Marilyn Manson: The High End Of Low (2009) Book Cover Marilyn Manson: The High End Of Low (2009)
Universal
22.05.2009
www.marilynmanson.com

Tracklist:

  1. Devour
  2. Pretty As A ($)
  3. Leave A Scar
  4. Four Rusted Horses
  5. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon
  6. Blank And White
  7. Running To The Edge Of The World
  8. I Want To Kill You Like They Do In The Movies
  9. WOW
  10. Wight Spider
  11. Unkillable Monster
  12. We're From America
  13. I Have To Look Up Just To See Hell
  14. Into The Fire
  15. 15
  16. Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon (The Teddybears Remix)

Er hat es schon wieder getan! Marilyn Manson hat ein neues Album auf den Markt gebracht. Und er scheint wieder auferstanden zu sein - zumindest ein bißchen… denn bei dem letzten Album „Eat Me Drink Me“ hatte man den Eindruck gewonnen die Luft sei raus und das Rentnerleben nahe bereits mit großen Schritten. Vor allem Fans waren enttäuscht vom fast gänzlichen Fehlen der Industrialeinflüsse und dem geringen Härtegrad an sich, die charakteristischen Eigenschaften, die MM ausmachten (neben den unverkennbaren Vocals natürlich) und die man sosehr an ihm schätzte.

Doch kaum mochte man sich mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf abwenden kommt Marilyn Manson wie ein kleiner Kastenteufel rücklinks angesprungen. Der Überraschungseffekt ist gelungen. Nach einem anfangs recht ruhigen Einstieg bei dem Opener „Devour“ explodiert der Song am Ende regelrecht und scheint dem Hörer ins Gesicht zu rufen ‚Haste gedacht! Jetzt geht’s erst richtig los – ich bin wieder da!’. Typische Manson-Songs bestücken das Album wie "Pretty As A Swastika" oder "I Have To Look Up To See Hell". Das ist der gute alte Manson wie man ihn kennt, nicht wirklich spektakulär, doch solide. Doch darüber hinaus bietet „The High End Of Low“ einige regelrechte Schmuckstücke, die aufhorchen lassen. Da verursachen “Apple Of Sodom“ oder “I Put A Spell On You“ eine Gänsehaut und erinnern an Lynch während "Pretty As A ($)" ist und "I Have To Look Up To See Hell" wiederum komplett andere Wege gehen und an Bands wie The White Stripes erinnern. Hört sich jetzt merkwürdig an, ist aber so. Das kann man mögen oder nicht, da stellt sich wahrscheinlich die Frage, ob das noch Marilyn Manson ist oder nicht. Doch für diejenigen, denen dieser Stil nicht so zusagt gibt es noch Songs wie „Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon" mit aggressiven Manson-Vocals und Industrialtönen wie zu guten alten Zeiten. Er kann es also doch noch; und schön dass man auch Twiggy zurück begrüßen darf. Als auch noch ein Countrysong mit „Four Rusty Horses“ ertönt und die Ballade „Running To The Edge Of The World“ stark an „Mechanical Animals“ erinnert und Manson in Bestform zeigt ist die (positive) Verwirrung perfekt. Eine gute Mischung aus Altbewährtem und Experimenten. Da ist für jeden etwas dabei.

Wessen Verdienst der qualitative Wieder-Aufstieg der neuen Songs auch sein mag, „The High End Of Low“ ist ein abwechslungsreiches Album, das oftmals an „Mechanical Animals“ erinnert und den Fans der ersten Stunde wieder Hoffnung geben wird. Zwar übertrifft es Manson zu seinen Höchstzeiten nicht, doch die Chancen, dass es gefällt sind weitaus höher als bei „Eat Me Drink Me“ – der eingeschlagene Weg zurück nach Hause ist schonmal richtig.