Stoneman: Goldmarie (2014) Book Cover Stoneman: Goldmarie (2014)
Danse Macabre (Alive)
25.04.2014

Tracklist:

  1. An Die Geräte
  2. Liebe Liebe
  3. Mensch (Dein Name Ist)
  4. Der Rote Vorhang
  5. Goldmarie
  6. Mord Ist Kunst
  7. Es Brennt Ein Licht
  8. Lolita
  9. Freundlich Sein
  10. Liebeslied

Die neue deutsche Härte erfährt seit einiger Zeit einen ordentlichen Aufschwung. Kein Wunder dass die Schweizer von Stoneman da auch gerne in Stück vom Kuchen ab haben möchten. Schließlich wäre ihnen ein wenig mehr Erfolg nach der langen Zeit gegönnt. Also wurden flugs 2 Bandmitglieder ausgewechselt und der alte Metal ad acta gelegt. Soweit so gut, das Experiment scheint musikalisch, ob gesanglich oder instrumental gar nicht so abwegig. Schließlich hatten Stoneman in der Vergangenheit schon das ein oder andere Stück, das mehr in die Richtung Düsterrock / NDH ging.

Nach 10 Jahren Bandgeschichte wollen Stoneman es nun also richtig wissen und nach bester Deutsche Härte Manier startet auch das erste Stück "An die Geräte" des neuen Albums "Goldmarie". Und sofort wird klar: Was damals die Ausnahme auf Stoneman Alben darstellte wird nun als Gesamtstil durchgezogen: deutsche Sprache, melodiöse Gesangs- als auch Instrumentalparts und alles auf Goth-Metal-Schiene. Für perfekte Klangqualität sorgte Steve van Velvet in den Berliner Kohlekeller Studios. Da wurde ganze Arbeit geleistet. Brachial, voll und klar kommt der Sound rüber. Der Neuanfang der Band startet schonmal gut über die ersten drei Songs, bleibt über den Rest des Albums jedoch durchwachsen.

Textliche Schwächen ziehen sich durch das Album. Hauptsache es reimt sich - und was sich reimt ist gut... nicht immer! Manchmal erscheint alles so erzwungen provokativ, dass es einfach keinen Stil mehr besitzt ("Goldmarie") und / oder die Reime lächerlich wirken. Andere Songs wie "Mord ist Kunst" hingegen kann sich sehen lassen. Sowohl als Song als auch als Video. Von vorne bis hinten ein gutes Stück mit interessanter Message. Jeder der die Serie "Dexter" verfolgt wird über die Thematik des Liedes schon einmal nachgedacht und hinterfragt haben.

Oftmals wirken die Gesangsparts in den Strophen noch etwas eintönig. Sie erinnern zwar an alte Stoneman Alben, passen hier aber nicht mehr richtig zu den klangvollen Refrains. Dazu erscheinen sie noch zu lieblos und es fehlt der Feinschliff. Ein freudiges Wiedersehen gibt es noch mit "Freundlich sein" das es - etwas generalüberholt - als einziges "altes" Stück von der Scheibe "How to spell Heroin" auf das neue Album geschafft hat. Damals hieß der Song allerdings noch "Wer ficken will muss freundlich sein". Nach wie vor ein guter Song mit Hitpotential.

Stoneman bedienen mit "Goldmarie" einen direktere Zielgruppe als in der Vergangenheit. Füher wusste man sie nicht 100% einzuordnen, doch heute scheinen sie sich gefunden zu haben. Das Album ist rund. Das Konzept ist eingängig und zieht sich von A bis Z glaubwürdig durch - es könnte aus dieser Hinsicht zumindest gut funktionieren. Allerdings ist es auch nichts Besonderes - diesen Stil machen viele Bands schon seit langem und das besser und einfallsreicher. Einige Songs erinnern auch zusehr an die eine oder andere dieser Bands.
Trotz allem steht die (relativ) neue Masche Stoneman gut schließlich hat sich der ein oder andere in der Vergangenheit sicher selbst schon gefragt, warum sie den mit "Wer ficken will" eingeschlagenen Weg nicht weiter verfolgten.

Egal zu welchem Schluß der Hörer selbst gelangt, fast alle Songs sind Ohrwürmer in einwandfreier Qualität. Ich bin gespannt wohin der Weg die Schweizer weiter führen wird. Sollten sie den "Goldmarie" Stil weiterausbauen, könnte das richtig gut werden.