Bloodsucking Zombies From Outer Space: Bloody Unholy Christmas (2016) Book Cover Bloodsucking Zombies From Outer Space: Bloody Unholy Christmas (2016)
Horrorbilly
monkey.
25.11.2016
www.zombies.at

 

Tracklist:

  1. Bloody Unholy Christmas
  2. Material Girl
  3. Der Kommissar
  4. Let Me Entertain You
  5. Thriller
  6. God of Thunder
  7. Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)
  8. Help
  9. Science Fiction / Double Feature
  10. Welcome to the Jungle
  11. Don't Stop Me Now
  12. Merry Xmas Everybody

 

Bloodsucking Zombies From Outer Space, die Weihnachtsedition mit Coversongs im Horrorpunk Style. Wer das braucht? Eigentlich keiner und trotzdem macht es Spaß anzuhören! Und das Album ist auch nicht irgendwie aus dem Stehgreif enstanden. Fans wissen, dass jährlich ein Weihnachtskonzert der Band statt finden. Und jedes Jahr starten die Bloodsucking Zombies ihr Konzert mit einem Coversong, die jetzt auf einem Album vereint wurden.

Gehörnte, blutverschmiete Weihnachtsmänner

Allein das schaurig schräge Cover mit einem dämonischen, gehörnten und blutverschmierten Weihnachtsmann, der Kinder in seinem geschulterten Sack entführt, während die Bzfos mit seinem geklauten Schlitten davon düsen, beschert eine gruselige Vorfreude. Für alle, die Weihnachten nicht ganz so ernst nehmen oder gar mit Grauen entgegensehen ist dies die perfekte Alternative zum alljährlichen „Last Christmas“.

Das Intro zum ersten Song „Bloody Unholy X-Mess“ mit Weihnachtsglöckchen und einem fröhlichen Weihnachtsmann nimmt ein unerwartetes Ende. Ich verrate nur so viel: der Weihnachtsmann scheint dieses Jahr verhindert zu sein. Typisch Bzfos geht es dann weiter im Text mit frechen Lyrics und Beats, die sofort ins Bein gehen.

Doch dann startet das eigentliche Konzept des Albums: Die Coverversionen. Den Start macht eine eher verunstaltete Variante von Madonnas „Material Girl“. Ein bisschen zusehr geschrien und hektisch, dann doch lieber schnell eins weiter switchen zu Falco, dem Landsmann der Bzfos. „Der Kommissar“ steht der Band doch gleich viel besser, zumal Songs von Falco auch bei Liveauftritten immer gut ankommen.

Es erfolgt ein Sprung von den 80ern in die 90er. Zu Robbie Williams „Let Me Entertain You“ passt der treibende Stil der Band richtig gut. Endlich kann ich mir das Lied mal  zu Ende anhören ohne sofort den Drang zu verspüren das Radio um- oder ausschalten zu müssen. Und der Titel passt zu Bzfos, denn ein Live Auftritt der Österreicher ist stets Entertainment pur.

Natürlich darf bei einem Coveralbum auch der King Of Pop nicht fehlen. Man sollte meinen Michael Jacksons „Thriller“ passe perfekt zu einer Band mit dem Namen Bloodsucking Zombies From Outer Space. Der Song hat dann aber doch eine etwas bessere englische Aussprache und ein genaueres Timing verdient. Das reißt die Erzählerstimme von Bela B. auch nicht mehr raus. Nebenbei beim Kochen ist es lustig anzuhören, doch sperrt man die Lauscher einmal richtig auf, gruselt es einen doch ein wenig... nicht wegen dem Horrorstil der Band sondern aufgrund der Mängel.

Nach einem erheiternden „God Of Thunder“ folgt eine große Überraschung. Wer hätte gedacht, dass eine Horrorbilly Version von Abba’s „Gimme! Gimme! Gimme!“ so gut sein kann. Wie betrunkene Untote grölt einem der Refrain entgegen, so dass man gleich Lust bekommt sich einen Kurzen einzugießen und Arm in Arm mit den Saufkumpanen mitzujohlen.

Richtig interessant wird es bei „Help“. Der Beatles-Song hat genau die richtige Geschwindigkeit und den passenden Takt. Er ist quasi prädestiniert dafür, von den Bzfos gecovert zu werden. Auch zu „Science Fiction, Double Feature“ schlägt das Herz eines jeden Horrorbilly und Rocky Horror Fans höher. Zum Glück hat die Band hier nicht den „Time Warp“ gewählt, denn „Science Fiction, Double Feature“ scheint wie für die Band gemacht zu sein. Grandioses Howling im Background, bei dem Argyle Goolsby unterstützend einspringt, und ein originalgetreues Zwischenspiel zollen Frank N Furter den verdienten Respekt.

Jetzt kommt die Band so richtig in Fahrt. Unglaublich aber wahr, sogar Guns N Roses „Welcome To The Jungle“ ist gelungen. Ohne sich die Zunge zu verknoten meistert Sänger/Schlagzeuger Dead Richy Gein sogar den „...sha na na na na knees knees...“ Part. Auch hier gibt sich ein Gastsänger die Ehre. Köfte DeVille der deutschen Psychobilly Kombo Mad Sin leiht sein glockenhelles Stimmchen. Etwas schräg erschallt dann anfänglich „Don’t Stop Me Now“ von Queen. Zwischendurch fängt sich der Song dann wieder bevor es erneut etwas quengelig wird - ein Auf und Ab und stellenweise etwas gehetzt, aber im Großen und Ganzen eine mal etwas andere Hommage an eine unvergessliche 80er/90er Band.

Bei vielen Songs hätte eine minimale Drosselung des Tempos sicher gut getan. Einige Parts hören sich sehr übereilt und atemlos an. Doch dieses Coveralbum from outer space macht einfach Spaß anzuhören und zaubert ein Lächeln auf die Gesichter von außergewöhnlichen Weihnachtsbäckereien. Was aus so einer Bäckerei dann aus dem Ofen kommt ist allerdings ein anderer Schnack. Es sei denn man verwendet das Christstollen Rezept, das im Booklet mit abgedruckt ist. Ich jedenfalls bin sehr gespannt welche Songs es auf die Live Setlist schaffen werden und sehne bereits eine hoffentlich baldige Tour herbei.