Review: Die Hauptstadt als Hauptinspiration – Delilah Holliday und Georgia Live im FrannzClub (06.12.2023, Berlin)

Die britische Musikerin Georgia begeistert Fans von Elektronischer Musik nun schon seit einigen Jahren. In’s Zentrum der Aufmerksamkeit schaffte sie es 2020 mit dem Album Seeking Thrills, welches sogar Platz 24 in den UK Album Charts belegen konnte. Nach einer dreijährigen Pause, meldet sich die Musikerin nun nicht nur mit dem neuen Album Euphoria zurück, sondern auch mit einer gleichnamigen Tour.


Das zugeschneite Berlin bot an diesem Mittwochabend eine wunderbare Kulisse für die kühlen Electro-Beats, die Georgia im Frannz Club präsentieren wollte. In einem lockeren Beisammensein mischten sich alle möglichen Altersstufen und die Laune war sehr gut.

Die meisten Fans erschienen überraschenderweise erst eine Stunde nach Einlass, sodass das Opening Set von Delilah Holliday um einige Minuten nach hinten verschoben wurde. Delilah Holliday ist eine britische Sängerin, Songwriterin und Gitarristin aus London, England. Sie ist sowohl als Solomusikerin, als auch als Mitglied des Punk-Duos Skinny Girl Diet bekannt, welches sie zusammen mit ihrer Schwester Ursula Holliday gegründet hat. Ihr Solo-Set performte die Musikerin fast vollständig in Dunkelheit mit vereinzelten Lichtelementen, die die Leichtigkeit ihres Lo-Fi Sounds und die gekonnt eingestreuten Electro-Elemente optimal auffangen konnten. Die Vermischung aus Soul und akustischer Instrumentierung wird finalisiert mit ihrem psychedelischen Vintage-Look, den sie sowohl in ihre Performance auf der Bühne, als auch in ihre visuelle Identität einfließen lässt.


Setlist:

  1. On My Own Wave
  2. Delilah the Spider (No Beginnings)
  3. Burn Money
  4. City of Angels
  5. Travelled
  6. Everything
  7. Liquid Pearl
  8. Long Time
  9. Drugs, Again?
  10. Silent Streets

Nach einem kurzen Umbau auf der Bühne, konnte dann auch schon Georgias Set beginnen. Die 33-jährige Musikerin betrat die Bühne in blauer Jeans und einem schwarzen Top, wie als wäre sie selbst bereit für eine aufregende Clubnacht mit ihren Freund*innen. Wer sich schon früher mit Georgia beschäftigt hat, weiß, dass sie bereits in ihrer Jugend lernte, Schlagzeug zu spielen, welches auch noch heute Zentral auf ihrer Bühne präsentiert wird. Sie wechselte innerhalb des Konzerts regelmäßig zwischen Schlagzeug, Keyboard, Gitarre und ihrer Stimme als Instrument und überzeugte das Publikum mit ihrer Vielseitigkeit als Künstlerin.

Auf der Bühne spielten mit Georgia die Bassistin Kat Bax und die Schlagzeugerin Sharlene Goodridge. Die Setlist bestand größtenteils sowohl aus Songs aus ihrem zweiten Album Seeking Thrills, als auch aus Songs von ihrem neuen dritten Album Euphoria. Durch die Mischung konnte sie die Spannung des Konzertes gut aufrecht erhalten und sowohl ältere, als auch neuere Fans abholen. Während die Beats von Seeking Thrills härter und kälter klingen, besticht das Euphoria Album mehr durch Wärme und Gelassenheit – diese Balance steht Georgia an diesem Abend sehr gut. Mehrmals spricht sie mit dem Publikum darüber, wie wichtig ihr Berlin ist und wie sehr vor allem die Berliner Clubkultur ihre Musik inspiriert. Aus diesem Grund wollte sie auch die gesamte Euphoria Tour in Berlin abschließen. Bereits beim Konzert kündigte sie an, dass sie bald zurück nach Berlin kommen wird.


Das Konzert endete mit dem Dance Track About Work the Dancefloor, welcher bereits im Jahr 2019 seine Kreise durch die Clubs zog. Die Diskokugel leuchtete so hell wie die Gesichter der Fans, die ihren Weg in den Frannz Club fanden und die sich dann nochmal persönlich bei Georgia am Merch Table bedanken und verabschieden konnten. Es war ein rundum gelungener Abend voller Hits und guter Laune.

Setlist:

  1. Started Out
  2. 24 Hours
  3. All Night
  4. Never Let You Go
  5. It’s Euphoric
  6. The Dream
  7. Friends Will Never Let You Go
  8. Till I Own It
  9. Live Like We’re Dancing (Part II)
  10. Mountain Song
  11. Digits
  12. Too Much Too Little
  13. So What
  14. Give It up for Love
  15. Some Things
  16. The Thrill
  17. About Work the Dancefloor

Text: Franz Naumann

Links:
Delilah Holliday
Georgia

Franz Naumann
Franz Naumannhttp://www.be-subjective.de
Franz wird auch oft einfach Dino(junge) genannt, denn wenn er einmal anfängt, von Dinos zu erzählen, hört er so schnell nicht mehr auf. Passend zu seiner Liebe für MySpace & Tumblr, könnte man meinen, dass Franz in der Zeit stehen geblieben ist, aber vielleicht ist es auch einfach eine grosse Portion Nostalgie. Er liebt analoge Fotografie & kennt Pop-kulturelle Momente & die Indie-Szene so gut, wie die Welt der Dinos. Schwarz ist die einzige Farbe, die er trägt, weil „alles Andere in Berlin einfach gefährlich ist“. Und wenn er nicht gerade mit seiner Fuji vom Fotograben aus fotografiert, gibt er viel zu viel Geld für Schallplatten aus.

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