Into Darkness Festival Tour 2009 (09.10.2009, Bochum

So langsam hält die Kälte in Deutschland Einzug und spätestens mit dem Herbstanfang, neigte sich dann auch die Festivalzeit dem Ende zu. Doch muss man nun auf gute Live-Konzerte verzichten?, natürlich nicht. Denn mit der dunklen Jahreszeit kündigen sich auch wieder viele interessante Clubtouren an. So auch die im Vorfeld versprochene dunkelste Tour Europas, mit dabei Diary of Dreams, Deathstars, Lacrimas Profundere, die erst kürzlich den Platz von The Birthday Massacre eingenommen hatten, da die Band ihre Teilnahme abgesagt hat und zuguterletzt die Dope Stars Inc. Das ganze Line-Up wurde stilvoll unter dem Namen „Into Darkness“ Tour 09 verpackt und auch ich wollte zum Tourauftakt, natürlich nicht fehlen. So machte ich mich gemeinsam mit meiner Besseren hälfte an diesem Tag auf in Richtung Matrix Bochum, die wir nach einer kurzen Anfahrt gegen 18.10 Uhr erreichten. An diesem Tag sollten sich die Pforten, der über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Szenediskothek, um 18.30 Uhr für die Konzertbesucher öffnen. Doch irgendwie sollte an diesem Tag alles anderes kommen. Als wir uns in die noch kurze Reihe zum Einlass einschlängelten, bemerkten wir erst gar nicht das Aufgebot an Polizisten, die sich um den Eingang der Matrix postierten. Fragend schaute man sich an und wunderte sich gegen 19.00 Uhr, warum sich die Türen zur Matrix nicht öffneten, kein Einlass, kein vorankommen und keine Informationen, was denn nun da passiert ist. Erst als gegen 19.15 Uhr, durch einen Mitarbeiter der Matrix verkündet wurde, dass gegen die Diskothek eine Bombendrohung vorliegt und nun die Polizei die Räumlichkeiten mit einem Spürhund durchsuchen würde wurde einem klar, das sich der Einlass noch ein wenig in die Länge ziehen könnte. Durchatmen bei allen beteiligten, als sich dann endlich gegen 19.45 Uhr die Schlange in Bewegung setzte. Angekommen am Eingang, musste jeder Konzertbesucher sein Personalausweis bereithalten und sich von einem Polizeibeamten durchsuchen lassen. An der Kasse angelangt, bekam man dann noch eine Verzehrkarte ausgehändigt und konnte seinen Weg dann, Richtung Untergeschoss fortsetzen. Als wir den Ort des Geschehens erreichten, bot sich schon eine große räumliche Umstellung, denn wir waren in diesem Jahr ehr in größeren Lokalitäten unterwegs, sodass man sich nun erst wieder an die kleinere Clubatmosphäre gewöhnen musste. Bedingt durch den polizeilichen Einsatz, wurde auch keine weitere Zeit mehr vergoldet und die erste Band, kündigte sich gegen 21.10 Uhr an.

Dope Stars Inc. bretterten auch gleich drauf los, doch der von der aktuellen CD Gewohnte Industrial Synth-Rock Sound, konnte sich hier nicht überzeugend durchsetzen. Das dürfte darangelegen haben, dass durch die Verzögerung die beim „Bombigen Einsatz“ der Herren in Grün entstanden ist, die Band vorab keinen Soundcheck mehr machen konnte. Leider tat der Sound dermaßen in den Ohren weh, sodass man sich, mit dem sonst verpöhnten Gehörschutz behelfen musste. Erkennen konnten wir, nach gerade Mal fünf gespielten Stücken, nur den Song „21st Century Slave“, mit dem sich die Formation um Frontman Victor Love auch schon wieder verabschiedete.

Das Problem mit dem Sound dürfte sich auch hinter der Bühne rasch rumgesprochen haben, den Lacrimas Profundere, schlugen da einen anderen Weg für ihre Show ein. Sie machten während der kurzen Umbauphase ihren Soundcheck und eröffneten mit diesem, anschließend ihre Bühnenshow. Doch der Teufel steckt halt im Detail, auch sie hatten weiterhin mit der Technik zu kämpfen. Das letzte Mal sahen wir Lacrimas Profundere auf dem diesjährigen Castle Rock Festival, bei dem uns die Band, von der Performance her, nicht so gut gefallen hatte. An diesem Abend jedoch hebten sie, mit ihren dunkel-romantischen Songs, schon mal die Stimmung ein wenig an.

Wieder wurde nach der Show der Goth-Metaller am Bühnenbild gewerkelt, laut Tourplakat erwarteten wir nun eigentlich Diary of Dreams, wurden jedoch durch das Aufspannen der Banner, auf denen das Cover des Albums „Night Electric Night“ zu sehen war, eines Besseren belehrt. Folgen sollten nun die Deathstars, auf die wir uns im Vorfeld schon sehr gefreut haben, wurde uns doch von Szenefreunden erzählt, dass sie eine super Show abliefern würden.

Schon zu beginn sorgten die Deathstars für eine Überraschung, denn das Intro, welches nun aus den Boxen schallte, war kein Geringeres als der Song „K.I.N.G“ von Satyricon. Vielleicht eine Anspielung auf die Wurzeln der Deathstars, da sich die Band ja aus ehemaligen Death und Black-Metal Musikern formierte. Energie geladen und angeführt durch die prägnant tiefe Stimme des Sängers Whiplasher, krachten einem die ersten drei Stücke der Schweden entgegen. Doch auch hier wollte die Technik nicht so, wie die Band. Deathstars mussten nach den ersten drei gespielten Songs eine Zwangspause einlegen, damit der Fehler behoben werden konnte. Nach ca. 15 Minuten ging es dann glücklicherweise weiter und nun feuerte, das schwedische Gothic/Industrial Metal Geschütz, eine Vielzahl düsterer Hits ab. Unter anderem feierten die Fans zu Stücken wie „Mark of the Gun“,“Blood Stains Blondes“ ordentlich ab und als dann noch, eingeleitet von Sirenen und Marschgeräuschen Deathstars Dauerbrenner „Blitzkrieg“ angestimmt wurde, waren die schwarzgekleideten Horden vor der Bühne kaum noch zu bremsen. Sänger Whiplasher witzelte an diesem Abend noch über blonde Schwedinnen und überlies den Fans die Wahl, zwischen den Songs „Death Dies Hard“ und „Cyanide“. Nach Abstimmung gewann dann „Death Dies Hard“, welcher die Stimmung noch mal ordentlich ankurbelte. Auch wir zeigten uns begeistert, obwohl auch hier der Sound nicht gerade perfekt war.

Nach diesem musikalischen Gewitter dachten viele nicht mehr daran, dass Diary of Dreams an diesem Abend noch spielen würde, denn die Bühne wurde plötzlich komplett demontiert, das Hallenlicht eingeschaltet und die Becher durch die Mitarbeiter eingesammelt. Bei einigen machte sich sogar Frustration breit, doch als dann nach einer ganzen Weile auf der Bühne die Keyboards aufgebaut wurden, löste dies bei allen beteiligten ein erleichterndes Durchatmen aus.

Nach dieser gefühlten langen Umbaupause wurde das Licht nun wieder gedimmt und dichter Nebel hüllte die Bühnenlandschaft ein. Durch den spärlich ausgeleuchteten Nebel huschten vier Schatten auf die Bühne und lösten damit, wildes gejubel bei den Nachtschwärmern in der Halle aus. Diary of Dreams eröffneten ihre magisch düstere Show unter passender Beleuchtung, die überwiegend aus dunkel gewählten Farben, für die richtige Atmosphäre sorgte. Mit Spannung verfolgten die Fans, im tranceähnlichen Zustand, jede Bewegung von Adrian Hates, Gaun:A, D.N.S und Keyboarder Taste, die an diesem Abend u.a Songs wie „The Wedding“,“The Curse“oder“Wahnsinn“ und viele weitere, zum besten gaben. Natürlich durften auch Highlights wie „Menschfeind“, oder die aktuelle Singleauskoppelung „King of Nowhere“ aus dem Album (If) nicht fehlen. Der Sound wirkte sich nun deutlich präsenter aus und nur ab und an, setzte sich nochmal ein knacksen durch. Im Publikum wurde gefeiert, getanzt und einfach nur alles durchlebt, was sich von Richtung Bühne, ins Gehör setzte. Zwei Mal, wurde an diesem Abend nach einer Zugabe verlangt, die von Diary of Dreams auch erfüllt wurde. Jedoch waren unter den Zugaben leider nicht die von uns erhofften Stücke „Traumtänzer“,“Oblivion“ oder auch „Giftraum“ dabei, doch das nehmen wir zum Anlass ein weiteres mal, ein Konzert der Band zu besuchen.

Der Abend neigte sich gegen 0.30 Uhr dem Ende zu und so strömten zahlreiche Besucher, durch die stellenweise engen Katakomben der Diskothek Richtung Ausgang. An diesem Abend hätte man auch noch in der Matrix verbleiben können, denn wie jeden 2. und 4. Freitag im Monat, fand auch an diesem Abend das E.O.D (The Empire) statt und lud zusätzlich, zum Konzert, mit passenden schwarzen Klängen zum tanzen und feiern ein. Für unser Grüppchen sollte der Abend jedoch an dieser Stelle enden, und wir machten uns auf Richtung heimische Koje.