HIM: SWRMXS (2010) Book Cover HIM: SWRMXS (2010)
Sire
03.12.2010
www.heartagram.com

Tracklist:

  1. In Venere Veritas (Huoratron Remix)
  2. In The Arms Of Rain (Salem Remix)
  3. The Foreboding Sense Of Impending Happiness (Morgan Page Remix)
  4. Ode To Solitude (Gavin Russom Remix)
  5. Heartkiller (The Mercyfvcks Remix)
  6. Love, The Hardest Way (Tiësto Remix)
  7. Shatter Me With Hope (oOoOO Remix)
  8. Dying Song (Jay Lamar & Jesse Oliver Remix)
  9. Disarm Me (With Your Loneliness) [VV Remix]
  10. Scared To Death (Diamond Cut Remix)
  11. Acoustic Funeral / Like St. Valentine / Katherine Wheel (ÖÖ Megamix)

Acht Monate nach dem Release ihres siebten Studioalbums "Screamworks: Love In Theory And Practice" werfen HIM (passend kurz vorm Weihnachtskaufrausch!) eine Remix-Scheibe mit dem eigentlich schon alles aussagenden Titel SWRMXS (Screamworks Remixes) auf den Markt.

Nach der Acousticversion von Screamworks, die als Bonus-CD mit dem Titel "Baudelaire in Braille" in der Deluxe-Ausgabe des Albums zu haben war, ist SWRMXS hiermit nun Variante 3.0 des Ursprungsalbums, und man kann sich zunächst des Eindrucks nicht erwehren, dass hier mit kostengünstigem Recycling und Erscheinungstermin pünktlich zu Beginn der Geschenk- und Beschenksaison versucht wird, sich noch ein paar schnelle Euros dazuzuverdienen.

Aber warum schließlich nicht? Immerhin sind Remixes zur Zeit angesagt, und machen selbst vor 80er Jahre Hits wie Bon Jovis "Living On A Prayer" oder gar Alphavilles "Forever Young" nicht halt – weshalb also nicht mitziehen und den Dance & Trance-Fans unter den HIM-Anhängern eine tanzbare Version des Albums vorlegen? Und nicht nur denen: Um die Scheibe auch für Nichtfans interessant zu machen, haben HIM einige hochkarätige Namen für ihr Projekt angeheuert. Allen voran Tiesto, einer der weltweit wohl bekanntesten Trance-DJs seit den 90ern. Ebenfalls Hand angelegt haben unter anderem Huoratron (Aku Raski), Salem, Morgan Page und Gavin Russom.

HIM-Frontman Ville Valo selbst hat nicht nur mit dem Coverfoto des Albums, sondern auch bei drei Stücken selbst seiner Kreativität freien Lauf gelassen: Heartkiller (Mercyfvcks Remix), Disarm Me (VV Remix) und Acoustic Funeral/Like St. Valentine/Katherine Wheel (ÖÖ Remix) stammen allesamt vom "Meister" selbst, teilweise in Kollaboration mit dessen Bruder Jesse Oliver, der sich schon seit einiger Zeit neben anderen Musikprojekten auch als DJ und Remixer betätigt, und dabei überaus überzeugende Ergebnisse produziert.

Wer beim Anhören der Platte erwartet hat, die Ursprungsversionen der Songs zumindest ansatzweise wiederzuerkennen, wird bei einigen Stücken enttäuscht sein, denn gleich bei den ersten zwei Remixes ist Valos Stimme kaum zu hören und die Melodien haben kaum Wiedererkennungswert. Gelungen hingegen sind "The Foreboding Sense Of Happiness" (Morgan Page), "Ode To Solitude" (Gavin Russom) und Tiestos "Love, The Hardest Way".

"Heartkiller" kann man nur als eine kreative Mischung aus Elektro und Humor bezeichnen, denn kaum jemand, der mit der Originalversion des Songs vertraut ist, wird sich bei dieser Variante ein Schmunzeln verkneifen können.

Während man sich bei "Shatter Me With Hope" wieder fragt, ob das Ganze denn nun wirklich sein musste, wird man spätestens mit dem Dance-Remix  von "Dying Song" und dem Trance-lastigen "Disarm Me" wieder entschädigt. "Scared To Death" im Technobeat kommt gar nicht mehr so düster, sondern energiegeladen und dynamisch daher.

Und mit dem Aus-Drei-Mach-Eins gekonnt zusammengemixten Outro beweist das Duo Valo am Ende, dass Love Metal mit Elektrobeats im Stil der 80er erstaunlicherweise doch ganz gut funktioniert.

SWRMXS ist das erste full-length Remixalbum der Band, und schon kurz nach dem Release am 3. Dezember 2010 wurde klar, dass Frontmann Valo mit der Platte eher dem Wunsch, seiner Kreativität mal in anderer als der gewohnten Easy Listening/Metalschiene ihren Lauf zu lassen nachgekommen ist, als sich um die Skeptiker unter seinen Fans Gedanken zu machen. Für Sammler und Dance-Fans sicher lohnenswert, für die meisten anderen sicherlich mehr als gewöhnungsbedürftig.