Review: Crowdsurfen für Fortgeschrittene beim iFAN Festival (14.04.2018, Warendorf)

Selig (Foto: Rune Fleiter bs! 2018)

Zum bereits dritten Mal findet heute das iFAN Festival in Warendorf, einem kleinen Städtchen irgendwo zwischen Bielefeld und Münster gelegen, statt. Von außen sieht es hier erst mal nicht nach Festival aus, ein paar Blickdichte Bauzaunelemente und etwas Flatterband an der Straße lassen zwar erahnen das hier heute etwas stattfindet, nach Festival schreit das ganze aber nicht. In der Halle, ja es ist ein Indoor Festival, sieht das dann schon ganz anders aus.

Jazzy Gudd (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)

Im hinteren Teil der Halle wo sich auch der Eingangsbereich befindet sind neben Getränkeständen, einer kleinen Lounge Ecke und Ständen der Sponsoren und Partner auch der Festivaleigene Merch und der der Bands aufgebaut. Vor diesem Bereich befindet sich das FOH, der Bereich wo Sound und Licht gesteuert werden. Am anderen Ende der Halle steht die große Bühne wo schon alles bereit steht.

Bevor das musikalische Programm allerdings startet begrüßt Moderatorin Jazzy Gudd die ersten Besucher die sich vor der Bühne eingefunden haben. Auch den Sponsoren und Partnern wird ausführlich gedankt denn ohne die wäre dieses Festival gar nicht möglich.

Primetime Failure (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)

Primetime Failure sind die erste Band des Tages. Die vier Jungs aus Bielefeld spielen klassischen Skate Punk und kommen bei denen die schon in der Halle sind ganz gut an. Leider ist der Sound der da über die PA schallt noch ausbaufähig. Besonders die Vocals haben sehr viel Hall und sind nur schwer zu verstehen. Die Halle füllt sich währenddessen langsam aber stetig, viel Bewegung ist beim Publikum noch nicht zu sehen, aber es ist ja noch früh. Nach einer kurzen Umbaupause, die hier mit 15 Minuten wirklich sehr ambitioniert ist, geht es mit 8Kids weiter.

Rockmusik mit Geschrei aus Darmstadt

8Kids (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)

So stellt Moderatorin Jazzy die drei vor. Als Intro gibt es ein kurzes Instrumental dass Schlagzeugerin Emma einleitet. Die drei legen gleich mit voller Kraft los. Man merkt dabei kaum das hier der Bass fehlt, die Songs haben auch so genug wumms. Der Sound ist jetzt auch schon deutlich besser und klarer und auch der Hall ist weg. Im Anschluss erweisen sich die 15 Minuten Umbaupause dann doch als zu ambitioniert. Satte 15 Minuten extra braucht es bis die Jungs der Alex Mofa Gang mit ihrem Line-Check durch sind und loslegen können. Zuvor betritt aber Moderation Jazzy wieder die Bühne, es wird wieder den Sponsoren und Partner gedankt und dann darf ein Fan aus dem Publikum auf die Bühne und die Band ansagen. Sehr sympathisch für ein Festival. Plötzlich ist in der Halle auch richtig was los und nicht nur auf sondern auch vor der Bühne wird ordentlich Gas gegeben. Hier wird von Bandseite auch zum ersten Mal sowas wie Crowdsurfing betrieben, nun eigentlich lässt sich Sänger Sascha Hörold auf einem alten Koffer stehend vom Publikum auf Händen tragen. Aber lassen wir es mal als Crowdsurfen durchgehen. Das Delay vom Umbau nehmen Alex Mofa Gang übrigens mit und kürzen ihr Set zum Glück nicht.

Alex Mofa Gang (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)
Jupiter Jones (Foto: Rune Fleiter bs! 2018)

Wie man das Crowdsurfing auf das nächste Level bringt zeigen Jupiter Jones die als nächstes auf der Bühne stehen. Bei einem ihrer letzten Konzerte begeistern sie nicht nur musikalisch sondern auch mit Statements gegen Homophobie und Faschismus nicht nur treue Fans sondern das ganze iFAN Festival. Ihr Hit „Still“ ist einer der ruhigeren Songs ihres Sets, sonst geht es sehr rockig zu. Gegen Ende der Show zeigen Jupiter Jones dann wie es mit dem Crowdsurfen richtig geht, dafür wird mal eben ein Surfbrett auf die Bühne gebracht auf dem Sänger Sven Lauer dann über das Publikum surft. Crowdsurfen für fortgeschrittene.

Itchy, die heimlichen Headliner

Itchy (Foto: Daphne Dlugai bs! 2018)

Es bedarf eigentlich keiner großen Worte, wenn man den Namen dieser Band hört ist klar was einen erwartet. Nichts weniger als ein Punkrock Feuerwerk und genau das brennen Itchy während ihrer 60 Minuten Stagetime ohne Zweifel ab. Mit gut 1.000 gespielten Shows gehören Itchy zu den Routiniers der Branche und dass zeigen sie auch. Für viele ist dieser Auftritt das Highlight des Tages. Hier wird zwar auch auf einem Gitarrenkoffer steht auf dem Publikum gesurft aber Itchy haben noch viel mehr zu bieten.

Es wird kollektiv gesprungen und auf der Bühne tauschen mal eben Sänger Sibbi und Schlagzeuger Max die Plätze.

Selig (Foto: Rune Fleiter bs! 2018)

Kurz vor dem musikalischen Höhepunkt, dem Auftritt der Headliner von Selig, hat sich das Delay bei mittlerweile 30 Minuten eingependelt. So wirklich stören scheint das aber kaum jemanden, hier sind alle sehr entspannt und genießen das Festival in vollen Zügen, was sind da schon 30 Minuten Verspätung. Mit Songs wie „Ohne dich“ und „Kashmir Karma“ nehmen die Hamburger das Publikum dann nochmal richtig gut mit auch wenn dieses nach der Show von Itchy nicht mehr ganz so frisch wirkt.

Als letzte Band und Teil der Aftershow spielen die ebenfalls aus Darmstadt stammende Band Texas Local News das vorletzte Konzert ihrer Bandgeschichte. Ihr allerletztes Konzert spielen sie am 5. Mai in Langen.

Jupiter Jones (Foto: Rune Fleiter bs! 2018)

Am Ende finden 1.600 Besucher den Weg nach Warendorf zum iFAN Festival und machen auch die dritte Ausgabe zu einem Erfolg.

Jupiter Jones (Foto: Rune Fleiter bs! 2018)

Galerien (by Daphne Dlugai und Rune Fleiter bs! 2018):

Links:
www.iFAN-musik-festival.de
www.selig.eu
www.itchyofficial.de
www.jupiter-jones.de
www.alexmofagang.de
www.8kids.de
www.texaslocalnews.com
www.primetimefailure.com
www.jazzy-gudd.de