Tracedawn: Ego Anthem (2009) Book Cover Tracedawn: Ego Anthem (2009)
Sandra Cramm
Drakkar Entertainment
25.09.2009
www.tracedawn.com

Tracklist:

  1. Make Amends
  2. Part Of The Wounded
  3. Scum
  4. In Your Name
  5. Your Way Is Not For Me
  6. Dirt Track Speedball
  7. Repeating Mistakes
  8. Brain Attack
  9. The Forsaken

 

Da kommt er nun, der Metal-Nachwuchs aus Finnland, und das ordentlich laut! Kaum zu glauben dass das älteste Bandmitglied von Tracedawn, Bassist Pekko Heikilä, kurz vor Albumveröffentlichung im September immerhin 22 wird, Gitarrist Tuomas Yli-Jaskari als der jüngste hingegen gerade 19 Jahre Lenze zählt. Wer dieses Jahr beim WOA zu Gast war, konnte die Newcomer mit ihrem melodischen Death Metal auch in Deutschland bereits  live bewundern.

Bereits genannter Tuomas Yli-Jaskari war es auch, der 2005 die Idee zur Bandgründung hatte und sich innerhalb eines Jahres eine Horde talentierte Musiker im Internet zusammensuchte, um 2006 zunächst das Demo „Path of Reality“ aufzunehmen.  Für das erste Album „Tracedawn“ entschied man sich dann auch gleich für Klotzen statt Kleckern, so wurde mit dem Produzenten Nino Laurenne zusammengearbeitet, der unter anderem für seine Arbeit mit Children of Bodom bekannt ist. Gemixt wurde das ganze schließlich von Mikko Karmila, der ebenfalls schon die Takes Children of Bodom, Nightwish, Amorphis und anderen in der Mangel hatte.

Nachdem das erste Album hochgelobt wurde, und die Jungs nicht zuletzt durch ihre technischen Fähigkeiten manchen Kenner überzeugten, lag die Messlatte beim zweiten Album hoch. Diese wurde aber locker übersprungen: Ego Anthem kann ohne Probleme noch einen drauflegen! Tracedawn lassen sich nicht einfach in die Schublade des Nu-Metal stecken, sondern haben trotz ihres jugendlichen Alters (oder gerade deswegen?) ihren eigenen Stil. Neben den obligatorischen (und gekonnten!) Growls lässt der Sänger auch von melodischem Gesang des klassischen Heavy-Metal nicht die Finger, wie es gleich beim ersten Titel „Part Of The Wounded“ deutlich wird.

Auch die Instrumentalisierung lässt manche 80er-Anleihe a la Van Halen und andere üblichen Verdächtigen dieser Zeit erkennen, so zum Beispiel bei „Pepeating Mistakes“ oder „The Forsaken“. In einigen Songs werden dazu noch Synthesizer bemüht, was jedoch in der Kombination mit Gesang und Gitarrensolo im Song „Dirt Track Speedball“ dem ein oder anderen vielleicht zu viel Achtziger-Feeling hervorrufen könnte. Trotz Allem überwiegt auf dem Album der typische Wechsel  vom harten Gitarrenriff zum melodischeren Refrain, hinterlegt vom doch recht zügig gespielten Schlagzeug, wie es der Metal sich zu Eigen gemacht hat und wie man es natürlich auch erwartet. Zwischendrin machen unterschwellig wahrnehmbare Einflüsse von Linkin Park bis Slipknot das ganze umso interessanter.

Alles in Allem ein tolles und interessantes Album einer jungen Band mit eigenem Stil zwischen Nu-Metal und Metalcore, von der noch viel zu hören sein dürfte, nicht zuletzt dann, wenn zum  Talent auch noch einige Jahre mehr an Spielerfahrung hinzugekommen sind.