Gorilla Monsoon: Extermination Hammer (2008) Book Cover Gorilla Monsoon: Extermination Hammer (2008)
Jörn Constabel
Wacken Records
07.11.2008
www.gorilla-monsoon.de

Tracklist:

  1. Rock me over
  2. High on insanity
  3. My way
  4. Black Angel Prohecy
  5. Extermination's hammer
  6. Hatebreed
  7. Serving democracy
  8. 50$ whore
  9. Codeine commander
  10. Born to lose
  11. No mercy for the monsters

 

Stoner Rock: An was denkt der emanzipierte Rockmusikhörer, wenn ihm dieses Genre vorgelegt wird? An Bass, Groove, Doom und Chillen? An „Queens of the Stoneage“, „Wolfmother“, „Monster Magnet“ oder eventuell sogar an „Gorilla Monsoon“? Nun, Gorilla Monsoon mag in dieser Auflistung die unpopulärste Band sein, doch sollte sie in keinem anderen Umfeld als diesem erwähnt werden.

„Gorilla Monsoon“, einst ein amerikanischer Wrestler, heute der Bandname für Dresdner Stoner Rock, welche kürzlich ihr zweites Album veröffentlichten.

Das zweite Album der 2001 gegründeten vierköpfigen Band ist als „Extermination Hammer“ betitelt und liegt vor mir auf dem Schreibtisch. Auf dem Cover eine Skyline aus Schusswaffen aller Art, über der ein Erdball wie die Sonne schwebt. Auf dem Erdball sitzt eine riesige brüllende Spinne mit einem Gorillakopf. Sehr hübsch und bedrohlich zugleich, genauso wie der Sound auf dem Silberling.

Dumpfer Bass-Matsch ertönt, aus welchem immer wieder feine, tiefe Riffs sich im Rausche eines beinahe unbändigen Grooves versuchen hervorzubringen. Dazu eine raue Stimme begleitet von einem smarten Schlagzeug.

Es sind die Gitarren, die die Bestie formen und im Zaume halten. Es sind die Drumms, die das Biest immer wieder zum Erzornen anstacheln. Es ist der Gesang, der dieses Machtgehabe umschreibt. Es sind ruhige Passagen, wenn der Groll sich erschöpft den Musikern beugen muss. Doch er ist mürrisch und lässt sich nur zu leicht von den Drumms anheizen, woraufhin er immer wieder erneut von der Wut gepackt wird, sodass es die kurz angerissenen Solie und die unendlich schweren Bridges sind, die aus den Tiefen jener staubig dreckigen Wüste schallen und dem Hörer diesen brachialen Sound entgegnen. Diese Band spielt mit dem Groove wie eine Katze mit einer Maus.

Dieses Album ist für Stoner-Verhältnisse ziemlich bedrohlich; es ist smooth, es ist wie eine hinterlistige Spinne, die versucht vor einer Schuhsohle zu fliehen. Es ist die Menschheit, die Angst vor ihren eigenen Waffen hat. Es ist ein Ringkampf. Es ist Rock'n'Roll. Es ist Stoner Rock aus Dresden. Es ist das neue Album von Gorilla Monsoon. Es ist der „Extermination Hammer“.

Aber das Album ist längst nicht so gut wie die Liveprofomance dieser Band. Denn nur wer Gorilla Monsoon einmal live gesehen und den Gazellenschädel, der bei jedem Gig auf Jack Sabbath Mikrofonständer steckt, erblickt hat, der weiß was diese Musik für eine atemberaubende Atmosphäre ausstrahlt. So etwas gewaltiges kann kein MP3-Player, keine Stereoanlage, kein Autoradio wiedergeben.