Moonsorrow: Jumalten Aika (2016) Book Cover Moonsorrow: Jumalten Aika (2016)
Folk Black Metal
Century Media
01.04.2016
www.moonsorrow.com

Tracklist:

  1. Jumalten Aika
  2. Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa
  3. Suden Tunti
  4. Mimisbrunn
  5. Ihmisen Aika (Kumarrus Pimeyteen)

 

Für Moonsorrow ist nun nach mehr als 20 Jahren Bandbestehen mit ihrem siebten Album das Zeitalter der Götter („Jumalten Aika“) angebrochen. Ganze fünf Jahre mussten wir warten, bis wir in den Genuss der neuen Epen kommen. Es ist diesmal kein Konzeptalbum (wie es beim Vorgänger „Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa“ der Fall war), dennoch besteht zwischen den beiden Tracks ´Jumalten Aika´ und `Ihmisen Aika (Kumarrus Pimeyteen)` (dt.: Zeitalter der Menschen (Beugen der Dunkelheit)) eine lyrische Verbindung.

Wer Moonsorrow kennt, weiß, dass das Themengebiet sich über die nordischen Mythen bis hin zu den Runen erstreckt und wird gekonnt verpackt in Songs mit Überlänge. `Suden Tunti` schafft es zwar noch, als kürzester Track, mit rund sieben Minuten, aber die restlichen vier kommen mit einer Spiellänge von knapp 13 bis zu 16 Minuten über die Ziellinie. Ich bin normalerweise nicht der Freund von solch langen Liedern, da es schwierig ist auf die volle Dauer hin, es so zu gestalten, dass man interessiert und gespannt zuhört. Ironischerweise ist es aber `Suden Tunti` der am unspektakulärsten klingt. Zwar nicht schlecht, aber gegen die anderen vier kommt er nicht an.

Manch einer würde sagen: „Die Spinnen, die Finnen!“. Aber Mitnichten! So clever diese Musik zu arrangieren ist schon eine Kunst. Es würde nicht viel bringen, die einzelnen Songs weiter zu beschreiben, denn man sollte sich lieber in Ruhe zu Hause den Kopfhörer aufsetzen und sich der Magie dieser epochalen Hymnen hingeben. Mein Fave ist hierbei `Mimisbrunn` (Das ist der Brunnen der Weisheit). Das Spiel zwischen den feinen Harmonien, der traumhaften Grundmelodie und den zwischendurch eingeschobenen Black Metal-Rasereien ist absolute Klasse!

Das faszinierende vor allem ist, das Moonsorrow es schaffen einzelne Parts so clever in die Songs so zu verweben, dass alles schlüssig und flüssig klingt. Wie ein Bach der hunderte von Metern lang über Stock und Stein dahin fließt.

Das Album wirkt zu keiner Sekunde überladen, geschweige denn langweilig. Selbst die finnische Sprache klingt, wer sich zum ersten Mal darauf einlässt, überhaupt nicht komisch oder „nervig“. Sie fügt sich hervorragend mit ein und man könnte meinen, es sei das alltäglichste, neben der englischen, deutschen und spanischen Sprache. Ein weiterer Pluspunkt geht an das stilvolle und stimmige Cover Artwork.

Fazit:
Mit „Jumalten Aika“  festigen sich Moonsorrow weiterhin die Spitze der Pagan Metal Szene (für mich eine etwas schwammige Bezeichnung…), auch wenn `Suden Tunti` ein minimaler Schönheitsfehler ist. Hörer von Turisas, Finntroll, Korpiklaani, Týr, Equilibrium oder Thyrfing sollten sich ehrfürchtig vor dem neuen Output verneigen, denn ein ebenso starkes Album, wie „Jumalten Aika“, habe ich von den genannten Bands schon lange nicht mehr gehört…

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Michael Gerlinger
Bei Mike handelt es sich im Einzelnen um allerhand mittelfränkische Verhandlungsmasse, ein wahrer Gentleman, ein wahrer Poet Den Löwenanteil seiner irdischen Sternzeit fristet Metalmike, wie wir ihn nennen, auf 49°17`60" N, 10°33`34" O in der Multi Media Abteilung eines Glücksgefühl-Sortimentas. In den 90ern war Gentlemicha der erste, der sich “Musik ist (mein) Leben!” auf die Pommesgabel hat tätowieren lassen, deswegen reichte das Taschengeld auch nicht für ‘ne Baumpatenschaft. Weil Metalmike jeden Tag einen Clown frühstückt, sperren wir ihn in der Regel statt Jack in die Box und füttern ihn für den Rest des Tages hauptsächlich mit Rock- und Metalscheiben, von Weichspülern bis hin zum richtig steilen Zeug à la Mgla, Lifelover und Co.