Thundermother: Heat Wave (2020) Book Cover Thundermother: Heat Wave (2020)
Hard Rock
AFM Records
31.07.2020
www.thundermother.com

Tracklist:

  1. Loud And Alive
  2. Dog From Hell
  3. Back In ´76
  4. Into The Mud
  5. Heat Wave
  6. Sleep
  7. Driving In Style
  8. Free Ourselves
  9. Mexico
  10. Purple Sky

Respekt! Es war kein leichtes Unterfangen was Bandchefin und Gitarristin Filippa Nässil wiederaufgebaut hat: Nach zwei bärenstarken Alben („Rock´n´Roll Disaster“ und „Road Fever“) musste sie komplett neue Mitstreiterinnen suchen, da das Line-Up auseinanderbrach. Vom Quintett auf ein Quartett geschrumpft und mit neuen Kämpferinnen an ihrer Seite erschien der Neustart „Thundermother“. Ich muss gestehen, ich kenne nur eine Handvoll Songs von dem Album, die mich zum einen nicht so wirklich gepackt hatten, zum anderen aber auch weil für mich die Luft raus war aus der Band. Das was ich hörte war selbstverständlich alles andere als schlecht, aber diese Energie, diese „Dicke Eier“-Attitüde war weg und der ganze Reiz samt der einhergehenden Faszination verpuffte schlagartig. Danach musste noch ein Basswechsel folgen und mit Majsan Lindberg war wieder mehr Action in der Bude. Jetzt strahlte die Band wieder mehr Lust, Energie und neugewonnenes Selbstbewusstsein aus. Ich war von ihnen wieder angefixt und wirklich gespannt auf das neue Album „Heat Wave“. Und ja, es ist ein wirklich gutes Album geworden. Nochmals, Respekt!

Etwas Negatives gleich vorweg: Es fehlt in meinen Augen immer noch eine weitere Gitarristin an Bord, damit das Material noch „breiter“ und „ausgeglichener“ klingt. „Massiver“ wäre auch zutreffend. Ebenso vermisse ich den Schmutz der Anfangstage. „Heat Wave“ ist super produziert, aber es klingt auch so sauber und direkt, dass der schöne dreckige Rotz der Anfangstage fehlt. Ein wichtiges Trademark, dass auch den Charme der Damen ausgemacht hat. Ein „Schnulzensong“ wie „Sleep“ wäre damals niemals möglich gewesen.

Aber lassen wir nun mal die Butter bei den Fischen: Thundermother haben ein richtig starkes Album vorgelegt, dass mit vielen Ohrwürmern brilliert. Egal ob ihr den Titeltrack, „Into The Mud“, „Mexico“, den Opener „Loud And Alive“, „Back In ´76“, „Free Ourselves“ oder die beiden Highlights „Dog From Hell“ und „Driving In Style“ ancheckt, sie fräsen sich sehr schnell in den Gehörgang ein. Mehr Airbourne als AC/DC (ja, richtig gelesen, denn es gibt einen Unterschied zwischen den Bands…) lautet diesmal die Devise. Dieser Verdienst geht auch vor allem an Sängerin Guernica Mancini die in ihrer Stimme Klangfarben hat, die zwischen Eleganz und Bad-Ass-Chick wandeln. Yeah!

Ich freue mich, dass die Damen rund um Filippa Nässil wieder so erstarkt sind und freue mich auch für ihren kommerziellen Erfolg, der nun scheinbar langsam immer größer werden könnte. Wenn im nachmittäglichen Fernsehprogramm der Privatsender Werbung für die sie ausstrahlt wird, ist das ein gutes Zeichen. Da dies aber mit „Sleep“ getan wird, vielleicht auch nicht weiter verwunderlich. Wer aber noch nie zuvor etwas von den Ladies gehört hat, der verschafft sich lieber mal einen Gesamteindruck mit dem Album und nicht nur mit dieser Single. Rock On!