Jesus on Extasy: Holy Beauty (2007) Book Cover Jesus on Extasy: Holy Beauty (2007)
Drakkar Entertainment
30.03.2007
www.digital-dandies.com

Tracklist:

  1. Assassinate Me
  2. Nuclear Bitch
  3. Drowning
  4. Neochrome
  5. Second Skin
  6. Alone
  7. Puppet
  8. Holy Beauty
  9. Nowhere Girl
  10. Reach Out
  11. Assassinate Me [KMFDM Remix]

Vor kurzem nahm ich ein bekanntes Magazin der schwarzen Szene in die Hand und meine Aufmerksamkeit wurde auf eine Newcomer Band mit Namen „Jesus on Extasy“ gelenkt. Neugierig durch die überschwänglichen Lobeshymnen dachte ich, mir selbst mal eine Meinung zu dem aktuellen Album „Holy Beauty“ bilden zu müssen.

Die Aufmachung an sich war schon mal sehr an- und vielversprechend, denn wie Sänger Dorian zu Recht sprach „Das Auge isst mit“. Auch der erste Song „Assassinate me“ überzeugt. Elektronische Elemente, gepaart mit knackigen Gitarrenriffs hier und da. Dazu die schnarrende Stimme des charismatischen Frontmanns… da stimmt alles. Doch dann kommt das Erwachen bei „Nuclear Bitch“. Vorneweg sollte man nun erwähnen, dass das Quartett aus zwei weiblichen und zwei männlichen Mitgliedern besteht. Da ist es sicher angebracht die Mädels mal ans Mikro zu lassen. Doch in diesem Falle hätten sie besser daran getan die gesamten weiblichen Vocals auf die CD zu verteilen, statt in einen Song zu pressen. Denn fehlen in einigen Songs weibliche Backgrounds, so sind sie bei „Nuclear Bitch“ fehl am Platze. Vielleicht ist auch der gesamte Song fehl am Platze, denn qualitativ entfernt er sich stark von den restlichen Tracks des Albums. Wie ein billiger Trancesong plätschert das Stück daher und das gebrochene Englisch… nein lassen wir das und wenden uns dem Rest der CD zu.

Es geht elektronisch weiter, doch auf höherem Niveau. Elektronik gepaart mit viel Gitarre, ähnlich der italienischen Mitstreiter Dope Stars Inc. (mit denen Jesus on Extasy im Frühjahr auch ein paar Gigs hierzulande machen wird). Die Stimme Dorians; im Grunde richtig gut und interessant… doch an manchen Stellen merkt man, dass die Band noch nicht allzu lange besteht. Da muss noch ein wenig Übung und Arbeit reingesteckt werden. Doch Songs wie „Neochrome“ oder „Puppet“ zeigen nun wiederum die Vielfältigkeit der Band und was in ihnen steckt. Und vor allem lässt sich in erster Linie erahnen was aus dem Quartett noch rauszuholen ist – und das ist einiges.

Eine weite Bandbreite an Musikstilen wird auf „Holy Beauty“ ausgereizt, fast wie viele kleine Experimente… und der Versuch, der am Ende explodiert wird weiter verfolgt. Es gibt einige Stücke, die – im positiven Sinne – durchaus explosiv wirken könnten, würde man noch ein wenig feilen und den Stil weiter verfolgen. Aber bitte weniger wie „Nowhere Girl“, das dann wieder ein wenig Richtung „Nuclear Bitch“ tendiert.

Ein kleines Highlight gelang der Band noch, denn ein Remix des ersten Tracks „Assassinate me“ von niemand Geringerem als KMFDM befindet sich auf der Scheibe. Dass hierbei ein Traum von Frontmann Dorian in Erfüllung ging braucht man wohl kaum zu erwähnen.

Wir bleiben gespannt wo es Jesus on Extasy hinführen und wo die Explosion hochgehen wird!