A Life Divided: The Great Escape (2013) Book Cover A Life Divided: The Great Escape (2013)
Afm Records
18.01.2013

Tracklist:

  1. The Lost
  2. It Ain't Good
  3. Clouds Of Glass
  4. The Last Dance
  5. Game Over
  6. Feel
  7. Perfect Day feat. Chris Harms (Lord Of The Lost)
  8. Foreign Rain
  9. Wait For Me
  10. Goodbye
  11. On The Edge
  12. Space
  13. If You Want To
  14. The Last Dance (Eisbrecher Mix) 

So sehr sympathisch sie sind und so sehr ich die Jungs persönlich auch mag. Ich hatte mehr Hoffnung in das Album gesetzt. Ganz sicher sind da ein paar echte Kracher auf der Scheibe. Doch in Gänze ist es mir zu sehr Richtung Allgemeines Einerlei. Schon der Opener ist nett und ist außer als Hymnensong für mich eben nett. Gute Rockmusik ohne Höhepunkte. Aber man merkt sofort wo die Reise hingeht. Rockmusik, die mit ein wenig elektronischen Arrangements unterlegt wird.

Schön klingt es. Gut abgemixt wurde es auch. Auch mit der Power des zweitens Songs können Jürgen und Co. leider das Rad nicht herumreißen. Die Songs neigen ganz sicher zum Mitwippen, sofern sie nicht wie „Clouds Of Glass“ ruhigerer Natur sind. In dem Song werden elektronische Streicher eingespielt und wenn die leichten Brecher an Gitarren und Bass nicht wären, die Drums etwas in den Hintergrund rücken, könnte das locker als Poprock-Song einer Boy-Band durchgehen. Okay. Vielleicht nicht ganz so weich wie ein Teenie. Jedoch anheimelnd genug, um sich zu fragen, wieviel Rock da noch drin steckt. Immerhin noch genug um nicht ganz aus dem Genre Rock zu fallen.

Und doch genug Andersartigkeit als mit den Bands verwechselt zu werden, die in der Band selbst vertreten sind. Seien es Eisbrecher oder Lacrimas Profundere, die hier musikalisch in Form von Jürgen oder z.B. Korl vertreten sind, haben soviel Abstand zu ihren anderen Projekten, das diese garantiert nicht gleich klingen. Jedoch hätte ich mir persönlich ein wenig mehr wie „Game Over“ gewünscht. Der Song hat im Grunde nämlich alles, für das ALD sich bisher ausgezeichnet hat. Power! Andersartigkeit! Mitreißenden Sound! In dem Lied stimmt für mich einfach alles. Und mit „Perfect Day“ geht es immerhin partiell auch so weiter. Obwohl manchmal Jürgen, der auch beim Mixen dabei war, seine Stimme weg bleibt. Da muss man schon genau hinhören, wenn diese nicht komplett untergehen soll. Und im Duett mit Chris Harms (Lord Of The Lost) fehlt ihm noch ein wenig der Rock!

An sonst noch immer Power und Spaß, auf allen Frequenzen! Wenn man sich dann jedoch wieder dem restlichen Soundgewitter zuneigt, werden die eingängigen oder doch lieber einheitlichen Drums und Riffs schnell langweilig. Ob die Suche nach einem echten Hit oder einfach nur der Griff in die vorhandene Soundschatulle schuld ist, obliegt der Spekulation. Jedoch gehen einige Songs an einem vorbei ohne das man sich später an diese wirklich erinnern kann. Schade! „Wait For Me“ könnte da ebenso anknüpfen.

Wenn da nicht Jürgen mal eine andere sehr schöne Seite seiner Stimme gezeigt hätte. Daher ist das für mich die gelungenste Ballade der Scheibe. Ebenfalls ein Ausnahmesong, der genau zeigt, was ALD noch können: „Goodbye“. Kraft gepaart mit hammervollen Beats. Dazu einige Bass und Gitarrenpassagen, die viel Kreativität zeigen. Zwar neigen manche Teile in dem Song doch wieder auf das vorher eingeschlagene mögliche Hit-Konzept und Radiotauglichkeit zurück greifen. Doch trotz aller Kritik bleibt der Song sehr gelungen.

Zum Ende sei noch erwähnt, das es drei Versionen des Albums gib, eine mit 13 Songs und zwei mit 14. Bei den beiden letzeren ist der letzte Song jeweils ein anderer. Ich hab die Version mit der VNV Nation Cover „Perpetual“, welche einen rockigen Mix zeigt, jedoch leider nicht an das Original heran kommt.

Für mich ein leider sehr durchwachsenes Album. Obwohl  es live ganz sicher besser kommt. Da liegen definitiv auch derzeit mehr die Qualitäten der Band.

Anspieltipps:

  • Game Over
  • Perfect Day
  • Wait For Me
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Oliver Garrandt ist ein ECHTER Fotograf! Echt jetzt!! Mit Betonung auf Graf, aber in der Regel inkognito, mit Verzicht auf Titel und jegliches Zeremoniell. Alles andere wäre albern und unpraktisch. Man erzählt sich, von Garrandts Sommerresidenz in Dings bei Bums sei soetwas wie das rebellische Knusperhäuschen der internationalen Anti-Low-Carb-more-Fat-Bewegung. Ein käseüberbackenes, solarbetriebenes Nudelparadies mit extradünnen Extras. Der blaublütige Pixelprommi is so fucking real und exclusiv, der lebt sogar seinen Hang zu Electro und alternativer Musik, „die gern auch Crossover Industrial und Metal beinhalten darf“, offen aus.