Review: Mit Hut, Charme und Sonnebrille – Cowboy-Rodeo-Party mit The BossHoss (13.08.2022, Dresden)

Samstagabend und es laufen auffällig viele Personengruppen mit Cowboyhut und passender Klamotte durch den Großen Garten in Dresden. Kann das Zufall sein? Nein! Die Berliner Cowboys The BossHoss locken heute 6000 Fans in die ausverkaufte Junge Garde. Am Vortag gab es bereits die Zusatzshow live zu erleben. Die Konzerte finden zeitgleich mit den Silbermond-Shows am Elbufer statt, die Fans werden aber sicher und fair aufgeteilt.

Die Menschenflut am Einlass der Garde will gar nicht abreißen. Immer mehr Hüte, Lederhosen und andere coole Outfits spazieren gut gelaunt durch die Kontrollen. Die Security vor Ort ist wie immer freundlich und zuvorkommend und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. 

I get all the honeys and I’ve never lost,
cause It’s a real boss hoss

Zum Warmwerden gibt’s das Getränk der Wahl an der Bar in stylischen The BossHoss-Sammelbechern und kurz vor Beginn der Show tönt The Sonics Klassiker Boss Hoss durch die Boxen. Die Vorfreude steigt, die Stimmbänder sind geölt, es kann losgehen. 

Cowabunga ay caramba I like

The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

20 Uhr und die coolsten Typen der Welt betreten lässig die Bühne. Sie blicken auf ein Meer aus Schwarz – passend zu ihrem Opener Black Is Beautiful. Der Trend zur schwarzen Klamotte setzt sich auch innerhalb der siebenköpfigen Band durch: Jeanswesten, Jeans, Hemden, Stiefel, Sonnenbrillen – alle schwarz. Aber es ist eben wie es ist: Black Is Beautiful. Auffällig ist der besonders große Anteil an weiblichen Publikum. Aber wer kanns Ihnen verdenken? The BossHoss sind eben Handsome Devils. Sänger Alec “Boss Burns” Völkel tanzt durchgängig die wildesten Moves mit Sonnenbrille und denkt gar nicht dran, auch nur eine Sekunde lang still zu stehen. Stehen bleiben tut heute auch niemand. Die gesamte Junge Garde swingt und swingt von rechts nach links, springt, klatscht was das Zeug hält. Die Band ist sichtlich begeistert und die Aufgabe des Abend ist klar: Den Vorabend toppen!

The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

Sascha „Hoss Power“ Vollmer und Stefan „Russ T. Rocket“ Buehler rocken stilecht und cool mit Cowboyhut die Saiten der Gitarren. Im Hintergrund bläst das Trio The Tijuana Wonderbrass und gibt je nach Gelegenheit passende Choreografien oder Outfits zum Besten. Allein das Zusehen macht enorm Freude! Fehlen dürfen natürlich auch nicht Ansgar „Sir Frank Doe“ Freyberg am Schlagzeug, Malcolm „Hank Williamson“ Arison u.a. an der Mundharmonika, André „Guss Brooks“ Neumann am (Kontra-)Bass und Tobias „Ernesto Escobar de Tijuana“ Fischer an den Percussions. 

But I keep on, sh-sh-shaking my butt

The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

Überhaupt interagieren die Musiker untereinander enorm viel und es wird schnell deutlich, dass es sich hierbei um eine eingeschworene Supertruppe handelt. Deren Spielfreude ist dermaßen ansteckend, dass es heute niemanden der 6000 Besuchern still auf Füßen oder Hintern hält – getreu des BossHoss’ Klassiker I Keep On Dancing. Und so tanzen sich Musiker und Fans immer weiter nach oben bis sie schließlich die 100-Prozent-Marke knacken – und damit den gestrigen Abend. Uh Uh! Anstelle von Pyros werden heute verständlicherweise CO2-Säulen in die Luft geschossen. Wer die trockenen Wiesen im Großen Garten gesehen hat, wird wissen wieso.

Berühren ist sowas wie Blutsbrüderschaft

The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

Ein erstes Highlight ist die Darbietung des Dolly Parton Covers Jolene. Die Junge Garde verwandelt sich in ein Lichtermeer aus Smartphonetaschenlampen. Verschönert wird dieser grandiose Anblick durch die einsetzende Dunkelheit am Nachthimmel. Einfach magisch. Fett geht’s weiter mit der neuen The BossHoss Single Dance The Boogie, die die Garde fast zum Explodieren bringt.  Wer dachte vorher war’s groovy, lernt jetzt erst den wahren Grove kennen. Zu Hot In Here gibt es dann noch einen kleinen Striptease von Alec.

Leider wirft er nur seine schwarze Jeansweste ab, dafür geht er dann auf Tuchfühlung mit seinen Fans und lässt sich einmal quer durchs Publikum auf Händen tragen. Wer eine Berührung erhaschen konnte, darf sich jetzt offiziell Blutsbruder nennen. Uh Uh!

Don’t ever make Dos Bros your enemy (oho)
They’re unbeatable, they’re uncheatable
And if help breaks loose you will understand
It’s here to have friends in a rock band
They rule, you drool, they rock until you drop
No one can stop them, blow blow
Don’t ever think so

Fans bei The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

Zum Runterkommen geben The BossHoss selbstverständlich auch ein paar Liebeslieder wie Break Free zum Besten. Doch Ausruhen ist heute nicht, Dos Bros rocken weiter die Garde und zeigen auch dem ganzen Umland, was ein fettes Rockkonzert ist. Oben drauf gibt’s noch die Gassenhauer Don’t Gimme That und Stallion Battalion bevor 20 Mädels zum großen Finale Word Up auf die Bühne geholt werden. Zusammen tanzen und entertainen sie bis zum letzten Takt das begeisterte Publikum. Es ist sogar noch Zeit für ein Geburtstagsständchen für Security-Mann Alex. Damit die Anwohner genügend Zeit haben das heutige Konzert auszuwerten, muss 22 Uhr leider Schluss sein. Doch kein Grund traurig zu sein, es wird ein Wiedersehen mit Dos Bros geben, garantiert.

Galerien (by Kristin Hofmann bs! 2022):

The BossHoss (Foto: Kristin Hofmann bs! 2022)

Setlist:

  1. Intro
  2. Black Is Beautiful
  3. Wait For Me
  4. Do It
  5. Polk Salad Annie
  6. Hey Ya
  7. I Keep On Dancing
  8. Personal Song
  9. Little Help
  10. Jolene
  11. Dance The Boogie
  12. Hot In Here
  13. Good Deed
  14. Bullpower
  15. Break Free
  16. Dos Bros
  17. Don’t Gimme That
    Encore:
  18. Stallion Battalion
  19. Word Up

Links:
The BossHoss
Junge Garde Dresden
InMove (Veranstalter)

Kristin Hofmann
Kristin Hofmannhttp://www.fotokatz.de/
Kristin Hofmann, das schnurrende Fotokatzl, ist uns von den Elbwiesen zwischen Nightwish und Lacrimas Profundere im Fotograben irgendwie zugelaufen. Das „Spätzchen“ fährt in der Regel nicht die Krallen aus, voll auf weißblaue Vierräder ab und hat die anderen sechs Nerdzwerge zwischen Datenkraken, Mediendschungel und Hexadezimal im Blinzelwettbewerb längst platt gemacht. Schnurrbart steht ihr übrigens nicht so gut wie DocMartens, aber irgendwas is’ ja immer. Bitte nicht füttern!

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