Marilyn Manson: Eat Me, Drink me (2007) Book Cover Marilyn Manson: Eat Me, Drink me (2007)
Interscope / Universal
01.06.2007
www.marilynmanson.de

Tracklist:

  1. If I Was Your Vampire
  2. Putting Holes In Happiness
  3. The Red Carpet Grave
  4. They Said That Hell's Not Hot
  5. Just A Car Crash Away
  6. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand)
  7. Evidence
  8. Are You The Rabbit?
  9. Mutilation Is The Most Sincere Form Of Flattery
  10. You And Me And The Devil Makes 3
  11. Eat Me, Drink Me
  12. Heart-Shaped Glasses (When The Heart Guides The Hand)

Jaja der gute alte Brian Hugh Warner alias Marilyn Mason... Er ist immer wieder für eine Überraschung gut. Eigentlich hatte ich ihn fast schon abgeschrieben. Seit Mechanical Animals gab es keine wirklichen Knüller mehr. Seine Show on stage war auch mehr eine Maskerade, die nicht mehr ernst genommen werden konnte. Zusehr wurde gewollt geschockt um das Image des bösen Buben aufrecht zu erhalten. Eher per Zufall übernahm ich nun die Rezi der neuen Scheibe “Eat me, drink me” denn abgeschreckt war ich durch sein fast schon pädophiles Verhalten mit einer 19-jährigen (!).

Doch man sollte Arbeit und Privates trennen in manchen Bereichen. Aber nur in manchen und dies tat Manson – ebenso wie ich- jahrelang. Bei seinem aktuellen Werk beschloss er jedoch den Spieß einmal umzudrehen. Tiefgründige Texte finden sich hier, die in die Seele des Schockrockers (jaja ich liebe dieses Wort, das wurde doch nur für Manson erfunden oder?) blicken lassen. Das Ende seiner Beziehung, durch Wut, Schmerz und Trauer geprägt, spiegelt sich in seinen Lyrics wider. Er tat es seiner neuen Lebensabschnittsgefährtin - von Beruf Stripperin - gleich und legte nicht seinen Körper sondern seine Seele frei. Keine leichte Kost wird hier verarbeitet – das mag zwar nichts neues aus dem Hause Manson sein, doch dieses Mal zeigt er sich offen und verletzlich wie noch nie. Depressive und düstere Stimmungen durchziehen das gesamte Album. Weitab von den vorigen Industrial Sound beschränkt sich ein jedes Stück mehr auf die Rockmusik. Ohne die elektronischen Hilfsmittel wirkt Mansons Stimme zerbrechlicher und trifft den Nerv des Albums und des Hörers. Jedes Wort wird hier für bare Münze abgekauft, der Schmerz bedarf eigentlich keinem direkten Verständnis der Worte, die Übermittlung, die aus Symbiose von Instrumenten und Stimmlage geschieht, geht direkt durch Mark und Bein.

Viele ungewohnte Gitarrensoli durchweben die Stücke. Teilweise etwas zu aufdringlich und vordergründig und darum etwas nervend, aber doch immer gelungen. Fans der harten Manson Songs kommen auf „Eat Me, Drink Me“ etwas zu kurz, was die Qualität des Albums jedoch nicht im Geringsten senkt. Eher im Gegenteil, die Eintönigkeit und stellenweise Überladenheit vorangehender Alben wurde abgelegt und viel Wert auf gute Rockmusik mit Tiefgang gelegt. Back to the basics. Das ist Marilyn Manson mit jedem Ton gelungen und wer sich nicht gleich nach dem ersten Durchhören in das Album verliebt, wird es mit Sicherheit nach dem zweiten Male tun. Manson ist zurück!