Review: Mera Luna Festival 2013 (10. – 11.08.2013, Hildesheim)

Foto: Torsten Volkmer

Wie jedes Jahr erreichte der Festivalsommer auch 2013 wieder sein Highlight mit dem Mera Luna in Hildesheim. Ein Rekordjahr, denn zum ersten Mal in der Geschichte war es mit 25.000 Besuchern am Sonntag ausverkauft.

Foto: Torsten Volkmer
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Doch während bei anderen mittelgroßen Festival ein erstmaliger Ausverkauf Chaos und Zusammenbruch bedeutet, lief am Mera Luna – wie gewohnt – alles entspannt und friedlich ab. Die Veranstalter hatten vorab auf den bereits erwarteten erhöhten Ansturm reagiert. Eine weitere Parkfläche wurde eröffnet und dadurch mehr Platz auf dem Zeltplatz gewonnen. Zwar stieß die neue Parkordnung nicht überall auf Verständnis. Das ist auch nachvollziehbar, wenn die neue Regelung die zuerst Anreisenden auf den am weitesten entfernten Parkplatz schickt – doch bald wurden auch die üblichen beiden Parkplätze geöffnet und so konnte dieser Streitpunkt umgangen werden.

Auch die neue Fast Lane bei der Bändchenausgabe funktionierte nur bedingt. Doch der Wille zählt und ein wenig Zeitersparnis brachte sie em Ende doch ein. Am Tag der Zeltplatzeröffnung gab es noch ein paar weitere Überraschungen. Ein nagelneuer Hangar direkt hinter dem Eingang zum Festivalgelände enthielt die Disco. Um diesen herum hatten dieses Jahr schon Verkaufsstände geöffnet, die in den vergangenen Festivaljahren erst Samstag öffnen und verkaufen konnten. Somit stand einem gelungenen Einklang mit Einweihung der neuen Disco, Lesungen und einem Shoppingtrip nichts im Wege.

Foto: Torsten Volkmer
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Trotz der vielen Möglichkeiten die Nacht von Freitag auf Samstag durchzumachen, fanden sich zur offiziellen Eröffnung des Festivals am Samstag morgen erstaunlich viele Besucher pünktlich zu den ersten Bands ein. Somit erfreuten sich die Gewinner des diesjährigen Bandwettbewerbs Molllust an ihrem Publikum vor der Main Stage und Reverie hatten die Ehre den Hangar zu eröffnen.

Auch die Gothic-Fashion-Show war zahlreich besucht – hier ließ sich keiner von der verspäteten Toröffnung abhalten, zu verlockend waren die wunderschönen Anblicke (man wusste ja in etwa von den Vorjahren was einen erwartet). Und geduldige Fashion-Show-Besucher wurden auch mit eben diesen belohnt.

Foto: Torsten Volkmer
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Wer sich Verspannungen beim Gepäck schleppen geholt hatte, konnte sich dieses Jahr an einem Massagestand auf dem Festivalgelände verwöhnen lassen. Danach war man fit für das weitere Programm. Weiter ging es bei strahledem Sonnenschein mit Lord Of The Lost, einer blutigen Show von Ost+Front und der qualitativ hochwertigen Darbietung von End Of Green auf der Main Stage. Doch zum Glück sorgte der stetige Wind auf dem Flugplatzgelände dafür, dass man nicht überhitzte. Im Hangar konnte man zu Acts wie Desdemona, Eisenfunk und Haujobb in die Gänge kommen.

Bei The Crüxshadows betörten schöne Tänzerinnen und im Hangar begeisterten Gothminister im wahrsten Sinne des Wortes mit ihren ulkigen Monster- und Gespensterfiguren, die einer 90er Jahre Geisterbahn entsprungen schienen. Aber ihre Musik litt keineswegs darunter.

Der sonnige Tag lud auch wunderbar zum Shoppen auf der altbekannten Shoppingmeile ein. Allerdings gestaltete sich das dieses Jahr etwas schwieriger, bekam man doch die größere Besucherzahl hier am meisten zu spüren. Volle Wege, volle Shops – für die Verkäufer sicher ein Fest, für so manchen Besucher eine Quälerei. Doch auf dem Mittelaltermarkt gab es dafür genug Raum zur Belustigung und Nahrungsaufnahme. Gaukler und Schausteller konnten hier den Zuschauer die Zeit vergessen lassen.

Foto: Torsten Volkmer
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Doch auf dem Festivalgelände stand die Zeit leider keineswegs still. Zu Deine Lakaien und ASP schien die Besucherzahl sowie die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht zu haben… und auch zu dem letzten Act des Samstags blieb die Stimmung ungetrübt. Seit Jahren präsentierten sich HIM wieder auf einem deutschen Festival und die Band zeigte sich von ihrer besten Seite. Die Sternschnuppe, die gemütlich während der Show vorüber zog brachte großen Jubel ein und machte den ersten Festivaltag perfekt. Schade dass die Besucher zu The Klinik im Hangar die Sternschnuppe verpassten, doch mit Sicherheit hatte die Band ihren Fans einiges mehr zu bieten.

Foto: Torsten Volkmer
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Auch der Disco Hangar hatte in dieser Nacht wieder ein gutes Partyangebot auf Lager. Trotz der vielen Besucher war dieser nicht überfüllt. Wahrscheinlich schreckte der alljährliche Eintrittspreis von 5eur ab. Doch nichts für ungut, wer wollte konnte sich hier weiter austoben und für die anderen gab es entspanntes Beisammensein auf dem Zeltplatz.

Sonntags hieß es dann wieder früh aufstehen wer die Lesung von ASP & Kai Meyer oder Schwarzer Engel und Unzucht nicht verpassen wollte. Alle drei waren sehenswert und auch Eden Weint Im Grab überzeugten auf der gesamten Linie. Die Band erklärte sich sichtlich erfreut darüber endlich am Mera Luna spielen zu dürfen und ebenso das Publikum teilte seine Freude lautstark mit. Hoffentlich wird das nicht der letzte Auftritt auf diesem Festival gewesen sein, die Band hätte eine (oder mehrere) Wiederholungen verdient.

Foto: Torsten Volkmer
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Ungewohnt früh spielten auch The 69 Eyes dieses Jahr auf der Main Stage – doch das Publikum zeigte sich unerschrocken von der Uhrzeit und erschien zahlreich. Ob Tanzwut, Staubkind oder Clan Of Xymox – es gab keine auffälligen Patzer und die Qualität war in diesem Jahr unübertroffen. Vor allem die Show von Zeromancer fand einen immensen Anklang. Die Band, die für IamX eingesprungen war, lieferte eine hochwertige Show ab und wurde zu Recht lautstark bejubelt, dass der Hangar wackelte. Die Band zeigte sich von dem Beifallssturm gerührt und äußerst dankbar.

Eine große tanzende Fangemeinde konnten auch Apoptygma Berzerk verzeichnen, bei deren Coverversion von „Major Tom“ die Masse mitsang.

Foto: Torsten Volkmer
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Nach Blutengel und Front 242 war es dann Zeit für den letzten Hauptact auf der Main Stage mit Nightwish. Wie zu erwarten fuhren diese große Geschosse auf. Pyros, Funkenregen und Feuerwerk bezauberten neben einer professionellen und gut gelaunten Frontfrau. Auch hier zeigte sich die Band äußerst gerührt, stellte der Auftritt auf dem Mera Luna doch das Tourfinale einer 1 1/2 jährigen Tour dar. Und es war ein gelungenes Finale für Nightwish als auch das Mera Luna Publikum.

Foto: Torsten Volkmer
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Mit einem großen Knall neigte sich das Mera Luna 2013 somit seinem Ende zu. Ein mächtiger Regenschauer in der Nacht und ein immenser Temperatursturz schien den Schlussstrich symbolisch zu besiegeln und so freuen wir uns auf das zweite Augustwochenende 2014, denn nach dem Mera Luna ist ja bekanntlich vor dem Mera Luna!

Links:
www.meraluna.de