The 69 Eyes: Angels (2007) Book Cover The 69 Eyes: Angels (2007)
Virgin Records
02.03.2007

Tracklist:

  1. Angels
  2. Never say die
  3. Rocker
  4. Ghost
  5. Perfect skin
  6. Wings & hearts
  7. Star of fate
  8. Los Angeles
  9. In my name
  10. Shadow of your love
  11. Frankenhooker

Der Nachfolger des 2005 erschienenen Albums “Devils” hört auf den süßen augenzwinkernden Namen “Angels” - wie auch sonst...?! Und genau wie der Name knüpft auch die 69er Mucke genau dort an, wo der Rock-Kracher Devils endete. Ging es zuvor nach dem Motto “Rock like hell” zugange, folgen die Eyes nun dem Pfad nach “Rock n Roll Heaven”.

Hymnen und Oden an das neu gefundene Paradies L.A., dem die Helsinki Vampires seit geraumer Zeit verfallen sind. Und passend dazu das Cover mit braungebrannter Halbstarken-Blondine. Botoxschlauchboote, die sich auf dem Cover der aktuellen Single zur Billy Idol Gedächtnislippe kräuseln.

Und auch die Single “Angles” die das nun bereits 9. Album einläutet, erinnert vor allem Anfangs stark an “Devils” - doch straighter und weniger melodiös. Erst in der Bridge und dem Refrain mit mehrstimmigem Background bricht die etwas monotone Strophe auf und verleiht dem Song somit eine unerwartete Dynamik.

Ein Hauch „Paris Kills“ schwebt bei „Never say die“ herbei, rockt schön durch. Den Mitsingrefrain hat der Hörer auch sofort intus. Nur zum Beginn von „Rocker“ möchte man dann fast “Dear Chasey Lane...” singen – tut mir leid, aber das ist einfach die erste Assoziation.
Dann flauen Songs wie „Los Angeles“ oder „In my name“ den Eindruck weiter ab. Nichts besonderes und nicht innovativ mag man bei einigen Songs zu Beginn denken. Doch halt!

Genauso wie die unechte Blonde auf dem Cover muss man das Album sehen: Erst beim mehrmaligen Durchhören blickt man hinter die Botox und Silikonkulisse und sieht das Herz der Musik. Denn die Sonne L.A.s macht sich bemerkbar. Noch lockerer, unbeschwerter und rockiger als auf dem vorigen Album geht’s bei den Eyes jetzt zu. Vielleicht ist das ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch steigt man erstmal richtig mit ein und findet den neuen Dreh raus, macht es richtig Spaß. Die Melancholie und die dunklen Noten wurden geschmälert dafür kommt noch ne neue Prise an Horrorpunk rein. Ach, immer diese neuen Musikbegriffe, aber in diesem Falle beschreibt es die Machenschaften der Finnländer sehr gut. Aber ganz ohne Düsternis kommen sie zum Glück dann doch nicht aus – keine Bange.

Vor allem sei nun das Augenmerk auf den typischen und doch frischen Song „Perfect Skin“ gelenkt. Bereits aus dem Internet bekannt mit gelungenen Backgrounds und Jyrkis üblich tiefer Stimme geleitet von rockenden Gitarren. Die Eyes wie man sie kennt und liebt.

Ein weiteres Highlight stellen Stücke wie „Ghost“ und „Star of fate“ dar. Hier zeigen sich die Eyes experimentierfreudig mit abwechslungsreichen Instrumenten in den Intros. Auch stimmlich passiert hier einiges. „Star of fate“ hat diesen Deja Vu Effekt, doch kann man es nicht endgültig an einem bereits bestehenden Song festmachen und der Hörer bleibt grübelnd im Ungewissen immer mit einem „Mir liegts auf der Zunge!“ auf der Zunge. Bei solchen Glanzmomenten sieht man gerne über etwas plattere Songs wie „In my name“ hinweg.

Die Straße nach Rock n Roll Heaven ist also alles andere als eben. Kantig und mit einigen Überraschungen hinter den Kurven. Aber wer sich damit befasst erkennt den Wert und die guten alten 69 Eyes, die mit ihrem neuen Werk einmal mehr beweisen, dass sie die einzig wahren Helsinki Vampires sind!!