Rob Zombie: Educated Horses (2006) Book Cover Rob Zombie: Educated Horses (2006)
Geffen Records
16.05.2006
www.robzombie.com

Tracklist:

  1. Sawdust In The Blood
  2. American Witch
  3. Foxy, Foxy
  4. Seventeen Years Locust
  5. The Scorpion Sleeps
  6. 100 Ways
  7. Let It All Bleed Out
  8. Death Of It All
  9. Ride
  10. The Devil's Rejects
  11. Lords Of Salem

„Lebt der noch?!“ - dies war eine nicht seltene Reaktion, wenn Rob Zombies neues Album die letzten Tage ins Gespräch kam. Ja, Rob Zombie ist wahrhaftig noch sehr lebendig, auch wenn sein Nachname uns etwas anderes weismachen möchte. Nach einer längeren Pause, in denen Filmproduktionen wie „House of 1000 corpses“ und der aktuelle „The Devil´s Rejects“ durch seine Hand entstanden, beweist er sein Comeback mit „Educated Horses“.

Die verstrichene Zeit, in der Rob Zombie in einem anderen künstlerischen Genre – dem Film – kreativ tätig war, hat ihre Spuren hinterlassen. Zombie setzt sich auf dem neuen Album ab von der Industrial-Metal-Schiene, die er mit geprägt hat. Bodenständiger Rock ist vorherrschend auf „Educated Horses“, auch wenn bei ein paar Songs die früheren Einflüsse nicht zu kurz kommen.

Alleine schon das Intro „Sawdust In The Blood“ sorgt für eine unheimliche Stimmung und erinnert nicht nur durch seinen Titel an eine Filmproduktion. Ob nun harter Gitarrensound bei „American Witch“ und „17 Years Locust“ oder überraschend groovigem Sound in der aktuellen Single „Foxy Foxy“, Rob Zombie präsentiert eine gelungene Mischung der verschiedensten Songs.

Weiter rockt sich der Vater des ghouligen Grooves durch ein rhythmisches „The Scorpion Sleeps“ und harte Gitarrenriffs wie zu den alten Zeiten dröhnen durch „Let It All Bleed Out“. Das Schlagzeug stampft eindringlich daher während die Keys, gespielt von Scott Humphrey, und die Gitarren einheitlich kreischen.

Und wieder erinnern „Death Of It All“ und „The Devil´s Rejects“ an ein Roadmovie. Kein Wunder, so ist zweiteres auch gleichzeitig der Titel zu Zombies Filmproduktion. Ein brutaler, bösartiger Film über eine Familie, die aufgrund ihrer blutrünstigen Mordtaten von der Polizei gefahndet wird und auf ihrer Flucht eine blutige Spur hinterlässt. Da müssen nicht nur billige Countrysänger in einem abgefuckten Motel dran glauben. Ein rostfleckiges Cabrio, das über den staubigen Asphalt einer Straße mitten im Nirgendwo brettert. So oder ähnlich könnte die Assoziation beim Beginn von „The Devil´s Rejects“ sein. Doch wechselt die Grundstimmung nach dem Einstieg und driftet zu schwerem Rock mit bedrohlich, teilweise geflüstert verzerrten Vocals. Und noch schwerer wird’s bei dem finalen Song „The Lords Of Salem“. Die Gitarren und der Gesang liegen wie Blei im Magen… wahrscheinlich das Blei der mordlustigen Truppe aus The Devil´s Rejects. Wirklich interessant ist der instrumentale Umschwung zum Ende mit den Drums im Vordergrund, bei dem man fast meinen könnte ein neuer Song beginne.

Mit an Bord von Rob Zombies Geisterschiff sind John 5, Blasko und Tommy Clufetos. Alles keine unbeschriebene Blätter in der Musikgeschichte, sammelte John 5 genügend Erfahrungen in Schockrocker Marilyn Mansons Band, während Tommy Clufetos bei niemand Geringerem als Alice Cooper seine Hand im Spiel hatte. Einzig Blasko ist und bleibt ein langjähriger, beständiger Begleiter Zombies.

Wahrscheinlich tragen auch nicht zuletzt die Einflüsse der neuen Mitglieder zu einem abwechslungsreichen Album bei. Die eingeschworene Fangemeinde muss sich bei „Educated Horses“ mit Sicherheit erst reinhören und –finden, doch ich denke es wird sich lohnen.