Manche Menschen sind schon was ganz Besonderes. Bereits mit 9 Jahren hat dieser Typ Gitarre gelernt, die er von seinem Onkel geschenkt gekriegt hat. Nur zwei Jahre später, also mit 11 Jahren, kam schon sein Debütalbum „A Few Degrees Warmer“ raus. Das erinnert irgendwie an Wolfgang Amadeus Mozart, aber der Kerl ist eher…
Der WAM des Blues
Eric Steckel is back! Nach seiner erfolgreichen Europa-Tour 2025 mit etlichen ausverkauften Shows zwischen Spanien, Großbritannien, Benelux und Deutschland kommt der Blues-Metal-Virtuose im Oktober für eine rockige Zugabe unter dem Motto “Live Twenty Five” zurück nach Europa. Und zack, da ist er. Jetz nicht in einer der größeren Hallen vor Tausenden Fans. Nein, der Gig findet tatsächlich im Mephisto, einem eher kleineren Venue des Kulturzentrums Faust in Hannover statt. Vielleicht ist der Name ja Programm und das Konzert von Eric Steckel ist deshalb so teuflisch gut. Wer weiß. Noch ist er ob seines Alters der “Little Joe“ der Blues-Szene. Die Big Joe´s sind mit Joe Satriani und Joe Bonamassa vergeben. Doch eigentlich ist er bei genauerer Betrachtung mit den Genannten auf Augenhöhe. Mindestens.

Right on, that bus done got me back
Right on, that bus done got me back
Well, I’ll be ridin‘ on the bus till I Cadillac
Eric Steckel ist Alleinreisender auf Tour und erklärt das so: „Ich habe verschiedene Rhythm Sections, die in der ganzen Welt verstreut sind. Sie sind alle Freunde und es gibt keinen Wettbewerb untereinander. So habe ich eine Band in Europa, in Australien, in Amerika, Kanada und in Asien. Das halte ich deswegen so, weil ich zu Konzerten nur mit meiner Gitarre auf dem Rücken und einem Koffer anreise. Die Jungs lernen meine Songs und dann komme ich dazu und wir treten auf. Viele Solokünstler machen das. Weil die Fans, und das sage ich mit Respekt für meine Bands, wollen halt in erster Linie mich sehen. Es funktioniert und es ist einfach so auf Tour zu sein.“

Es kann alles so einfach sein, weil es funktioniert. Bassist und Drummer sind Könner in Ihrem Bereich, kriegen Raum für eigene Soli, doch Eric Steckel ist natürlich der Anchorman. Wenn er in seine Soli geht, taucht er ganz tief ab in ultraschnelle Läufe auf seinem Gitarrenbrett. Bei den langsameren Nummern kann man beobachten, wie er immer wieder in Rücklage geht. Fachleute sprechen hier auch vom Steckel-Bogen. Kleiner Scherz. Steckel hat schon ganz früh mit der britischen Blues/Rock-Legende John Mayall und den Bluesbreakers auf der Bühne gestanden und sie auch mit Johnny Winter und Gregg Allman bei Blues Festivals geteilt. Seine Performance ist kraftvoll und zieht auch heute die Leute im Mephisto in ihren Bann. Rockige Nummern, er bezeichnet es selbst als Blues Metal, wechseln ab mit schönen Balladen im Southern-Rock-Style. Der Abend ist sehr ist sehr abwechslungsreich, aber irgendwann geht Steckel mit seiner Band von der Bühne. Das Publikum klatscht und hofft, dass er noch eine Zugabe gibt. Tut er aber nicht. Stattdessen gibt er Autogramme am Merch-Stand und beantwortet bestimmt auch Fachfragen zu seinen Gitarren, den benutzten Saiten, den Amps, den Verstärkern und, und, und… Toller, sympathischer Typ.

Setlist Eric Steckel:
- Day Drinkin‘
- When It Rains, It Pours
- Tennessee
- Bass solo
- Born Under a Bad Sign (Booker T. & the MG’s cover)
- Take My Love to Town
- Can’t You See
- Solid Ground
- Run & Hide
- Empty Promises (Michael Burks cover)
- Drum solo
- Voodoo Child (Slight Return)
- Waitin‘ for the Bus
Links:
www.ericsteckel.com/home


