Review: Subway to Sally (26.04.2014, Hannover)

Foto: Torsten Volkmer
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Workout zur Drehleiher

Wenn Konzertfotografen die Ansage bekommen, die ersten drei Songs aus Sicherheitsgründen nicht im Bühnengraben zu arbeiten, wenn ihnen Ausrüstung und Gesundheit lieb sind, dann bleiben nicht viele Bands übrig, die solche Dienstansagen machen. Eine davon ist Subway to Sally, die mit jeder Menge Pyrotechnik regelmäßig Konzertsäle und Massen anheizt. Und so brennt die Luft im Capitol zu Hannover bereits, als die ersten Feuer-Fontänen vierspurig über die Köpfe der Fans hinweg geschossen sind: Da drängeln sich die Schweißperlen auf der Stirn, da hat es noch keinen Schrei gegeben.

Foto: Torsten Volkmer
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Unterwegs ist die Kombo um Frontmann Eric Fish mit dem neuen Album „Mitgift“, das seit Mitte März auf dem Markt ist und eröffnet den Abend mit „Warte, warte“ und „Schwarze Seide“ . „Endlich sind wir mal wieder in Hannover“, ruft Fish der wogenden Masse zu. Ein überdimensionaler Käfig schmückt die Bühne, in dem der eine oder andere Musiker während des Abends immer mal wieder wie ein Raubtier die Show anheizt. Es werde „Feuerland“ – und wieder brennt die Bühne. Beim Song „Wo Rosen blühen“ taucht Stroboskoplicht die Bühne in Weiß und Grün und imitiert den Stakkato des Rhythmus‘, den die Fans kräftig bejubeln.

Die musikalische Reise führt an diesem Abend durch 20 Jahre Bandgeschichte – und zu Alben wie Herzblut („Veitstanz“) oder Nord Nord Ost (Seemannslied). Da lästert Herr Fish über Musikjournalisten, die der Band einst das Label „Mittelalterrock“ verpasst haben. Da probt er mit dem Publikum, Arme zu einem stürmischen Meer oder zu einem langsamen Meer zu formen, damit der Song „Schwarzes Meer“ besser wirkt. Aus einem Meer aus Händen wird bald ein Meer aus wippenden Mähnen. Die Fanschar singt textsicher „Meister, Meister gib mir Rosen auf mein weißes Kleid“ – da ist die Party schon voll im Gange, als Fish später noch zu einem kleinen Workout bittet, um damit zu „Besser Du rennst“ überzuleiten.

Foto: Torsten Volkmer
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Für „Ad mortem“, „Henkersbraut“ und „Sieben“ kommen die Mannen schließlich nochmal auf die Bühne – Pyrozugabe inklusive. Tausende von Konzerte haben Subway to Sally vermutlich schon gespielt – und sie wegen ihres onipräsenten Bühnenschaffens zu einer der besten Live-Bands Deutschlands gemacht. Sie hat eine treue Fangemeinde, die kein Konzert ohne den legendären „Schrei“ und den „Blut, Blut, Räuber saufen Blut!“-Refrain verlässt. Das ist auch in Hannover nicht anders. Und das ist auch gut so.