Kind Kaputt: Die Meinung der Einzelnen (2018) Book Cover Kind Kaputt: Die Meinung der Einzelnen (2018)
Post-Punk/ Post-Rock
www.kindkaputt.de
18.01.2018
www.kindkaputt.de

Tracklist:

  1. Unperfekt (feat. Jonas 8kids)
  2. Die Meinung der Einzelnen
  3. Wir bleiben hier stehen
  4. Glas
  5. Bitte Warte

Bei „Die Meinung der Einzelnen“ handelt es sich um die erste EP des Mannheimer Trios Kind Kaputt. Die Hörerschaft bekommt 5 Songs irgendwo zwischen wütendem Post-Punk und melodisch-sphärischem Post-Rock serviert. Und nach Newcomer klingt das alles mal gar nicht. Die Titel sind arschglatt produziert, die Songstrukturen raffiniert und auch die Instrumentalisierung lässt keine Wünsche offen – besonders sticht jedoch die angenehm frische Stimme von Sänger Johannes Prautzsch ins Ohr. Egal ob Gesang, Sprechgesang oder wütendes Geschrei, das passt.

Bereits der erste Titel „Unperfekt“ eröffnet, ohne lang zu fackeln, mit ordentlichen Gitarrenriffs und treibendem Schlagzeug. bevor der deutschsprachige Gesang einsetzt, für welchen Kind Kaputt zusätzlich Jonas von 8kids ins Boot geholt haben, um der Nummer noch etwas mehr Nachdruck zu verleihen. „Die Meinung der Einzelnen“ hingegen, startet etwas zurückhaltender. Die fast geflüsterten Strophen steigern sich in den energiegeladenen Refrain. Ähnlich verhält es sich mit „Wir bleiben hier stehen“. Der vierte Song „Glas“ kommt anfangs etwas poppiger daher, bis kurz vorm Refrain die Gitarren das Kommando übernehmen. Beendet wird „Die Meinung der Einzelnen“ mit der Ballade „Bitte Warte“ und auch das funktioniert ganz wunderbar.

Mit ihrer ersten EP ordnen sich Kind Kaputt in den aktuellen Zeitgeist der deutschen Rockmusik ein und erinnern musikalisch wie auch textlich an die (zugegeben etwas wütenderen) Kollegen von FJØRT. Man darf also gespannt auf den ersten kompletten Langspieler warten, um zu sehen, ob Kind Kaputt es schaffen, auch dauerhaft nicht langweilig zu werden.

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Thea Drexhage hat Salma Hayek einiges voraus! 10 mm. Wie die meisten Frauen der Redaktion, Duffy, Beth Ditto, Joan Rivers oder Angus Young kann sie die MusikerInnen aus dem Bühnengraben also völlig problemlos sehen, wenn jemand ihren Hocker trägt, wird aber - das hat sie mit Salma dann doch wieder gemein - dennoch viel zu oft auf Ihre Körpergröße, ihre Mähne und ihre leicht misanthropischen Anflüge reduziert. Damit sie also nicht im nächstbesten Titty Twister von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang Menschenmengen und Bläser mätzelt, halten wir “Aggro-Thea”, die zuvor ganze Landstriche in Mecklenburg Vorpommern ausgerottet hat, halbtags im spießbürgerlichen Oldenburger Exil an der langen Leine. Seither legt sich die scheißpünktliche existentialistische Besserwisserin analog mit Sartre, Camus & Kodak an und ja, auch wir müssen neidlos zugestehen, dass der Instagram-Account ihrer beiden Katzen “Salma” und “Hayek” mehr Follower pro Tag hat, als unser webzine im ganzen Jahr.