Zeraphine: Blind Camera (2005) Book Cover Zeraphine: Blind Camera (2005)
Drakkar
17.01.2005

Tracklist:

  1. I never want to be like you
  2. Die Macht in Dir
  3. Blind Camera I
  4. I feel your trace
  5. Die Welt kann warten
  6. Kaltes Herz
  7. Hollow Skies
  8. I’m numb
  9. Jede Wahrheit
  10. Blind Camera II
  11. Falscher Glanz
  12. River of you
  13. When walls arise
  14. Blind Camera III
  15. Until I finally drown

 

Wir schreiben zwar erst 2005, aber es steht tatsächlich schon wieder ein neues Zeraphine Album an. Die neue Scheibe wurde auf den vorerst unpassenden - aber zugleich auch sehr passenden - Titel „Blind Camera“ getauft und erscheint am 17.01.2005.

Nach dem durchweg deutschen Album „Kalte Sonne“ (auch das bisher erfolgreichste Album der Berliner) und seinem eher englisch-sprachigem Nachfolger „Traumaworld“ (nur 2 deutsche Titel) folgt nun „Blind Camera“. Und was ergibt sich daraus wenn man „Kalte Sonne und „Traumaworld“ addiert? Genau, ein Album mit „Halb & Halb“.

Nicht nur in Bezug auf die Sprache haben Zeraphine die Brücke zwischen den Erstlingswerken geschlagen und begeben sich somit auf zu neuen Ufern. Auch die diversen Stile werden gut vermischt, und so spielen sie gut arrangierte Rock-Songs die sich des öfteren in der ein oder anderen Schublade betätigen. So erschaffen sie den für Zeraphine typischen Sound.

Die Anfänge des Openers „I never want to be like you“ ließen mir in dem Bruchteil einer Sekunde den Gedanken „Zeraphine sind erwachsen geworden“ in den Kopf kommen. Er ist überraschend hart und schnell geworden, und steht unter anderem für die beliebte Vielseitigkeit der Band.

Dem geneigten Hörer werden bereits beim lesen der Tracklist einige bekante Songs auffallen. Als da wären „Die Macht in dir“ (sehr erfolgreiche Single aus Oktober 2004). Auch „Kaltes Herz“ und „Until I finally drown“ sind bereits bekannte songs von selbiger Single - diesmal jedoch in anderen Versionen. Bei „Kaltes Herz“ muss ich gestehen das mir die Version aus 2004 deutlich besser gefällt, da sie mehr nach Zeraphine klingt und die neue Version zu gekünstelt klingt. „Until I finally drown“ war als acoustic Version bereits bekannt. Die neue Version wurde wieder mit Gitarren versetzt, die jedoch dezent im Hintergrund gehalten werden und dadurch mit der wundervollen Stimme des Sven Friedrich nicht in „Konkurrenz“ stehen. Auch der bereits bekannte Song „I‘m Numb“ erscheint in neuem Gewand. Verspieltere - oder auch elektronischere Lienien prägen den Song.

Songs wie „Die Welt kann warten“, „Jede Wahrheit“ oder „Falscher Glanz“ hätten auch gut auf „Kalte Sonne“ veröffentlicht worden sein. Typische Zeraphine Melodien - zum Teil ein wenig härter als in 2003 - aber noch immer ganz Zeraphine.

Etwas neues haben Zeraphine mit 3 kruzen Zwischenspielen gemacht. Mit „Blind Camera I, II und III“ führen sie den Hörer am roten Konzeptfaden durch das Album und schaffen smit für „I feel your trace“, „Falscher Glanz“ und „Until I finally drown“ 3 herrliche Einleitungen die dem jeweiligen Song angepasste Stimmungen wiederspiegeln.

Als besonderes Schmankerl wird es ab 17.01.2005 eine Limited Edition von „Blind Camera“ geben, die neben der herkömmlichen 15-Track CD auch noch eine DVD mit 45 Minuten Bonusmaterial bereit stellt. Neben den 3 Videos werden auch Interviews und weitere interessante Impressionen zu sehen sein. Das Material wurde in liebevoller Arbeit durch die Band selbst zusammengestellt.

Fazit:
Mit „Blind Camera“ werden Zeraphine auch die letzten zweifelnden Hörer von ihrer Klasse überzeugen. Der Mix aus englischen und deutschen Texten überzeugt steht mit unter für die Vielseitigkeit dieser Berliner Formation.