Gothminister: Anima Inferna (2011) Book Cover Gothminister: Anima Inferna (2011)
Danse Macabre
25.03.2011

Tracklist:

  1. Stonehenge
  2. Liar
  3. Juggernaut
  4. 616
  5. Solitude
  6. The Beauty of Fanatism
  7. Anima Inferna
  8. Fade
  9. The Beast
  10. Hell Opens the Gates
  11. Liar (Goatmanifest Remix)

Bis Dato hab ich mich immer wieder um die Band drücken können. Nun liegt aber deren aktuelle Scheibe natürlich direkt zur Festivalsaison vor mir und ich muss mir eine Meinung bilden. Der Bandname schreckte mich ebenso sehr ab wie das klischeehafte Auftreten der Formation um den Herrn Brems. Somit liegt also das vierte Album in gut acht Jahren Bandgeschichte vor. Nicht gerade fleißig oder aber sehr gewissenhaft. Das Album „Anima Inferna“ ist dabei ein relativ typisches Album für Gothrocker. Harte Riffs treffen auf ein paar elektronische Klänge und werden mit ein wenig Chorgesang untermalt. Okay. Das wäre ein wenig sehr kurz und trifft auch den Kern der Sache nicht ganz.

40Min in 11 Songs finde ich schnell oder kurz? Nun ja, wenn man bedenkt das stilistisch sich auch dabei nicht viel getan hat, fragt sich der unwissende Konsument, wo ist die Weiterentwicklung? Vielleicht liegt sie einfach in der immer stärkeren professionellen Ausprägung. Dem ebenso stilistisch weiterhin sehr klaren Auftreten des Norwegers. In des ist es aber vielleicht auch daher nicht langweilig. Denn durch die Geschwindigkeit und Herrn Brems seiner tiefen Stimme, die einfach das ganze Album beherrscht, sind die Songs kurzweilig. Anderes Material, in das ich kurzfristig hineingehört hab, bestätigt aber den Verdacht des glatt gebügelt Wirkens. Also nicht, noch nicht Radiotauglich, wenn man die allgemeinbekannten WDR/NDR/HR usw. Stationen nimmt, aber „Liar“, das auch als Single ausgekoppelt wurde, klingt in seiner Remix Version schon sehr verdächtig nach allgemeinem Kommerz. Dabei bin ich der Letzte, der den Musikern den kommerziellen Erfolg nicht gönnt. Allein wenn sie sich dafür verbiegen lassen, empfinde ich es als eher unschönes Zutun.
Damit kommen wir auch schon zum Fazit. „Fade“ und „Hell Opens The Gates“ sind doch eher Lückenfüller. Und der Remix von „Liar“ als letzter Track bewegt sich etwas sehr weit weg von den anderen eher Goth-Rock mit unter Metal angehauchten Songs. Abgesehen von der Kurzweiligkeit des schnellen Albums kann man außer den „Ausrutschern“ kaum etwas anmäkeln. Leute, die Gothminister noch nicht gehört haben, könnte das als guter Einstieg dienen, da sie noch nicht vorbelastet sind, alle Fans sollten sich auf ein wenig weicheres und geschmeidigeres Werk einstellen.

Anspieltipps:

  • „Liar“
  • „The Beast“
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Oliver Garrandt ist ein ECHTER Fotograf! Echt jetzt!! Mit Betonung auf Graf, aber in der Regel inkognito, mit Verzicht auf Titel und jegliches Zeremoniell. Alles andere wäre albern und unpraktisch. Man erzählt sich, von Garrandts Sommerresidenz in Dings bei Bums sei soetwas wie das rebellische Knusperhäuschen der internationalen Anti-Low-Carb-more-Fat-Bewegung. Ein käseüberbackenes, solarbetriebenes Nudelparadies mit extradünnen Extras. Der blaublütige Pixelprommi is so fucking real und exclusiv, der lebt sogar seinen Hang zu Electro und alternativer Musik, „die gern auch Crossover Industrial und Metal beinhalten darf“, offen aus.