Sebastian Bach: Angel Down (2007) Book Cover Sebastian Bach: Angel Down (2007)
Caroline (EMI)
23.11.2007

Tracklist:

  1. Angel Down
  2. You Don't Understand
  3. Back In The Saddle
  4. (Love Is) A Bitchslap
  5. Stuck Inside
  6. American Metalhead
  7. Negative Light
  8. Live & Die
  9. By Your Side
  10. Our Love Is A Lie
  11. Take You Down With Me
  12. Stabbin' Daggers
  13. You Bring Me Down
  14. Falling Into You

Wir warten ja schon geraume Zeit (räusper) auf das neue Werk von W. Axl Rose, doch „Chinese Democracy“ will einfach nicht in die Puschen kommen. Und ganz überraschend ballert jetzt ein anderes Urgestein der Musik-Heavy-Metal-Geschichte ein neues Album auf den Markt. Da kam dem guten Axl wohl einer zuvor und zwar mit einem sehr coolen Rückblick auf die alten 80er / 90er Jahre. Skid Row ist das Stichwort! Der damals absolut hotte Frontmann Sebastian Bach fährt heute – gute 20 Jahre und ein paar Zerquetschte nach seinem Rauswurf von Skid Row – nochmal so richtig die Geschütze aus.

„Angel Down“ legt keinen Wert auf sanfte Einstiege in die Vergangenheit. Der gleichnamige Song Nr. 1 brettert dem Hörer sogleich dicke Riffs entgegen und auch Sebastian schreit wie in alten Zeiten in sein Mikro. Das darauf folgende „You Don’t Understand“ mit schnellen Metalgitarren und cleaneren Vocals erscheint fast schon ein wenig cheesy, doch gerade das macht den Song so gut. Mitsingcharakter und Feierlaune verbreitend – einfach ein richtig cooles Stück. Die Stimme als auch seinen Körper hielt Sebastian offensichtlich verdammt gut in Schuss, wie das Album sowie einige aktuelle Bilder beweisen. Da könnte sich Gastsänger des dritten Songs W. Axl Rose eine Scheibe abschneiden. Doch stimmlich präsentiert auch er sich in Bestform und so singen sich die beiden um Kopf und Kragen bei „Back In The Saddle“. Das Stück erinnert stark… MOMENT, nein es IST ja eine Coverversion von Aerosmith. Klar, dass die beiden Sänger hier ihr Bestes geben. Der Bluescharakter des Songs wird zwar ziemlich in den Hintergrund gerückt, doch tut diesem keinen Abschlag.

Und zu zweit rocken sie gleich weiter. „(Love Is) A Bitchslap“ legt so richtig los und hat ordentlich Power. Die zwei Heroen am Mikro rocken wie damals bei Rock am Ring, als Sebastian urplötzlich auf der Bühne stand und mit Axl seine Versöhnung zu „My Michelle“ öffentlich zelebrierte. Die Reunion der beiden ist wirklich gelungen, und für diejenigen, die immer noch mit ihrer Zustimmung zögern kommt gleich noch „Stuck Inside“ hinzu, das jegliche Zweifler beiseite fegen sollte.
„American Metalhead“ ist dann leider ein kleiner Absacker. Nicht wirklich schlecht, jedoch ohne Besonderheiten. Doch die Schwachpunkte des Albums halten sich sehr gering und ein Skid Row lastiges „Live & Die“ bringt alles wieder ins Lot. Die einzige Ballade „By Your Side“ wird nun nochmal so richtig cheesy (aber damn good!) und katapultiert den Hörer letztendlich komplett zurück in die alten Zeiten. Ab ins Stadion und die Feuerzeuge ausgepackt!

Ja Sebastian is back und das volle Granate. Er singt, schreit und rockt durch das neue Album als sei er wieder 20 Jahre jung. Wunderbar! Für alle, die ihn nie vergessen haben ist diese Scheibe absolut unabdingbar, doch auch Neueinsteiger können hier kaum was falsch machen. Zwar fehlt an diesem Album ein wenig der ultimative Song, den man nicht mehr vergessen kann, doch alles in allem wird das Gesamtwerk mächtig Eindruck hinterlassen... völlig unerwartet hat Sebastian alle überrascht.