sprechen, ich denke, der Fakt, dass wir nicht gespielt haben, dass wir zwischendurch diese langen Perioden des Nicht-Spielens hatten, dann ist es, wenn wir dann spielen dieses „Awww“, es ist fast wie, – nicht, dass es neu wäre –, aber sogar beim Soundcheck heute Abend ist da eine Art von Nervosität und eine Art von Sorge, die von dir abfällt, wenn du spielst. Das klingt als mache mich das Spielen nervös, ich glaube niemand ist nervös wegen des Spielens (Chris: Ich schon. Alle lachen). Du willst sicher sein, du willst großartig klingen, du willst eine Verbindung zu den Menschen haben, wie ich schon sagte, wie David das auch beschriebne hat. Aber ich denke, gerade weil wir nicht so oft auftreten, gibt dies dem Ganzen eine andere Art von Energie, und damit – wir wissen schließlich nicht, wann wir zurückkommen, ich meine, es könnte wieder Jahre dauern oder so. Ich weiß nicht, was passieren wird – Somit ist es jede Nacht als könne es das letzte Mal für lange Zeit sein, also lasst uns daraus etwas Besonderes machen. Nicht, dass das ein Konzept wäre, es zu etwas Besonderem zu machen, das passiert automatisch. So ist es, so fühlt es sich für mich an.

Es ist jede Nacht als könne es das letzte Mal für lange Zeit sein..

Chris: Genau. Ich stimme dem zu. Es liegt nahe, ist aber nicht vertraut, schließlich ist es eine Weile her. Und ich finde es wirklich aufregend in der Musik, wenn Bands auf dieser Klippe balancieren und du nicht weißt, was passieren wird. Das macht Musik wirklich lebendig, offenbart etwas, das so – gut geprobt und perfekt gemacht – klar, aber du gehst ja nicht auf eine Live-Show, um eine perfekte Wiedergabe einer Aufnahme oder eines Songs zu hören. Es ist wie Blues oder so. Es gibt diese Präsenz in der Musik.

bs! Habt Ihr einen Lieblingssong?

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Davo: Wir haben so viele Songs. Manchmal vergesse ich sie sogar im Kontext von Probe, Soundcheck oder Set. In der Art „oh das ist der Song.“ Die frühen Songs, ich mag den Song, mit dem wir eröffnen, wenn dieser eher improvisiert wirkt, weil das sehr natürlich ist, um an einem neuen Ort zu gehen.

Immer berührt mich der Song „Caspar“. Ich mag es, diesen Song zu spielen, weil es mir damit möglich ist, Menschen zu ehren, die mir etwas bedeutet haben und ich weiß, dass jeder solche Menschen in seinem Leben hat.

Ich versuche es wirklich und fühle mich verbunden. Dass Menschen im Publikum einen Song haben, der ihnen viel bedeutet oder dass sie etwas durchstehen oder sogar am selben Tag durchstanden haben. Jeder hat einen vollgepackten Tag, kommt zur Show am Abend vorbei, die Menschen gehen zur Arbeit, haben ihre Dinge erledigt, … und es gibt einige Songs, wenn ich die spiele und mit den Menschen verbunden bin im Publikum, oder versuche eine starke Verbindung zu einem Song herzustellen. Ich bin so glücklich Musik für Menschen zu spielen, die etwas in ihr finden. So verändert sich der Song für mich jede Nacht. In Begriffen wie „Welcher Song ist mein Lieblingssong“ oder „Welcher Song stellt eine Verbindung her“ zu denken ist schwer.

Jeder Song kann einen Moment affin machen.

bs! Wenn Ihr alles Geld und du alle Zeit der Welt hättet, was würdet Ihr gern mal realisieren? Was wäre ein Traumprojekt.

Bryan: Das ist eine große Frage. Es wäre unglaublich, nur Musik machen zu können. Ich weiß es nicht. Ich würde ausschließlich Dinge in Angriff nehmen, die ich vernachlässigt habe. Ich denke, wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich wahrscheinlich viel reisen. (Chris: yeah) Das würde ich wahrscheinlich am meisten tun. Und trotzdem Musik spielen und arbeiten und recorden. Ich würde gern reisen und viel von der Welt sehen, Orte in der Welt besuchen, an denen ich nie gewesen bin. Das werde ich zu meinem Projekt machen.

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Davo:  Ich würde die ganze Zeit Musik machen. Wenn ich alles Geld der Welt hätte, in einer Lotterie gewönne oder so was, würde ich Musik machen, denn Musik hat von allen Medien die intensivste Verbindung zu Menschen. Ich erinnere mich, wer mir das gesagt hat. Vor etwas zwanzig Jahren waren wir in New York City und hatten Kontakt mit dem Mann, der das Artwork der Ramones, das Ramones Symbol designed hat.[1] Er war ein Visual-Artist sprach über Rock’n’Roll und ich erinnere mich an dieses Gespräch, in dem er sagte

„Rock’n’Roll ist die unmittelbarste Kunst, die passiert.“ 1

Und je älter ich werde und je mehr Musik ich mache, desto mehr bekomme ich den Eindruck, dass ich das so erlebe. Also mache ich Musik. Und es gibt so viel, ich spiel die Musik von Mother Tongue, aber ich spiele auch andere Musik und versuche Wege zu finden, mit anderen KünstlerInnen zusammenzuwirken. Wenn du jedem Künstler und Musiker die Gelegenheit geben würdest, zu tun was sie wollen, würden sie ihr Zeug machen. Ich habe gehört, dass Paul Allan, einer der Gründer von Microsoft ist, eine See-Yacht hat. Und er hat all diese verrückten MusikerInnen wie die Stones und jüngere MusikerInnen, die kommen alle (dort) zusammen und jammen einfach. Und das wäre cool.

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

Bryan: Der Ehemann einer Freundin arbeitet für G. Allens Studios, es ist ein Schiff-Studio (Davo: The Octopus, so heißt es), das ist ziemlich surreal.

Davo: Mit Jack White und Kanye West jammen. 

bs! Die letzte Frage bezieht sich ein bisschen auf Eure Antworten. Was ist Euer Lieblings (live) Desaster, eine lustigste Geschichte, die ihr nie vergesst. Was ist Verrücktes on tour passiert?

„Ich brauche Eis“

Davo: (lachend) Nun ich denke an diesen Bus. Als Christian sich seinen Fuß gebrochen hat. Ich meine nicht, dass ich auf Christians Kosten lachen würde, aber als Christian sich seinen Fuß auf Tour gebrochen hat. Ich erinnere den Moment als ich nicht wusste, wo er im Publikum war – was wir sehr oft haben – aber als er auf die Bühne zurückkroch, das Mikro griff und plötzlich rief „Ich brauche Eis“… Ich erinnere mich nur daran, gelacht zu haben in diesem Moment, weil Christian das so trocken gesagt hat, was manchmal Humor intendiert.. Aber dann schwoll sein Fuß in diesem unmenschlichem Grad an und –wir hatten eine Freundin mit auf Tour – und ich erinnere mich, als im Bus, es gibt nicht so viele Sitzgelegenheiten wie diese, und sie schlägt gegen seinen gebrochenen Fuß. Ich habe nur diese visuelle Erinnerung an Christians Gesichtsausdruck. Das war’s. (lachend)

Es gibt eine Regel im Tourbus. Du kannst auf dem Klo pinkeln, aber alles andere kannst du nicht tun. Ich erinnere mich, dass jemand Nummer zwei wählte – was ein riesen „No Go“ ist. Ich erinnere mich, diese Person in Verdacht und beschuldigt gehabt zu haben. Das ist eine sehr starke Erinnerung.

Bryan: Du hast den Teil ausgelassen, in dem er abstritt es getan zu haben (Davo: jahrelang), fast zwanzig Jahre. Und dann, vor nicht langer Zeit, kürzlich erst, hat er schließlich gestanden.

Davo: Wem?
Bryan: Dir. Du hast mir erzählt, dass er das tat.
Davo: Daran erinnere ich mich gar nicht. Nein, das war nicht zwanzig Jahre später.
Bryan: Fünfzehn Jahre später hat er gestanden.
Davo: Fünfzehn Jahre später gab es ein Geständnis dieses Verbrechens.
Bryan: Ist das nicht ein tolles Highlight für eine Band? (lachend)

Davo: Willst du wissen, was ein wahres Highlight ist? Dass dir Menschen nach so vielen Jahren folgen. SO wie diese junge Frau, die der Band folgte und nun eine Doktorin ist. Sie ist Chirurgin. Und ich erinnere mich noch daran wie sie ein Teenager war – sie war eine Art Gothikgirl und machte Skulpturen aus meinen Saiten – und nun ist sie fähig mein Leben zu retten. Das ist wirklich unglaublich.

Bryan: Habt Ihr Jungs eine Schönheits-OP bekommen?
Davo: Was würdest du vorschlagen, sollte ich machen lassen?
Alle: Meine Augen.
Bryan: Vielleicht kann man operativ Falten hinzufügen.
Davo: Falten hinzufügen… Ich glaube nicht, dass sie eine plastische Chirurgin ist. Aber vielleicht jemand anderes im Publikum.

Bryan: Es fühlt sich an wie letzte Nacht. Wir machen das auf jeder Tour „Erinnert Ihr Euch.. …“ Wir machen das viel, glaube ich. Wir erzählen uns die Geschichten der Touren. Es gab so viele Geschichten der Band aus diesen mehr als 20 Jahren. Es gibt so viele Geschichten und nicht in der Art, dass wir eine gute Geschichte suchen, es ist eher wie eine Waschmaschine all dieser irrwitzigen Geschichten, die passiert sind.

Davo: Hast du irgendwelche Geschichten hinzuzufügen?
Chris: Ich bewundere Geschichtenerzähler, aber ich bin keiner. Ich wünschte sehr ich wäre einer. Ich glaube, die Jungs sind sehr gut.
Davo:  Ich glaube du bist ein guter Geschichtenerzähler.
Chris: Oh, danke Mann, aber mir fällt grad keine ein.
Davo: Ich glaube du lügst, nach deinem Lachen zu urteilen. (lachen)

bs! Gibt es noch etwas, dass ihr hinzufügen wollt?

Chris: Ich möchte nur allen danken, die uns abfeiern, was Ihr für Mother Tongue getan habt, für den Support den Ihr der Band gebt und für die Geduld mit uns. Es liegen ja ein paar Jahre zwischen den Touren, also ist der Umstand, dass die Leute kommen und uns die Gelegenheit geben, nach Deutschland zu kommen und diese Erlebnisse zu haben, diese Reisen zu machen,… das bedeutet uns viel. Wir würden das niemals bagatellisieren. Wir wissen wir glücklich wir sind, eine so loyale Fanbase hier zu haben, also wollen wir allen danken, dass wir zurückkommen dürfen und dafür, dass Ihr unsere Tour unterstützt.

bs! Genießt es. Wir tun das.

Davo: Vielen Dank. Wir sehen uns in der Show!

Galerie Mother TongueHamburg, 12.07.2016

—- english —-

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

bs! Hey Guys, it’s a pleasure to meet ya.

Most of the Interviews I read are concentrated on the past, on Mother Tongues breaking up an coming together and so forth, but we’re not interested in the past. So let’s focus on what’s now and what’s about the future!

Bryan: That’s a pleasure to hear. (Chris laughing and nodding in agreement.)

Bs! So, what’s your motivation to go on tour again and again?

Chris: Well, I think whenever we have an opportunity, we as a band, I think, really enjoy the experience of playing together. Everytime that we – at least for me – when I get the chance to play with these guys, it’s like a liberating wonderful experiance. And so, anytime we have the opportunity to do it, we do it. Our lifes are complicated orbits in a line and we can actually come to germany and play shows. And like we’re always said, that the german people, all our fans here, they are almost like part of the band, it’s like getting the band back together. And we all like play shows. It’s fullfilling, I think. (Bryan: yeah) Especially in every way it’s a present.

It’s fullfilling,…

Bryan: The vague promise of,… Everytime we came on tour the, probably the last ten years, it’s been completely spontaneous and this time was the even the most spontaneous. It was like – honestly it is so that I get Emails periodically from a promoter or someone like „We want you to come and play a show“ „Can You come and play a festival“ and honestly that’s been – maybe it’s terrible on my part – that ’s been many times were I didn’t made an efford to email to anyone in the band, because I knew that certain people in the band can’t do or couldn’t do it, because of work or family or something was going on. So it was no any reason to even efford it. But this time I got a couple of festival invatiations. I was like, I know we won’t be off to do it, but I send it anyway and then surprisingly everyone wrote back like „that sound’s good, let’s do it.“ Sound’s like „Oh shit, OK.“ So it happened very surprising and very spontaneously and literally it happened within like maybe a couple of weeks that everyone is „Are we gona do this? Yeah let’s doing. Let’s see if we can add some more shows“ and we just put the work like – you know – contacted a booking agent, who made some inquiries and he’s like „If you guys want to, you guys definitely can do a tour.“ „Oh ok.“ So it wasn’t over night, it was over a few nights, like this came together.

But I feel like that’s how it’s been for a while. You know it’s like: everyone’s life is in a band. We’re so busy. So, is there an opportunity to play music, we’re into it, make it happen. It’s not that – Like you saying it before ›everyonoe is just focussing on the past‹ – I feel like the questions we’ve been asking lately is like „Why you’re not playing“ what’s like they’re trying to drop some drama, like „hrrr you guys are not cool with each other“. Realize. I see David all the time, I see Christian quite a bit, I see Sash, it’s friends. We see each other a lot. It’s to get together to play music and definitely come on tour is difficult to make that happened.

it’s friends.

bs! That’s absolutely fine, cause it refers to the next question. You Chris running some bar’s and all of you have another job right?

Bryan: I’m doing hair. I work in a salon. Sash works fort he lighting- and camera-crew, doing filming. David writes some produces for a television show. So he’s the – not to say he’s the bussiest one, every one is very busy in life, but he’s very tight in his job, so as Christian. Christian has a few bars. Heay busy all the time.

Chris: Sure. We’re tied down at work everyone. You know, but when the opportunity is ariesed were we can get out – that does a rare, but when they do happen that impressed me.

bs! Do you think, it’s a special quality that all of you guys have another life? Cause you ‚re independent, maybe it’s inspiration too?

Bryan: I mean, my answer to that, if I could solely play music and make it a living and be well doing that I would do it. Core hardely. Music doesn’t always pay the bills. And you know it definitely does not pay the bills consistently. At least Mother Tongue, I mean we go on tour, we do ok, but now. From records you don’t make any money from that. It’s not all about records already. Honestly we come on tour we play shows, cause we love playing together, playing musik, but I think it’s good. How could I say it – Having a job outside of music definitely adds a little bit more securety in life. But if I could just play music and tour and do that only, I would do that in a heratbeat, but unfortunately it’s not realitiy. You know, the money’s runs out pretty quick from a tour, it can’t pay my bills, fort he next…

Chris: Having an income from somewhere I mean:

My job feeds me, but playing music feeds my soul. I wish I could combine them, but It’s difficult to do that.

Bryan: It’s the thing, playing music is a thing that makes live like tolerable. Sometimes – you know – like jobs and stuff, it’s the only thing, that takes you out of this. The thing you live for basically. At least for me.

David joins the interview and asks if it’s ok for me that his son is filming the Interview for a little documentary about the tour. I’m comfortable with it.

Bryan: Maybe you can jumping on this question, which is a very good question, actually.

bs! I was asking the guys if having a second life, another job is a good thing or a bad thing.

Davo: Well, I, in the presents – rigth now – I think it’s a good thing form me, because I can play music very unencumbered with any pressures around it. So I’m not, I don’t care the stress of needing to make a living for playing music. It allows us to play music purely from.. All musicans we’ve been playing truely play from that intention, but I think that when those other issues come into play it clouds or has a strong impact on what you do musicaly, creatively. You know.

bs! And do you get some inspiration from real life (job)?

Davo: I think my last job braught me back to music in some way, cause I was writing on a tv show that was music based. So to be in Nashville, the city itself is so musical, that reminded me a lot of Austin, where the band formed. You know it’s not just country music there. So it’s become like this city were like Jack White moved and the Black Keys, so there is like this huge vibrancy and I was around musicans all the time and that became to give me an hitch to play more music. So that was positive.

bs! What about recording sessions? How’s mother tongues recording process? Do you have a routine? A Creative Chaos? Has it changed/developed in a special way over the years?

Davo: We haven’t made a record in such a long periode of time. For us, we would really love to make another record and we’re intend to, but it’s time. The issue of finding that time to get into the studio and do that. I think the next recording we do, will be much faster process. We just wanna document it and get on tape, because alternately I think that what we are is a live band. And so, if the recordings – you know we have many many songs that we’ve never recorded – and that more when we get together we start jaming and that’s how we boys written songs, so there is certainely a lot of material to hopefully get down on record eventually. It’s just… It really comes down to „when can we all get into a studio together and do that.“

bs! Has the state of the world some infuence on your music?

Bryan: Absolutely. Yeah. I mean for me personally it does. Just life. Things that going on in life, yeah. I think not even lyrically, I think a motive like an emotion influences our music, but that’s for me. For me, it does. I don’t know how it is for you guys.

Chris: I think it’s impossible to not put yourself into it. Music. Anything you’re going through in life is going to be reflected in how you express yourself creatively and sure, I think the world is a crazy place right. And whatever we do and the brighting in this periode we probably have is some spicer than not.

IT’S IMPOSSIBLE TO NOT PUT YOURSELF INTO IT.

David: Yeah we just played „Burn baby“ rigth now at soundcheck and that song as we’re playing is, you know the song was written about like the late sixties in America, but it’s so relevant right now. I was thinking about the shooting of the policemen in Dallas last week and now’s a kind of trip on it. Mother Tongue has always been not a political band, but we’ve been a very social band. We’ve always written about things that are happening in the world. Whatever that has been on a global level or on a Los Angeles level, which really is influenced a lot of my songs. Was a kind of things that are happening on the streets, things that were happening from a social political standpoint. Not necessarily on a level like Rage Against The Machine, but we’ve always been a socially connected band. You know, so when we’re playing our Mother Tongue music right now I feel like it get’s really in tapped on what’s happening in the world, in America, everywhere right now. You know.

Bryan:  Yes it’s attending like me, when we got together. We’ve only really been able to rehearsal not a lot fort his tour. I mean in segments and we talked about come on this tour and have a fresh feeling about these songs that have been around for twenty something years, you know. But it’s interesting, that when we played theses songs – and it’s interesting enought – the oldest songs are the once that I’ve really been like „oh the lyrics of these songs“ It’s pretty wow that they really resingnate now. What’s gonna mufraid like all prolific tragedy. It’s just, it’s cool form me, because it’s new and fresh for me, personly. Hearing like there is like „Oh“ Like that’s definitely right now, you know what’s going on right now in the world. It’s been a kind of cool. It’s maybe hear the songs differently instead of just… Not say like you go throgh emotions by playing a song, but it’s been add a little more of a new kind of a feeling to the songs. Especially the oldest songs we even playing.

Chris:  It’s strange that I totally have had the same experiance. Just a relevancy of … some of the themes are very present.

bs! What’s about playing live. You’re known as one of the best live bands. How is it to be back on stage?

Davo: Well, that leads back to your original question, about this isn’t any of our jobs. You know that’s a cool thing, liberating thing, like we’re not in this psycho of „ok we’re go up there and do this“. We really, you know, it’s really alive for us. And I think that we all come from a musical backgroungd were we’ re so influenced by bands that played with the whole media scene and played with the sense of tonight is like „do or die“ every show, at least to „we need to bring it“. So we intend to do that, you know, we’re leading into a show, I think we’re all kind of getting into the headspace of…you know, that’s connecting and find new things in the music every night. So hopefully, well that’s our intention, you know. And because it’s different every night it’s not always gonna lame in the same way. Or, you know, sometimes you feel like „oh man, didn ’t that blare“ or „I didn’t have the impact.“ But that’s all different and if the music is alive, it’s all gonna be different every night. Hopefully. I appreciate you getting an experiance from and hopefully we can connect with you and the audiance tonight in that same way. You also get insecure a little bit, you’ re like „Dude it’s our first show in germany since six years.“ So we won’t dissapoint you.

We want to play well and we wanna connect, you know.

Bryan: I think also, I can’t spreak for anybody else, I think, the fact that we don’t play, we have these long periodes of not playing for years inbetween, then when we do play, it’s like „Awww“, It’s almost – not that it’s new –, but it’s although that – not playing together for a long time and not – even tonight, soundcheck tonight, it’s like this nervousness and a kind of anxiousness, that comes out when you play. Sound’s like I am nervous to play, I think no one is nervous to play (Chris: „I am.“ Everybody is laughing). You wanna be at a certain, you want sound great, you wanna connect with people, just I say, like David was saying. But I think because we don’t play that often too, it adds another energy to it, and with that – we dont’t know when we gonna come back again. I mean it could be years again or, I don’t know what’s gonna happen – So it’s almost like every night is almost like this could be the last time for a long time, so let’s make it a special thing. Not, It’s not even concept „let’s make it a special thing“, it’s just, it’s added automatically. That’s how it is, how it feels for me.

it’s almost like every night is almost like this could be the last time for a long time, so let’s make it a special thing.

Chris: True. I agree with that. Add a sense of a media scene in the music, because it’s near, but it’s not so familiar, because it has been a while. And I find it’s really exiting in music when bands are on the edge of you don’t know what’s gonna happen. It makes the music really alive, reveal then something that’s so – well rehearse and perfectly done – it’s almost,.. It’s not,… You don’t wanna got to a live show, ride on and just hear a perfect rendition of a record or of a song that you heard. It’s like blues or s.th., they have the presence in the music.

bs! What’s the song you actually love the most and why? What does it mean to you?

Davo: We’ve so many songs. Sometimes I forget even in the context of rehearsal, soundcheck or set, like „all right that’s that song.“ You know, the soon songs, I like the song that we’re open up, when have more jamming nature to them, because they are very natural, by going to new places, you know. Always I have an emotion around the song „Caspar“. I like to play that song, cause

I’m able to, like honor people that meant something to me and I know that everyone has those people in their lifes.

I really try and connect with the fact, you know, that some people in the audiance have – like a song – that means a lot to them or they are going through something or even in their day,… everyone has their full day, coming up for show tonight, you know they are going to their work and have done their things, … so there are certain songs, when I’m playing them and I connect with the people in the audience .. or like trying to have a real strong connection to the song.. so my, you know, I’m so lucky to have the opportunity to play music for people, that find something in our music. So the song changed for me every night, in terms of „what song’s my favourite“ or „what song connect’s“. Every song can affine that’s a moment.

I’m so lucky to have the opportunity to play music for people

bs! Which project would you like To realize if you had all the  money and time you need? What’s your heart’s desire?

Bryan: That’s a huge question. It would be amazing just to play music. I don’t know. I solely focus everything on that I missed. I think If I had the opportunity I would probably travel a lot. (Chris: yeah) I probably would do that the most. And however play music. And work. And record. I would like to travel and see as much of the world, places I’ve never been. I will make that my project.

Davo: I would play music all the time. If I had all the monay in the world or I won in a lottery or something like that I would play music, because music has the most media connection with people, you know. I remember.. who’s saying that to me. Twenty class years ago we were in New York City and we connected with this guy who made the artwork for the Ramones, like a chronic artwork, the Ramones symbol.[1] And he was a visual artist and he was talking of rock’ n’ roll and how. I just remember this conversation when he was saying

„Rock’n’Roll is that instant art that happens.“

You know. And I really, the older I get and the more I do play music, I get the opprtunity to play music, I experiance that. So I play music. And there are so many like, I play music of Mother Tongue, but I play other music too and I’m trying to find ways to collaborate with other artists. If you could give any artists and musicians the opportunity, they just really do their thing, you know. I heard that Paul Allan, who’s one of the founders of microsoft, he has the sea yard, and he has all these insan musicans, like Stones, younger musicans, they all get together and just jam. And that would be cool.

Bryan: My friends husband works for G. Allens Studios, it’s a ship studio (Davo: The Octopus, it is what it’s called), it is pretty surreal.

Davo:

..jamming with Jack White and Kanye West..

bs! Last question relates a bit to your answers. What’s your favourite desaster? Which funny story you’ll never forget? Which crazy things have happend on tour?

Davo: Well, I was just thinking this bus. When Christian broke his foot. I don’t mean, I’m not laughing at Christians expense, but when Christian broke his foot on tour I remember the moment of not knowing were he was in the audiance, which have had many times. But when he crawled back on stage and he grap the mike and he certainly was screaming „I need ice“. I just remember laughing in that moment, cause Christian says that very dry and intending humorous sometimes. But then his foot swell like this unhuman degree and we had a friend that was on the tour. And I remember on the bus, I cannot seating much like this, and she slapped his broken foot. I just have these visual memorys of Christians facial expressions. So that is that.

There is a rule on the tourbus, that you can go pee on the toilet, but you can’t do anything else on the toilet. I remember that there was someone on the bus that went number two, which is a big „No No“ and I remember having accusing them of that. That’s a very strong memory.

Bryan: You leaving the part, he denied doing it for (Davo: Years.) close to twenty years. And then, not too long ago, very recently he finally confessed.
Davo: To who?
Bryan: To you. You told me, he did.
Davo: Oh I don’t remeber that.No that wasn’t twenty years later.
Bryan: Fifteen years later he confessed.
Davo: Fifteen years later there was a confession to the crime.
Bryan:

Isn’t it an amazing highlight to a band?

Davo: Wanna know what’s a real highlight? Running in the people after so many years, like those young woman who follows the band, who’s now a doctor. She’s a surgeon. And I remember when she was a teenager, she was a kind of goth, and she used to make sculpture out of my strings. And now she’s capeable to save my life. This is really incredible.

Bryan: Do you guys get some cosmetic surgery.
Davo: What would you suggest I get?
All: My eyes.
Bryan: Maybe surgically add some wrinkles.
Davo: Add wrinkles… I don’t think she’s a plastic surgent. But maybe someone in the audiance is.

Bryan: I feel like, like we did last night. We do this every tour „rememeber …“ I feel like we do that a lot. We talk about these storys of the touring. There have been so many storys of the band for twenty over twenty years. There is a lot of storys and not like, I would not saying trying to think „what’s a good story?“ unlike, it’s like a washing mashine of all these ridiculous storys that happened.

Davo: Do you have any memories any things to answer?
Chris: I admire storytellers and I’m not one. I pretty wish I was. I think these guys are very good.
Davo: I think you’re a good storyteller.
Chris: Oh, thank you man, but I think of one right now.
bs! Anyting you want to say?

Chris: Just wanna thank anyone who revels us, what you’ve done for Mother Tongue, for supporting the band and for having patience, you know we come, our tours are a few years fare between, so the fact that the people are still coming out gives us an opportunity to come to germany and have these experiences, have these travels, means a lot to us. We did never minimize that, we know how lucky we are.

We’ve a loyal fanbase here, so wanna thank everybody to let us come back and supporting our tour.

bs! Enjoy it. We do!

Chris: Thx very much. See ya in the show!

Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)
Mother Tongue 2016 (Foto: Isabelle Hannemann)

[1] Arturo Vega der „fünfte Ramone“, war ein amerikanischer Punk Rock Grafik Designer, der 2013 starb.

‪#‎MotherTongue2016Tour‬ Tourdaten HIER!

www.mothertonguelives.de

Gallery, 07/12/2016 Hamburg

Setlist:

  1. Burn Baby
  2. Alien
  3. Casper
  4. CRMBL
  5. The Seed
  6. The Storm
  7. Vesper
  8. That Man
  9. Trouble Came
  10. Dark Side Baby
  11. Helicopter Moon
  12. Venus Beach
  13. Nightmare
  14. Lines Drawn [Video]
  15. Damage

Encore:
16. In The Night Time
17. Broken
18. F.T.W. [Video]

Encore 2:
19. Always Forever