Night Laser: Laserhead (2017) Book Cover Night Laser: Laserhead (2017)
Glam Rock, Hair Metal
Out Of Line
17.03.2017
www.nightlaser.de

Tracklist:

  1. Laserhead
  2. Manta
  3. Fighting The Blues
  4. Make Me Cry
  5. Keep This Love Alive
  6. Bread And Circus
  7. Neon Lightning
  8. LA One Day
  9. Magnetism Of Flesh
  10. Thin Ice
  11. Chaos Crew
  12. The Same Heartbeat

„Tonight I’m gonna throw away my sorrows...“ – ist wohl die treffendste erste Zeile eines Opener-Songs, die ich seit langem gehört habe. Denn das neue Album „Laserhead“ von Night Laser zelebriert dieses Motto von der ersten bis zur letzten Note. Heavy Metal mit übertrieben hohem Spaßfaktor und das auch noch made in Germany.

Night Laser bringen ohne mit der Wimper zu zucken die 80er mit ihrem Glam Rock / Hair Metal zurück. Es schimmert der Spandex, es wehen die langen Haare; abgerundet durch Accessoires wie Sonnenbrillen oder breiten Stirntüchern ist die Band aus Braunschweig optisch als auch musikalisch mit Steel Panther und älteren Vorbildern ihrer Art zu vergleichen. Doch einen Vergleich braucht man sicher nicht mehr lange zu ziehen, denn die Band legt ordentlich los. Mit qualitativ hochwertigem Material und der Plattenfirma Out Of Line, das an sie glaubt kann es nicht mehr lange dauern, bis der Bekanntheitsgrad steigen wird.

Ihre neue Scheibe „Laserhead“ sorgt von der ersten Sekunde an für gute Laune. Der Opener ist ein energiegeladener Power Metal Song mit tollen Backing-Vocals und einem eingängigen Refrain. Man möchte sofort mitsingen. Ein solch gelungener Song, dass sogar Kai Hansen (ehem. Helloween, Gamma Ray) mitmischt.

Der zweite Song ist einem deutschen Autoklassiker gewidmet. Der besungene „King of the road“ ist kein geringerer als der Manta, der bereits in den 90ern die Hauptrolle in einem Film erhielt. Und genauso unterhaltsam wie damals „Manta, Manta“ ist auch dieser Song. Der Refrain stellt eine wahre Hymne in choraler Form dar, in dem das Auto bejubelt wird. Nach einem ebenso grandiosen „Fighting The Blues“ kommt die Ballade, die natürlich nicht fehlen darf. „Make Me Cry“ erinnert zu Beginn sehr stark an ganz alte Rock-Balladen im Stile von Skid Row, Def Leppard, Poison und wie sie alle heißen. Einfach wunderbar.

Ebenfalls die folgenden Stücke warten mit tollen Melodien auf, die im Ohr bleiben. Man hat das Gefühl man kenne jeden Song bereits irgendwoher und als gäbe es die Band schon seit den 80ern. Sie gliedern sich gekonnt in die älteren Vorbilder ein. Jedes Instrument ist perfekt auf 90ies justiert, die Mitsing-Refrains haben einen Wiedererkennungswert. Da passen die schnellen Gitarren-Licks zu den knackigen und auf den Punkt gebrachten Drums. Sänger Bennos Stimme gleitet von etwas rau in ungeahnte Höhen und liefert genau das Spektrum welches man von solch einer Band erwartet.

Auch wenn man viele Stücke natürlich eindeutig mit einem Augenzwinkern zu nehmen hat, verkaufen sich Night Laser äußerst glaubwürdig. Sie übertragen den Spaß den sie offensichtlich an ihrer Musik haben mühelos auf CD und von da aus auf den Hörer. Der Fuß wippt mit, es wird gesummt und man muss aufpassen, dass man zu Hause nicht plötzlich im Takt mitklatscht (bzw. warum eigentlich nicht?!).

Steel Panther haben es vorgemacht: die Zeit des Hair Metals ist noch nicht vorbei. Und auch wenn vieles wie eine Comedy wirkt, die Jungs von Night Laser nehmen ihre Sache ernst. Dies spiegelt sich in ihrer Arbeit wider und es ist bleibt eine Tatsache, dass die musikalischen Talente und die Qualität der Songs auf einem hohen Level sind. Und schließlich soll Musik auch Spaß machen! Ich bin äußerst gespannt auf die Record Release Show in Hamburg... ich geh dann schonmal meinen Spandex vom Dachboden holen – das Haarspray liegt bereit: „I’m a Laserhead!“