Preview: Kölsch geht immer – Niedeckens BAP live (2018)

Niedeckens BAP (Foto: Carsten Klick)

So ein lecker Kölsch kann mensch sich durchaus mal genehmigen. Oder zwei oder drei gehen auch. Das ist aber nur der “kulinarische“ Teil. Da gibt’s ja auch noch den sprachlichen Teil. Der Dialekt „Kölsch“ ist fast wie eine Fremdsprache. Da verstehst du als Normalo-Hochdeutscher nix, aber auch gar nix. Wenn eine Band dann auch noch auf Kölsch singt, sollte mensch vorbereitet sein auf Musik und Text. Denn diese Band hat schon immer was zu sagen gehabt.

Nach einem spielfreien Jahr ist Wolfgang Niedecken mit BAP und einem erfrischend neuen Tourneeprogramm zurück auf der Bühne. Eine exquisite Kostprobe seines originellen Show-Programms gab die Band um Frontmann Niedecken bereits im Juni 2018 vor der Fußball-WM, zusammengestellt aus einem überwältigenden Repertoire an unverwechselbaren Songs. Diesen Herbst geht NIEDECKENS BAP in die nächste powervolle Tour-Runde und rockt die Bühnen wie gewohnt über drei Stunden lang. Hierbei wird sie erstmals in der 40jährigen Bandgeschichte von einem dreiköpfigen Bläsersatz, nämlich dem
von der „Sing meinen Song-Band“ unterstützt.

Niedeckens BAP (Foto: Photogroove)

Das Spektrum der Songauswahl ist enorm und setzt sich zusammen aus altbekannten Klassikern, wie „Kristallnaach“, „Verdamp lang her“, „Do kanns zaubere“ oder „Nemm mich met“. Auch neue Songs aus dem jüngsten Solowerk „Reinrassije Strooßekööter – Das Familienalbum“, welches Wolfgang Niedecken im spielfreien Jahr in New Orleans aufgenommen hat, werden zum Besten gegeben. Daher weht auch der frische Südstaaten Wind, der sich im abwechslungsreichen Bühnenbild ebenso, wie in den groovigen Arrangements widerspiegelt. Das Bläsertrio, bestehend aus Trompete, Saxophon und Posaune, verleiht den ehrwürdigen Kölschrock-Hits wie „Waschsalon“, „Et ess, wie’t ess“ oder „Diss Naach ess alles drin“ eine prickelnde Note und fügt sich musikalisch elegant in den BAP-Sound ein. Mit viel Liebe zum Detail hat Wolfgang Niedecken diesmal auch wieder echte musikalische Fundstücke aus seiner Schatzkiste auf die Setliste gepackt und ihnen zusammen mit seiner Band ein überraschend neues Lebensgefühl eingehaucht. Illustriert werden die Songs durch Projektionen, unter anderem Privatfotos und selbstgedrehte Filmsequenzen von unterwegs, die auf einer überdimensionalen Leinwand eine ganz spezielle Atmosphäre schaffen und mit Wolfgang Niedeckens Anekdoten und Geschichten zu einem großen, fließenden Ganzen aneinander moderiert werden. Er ist nicht nur ein herausragender Musiker, sondern auch ein hinreißender Geschichtenerzähler mit einer warmherzigen Art und der Verbundenheit zu seinen Wurzeln, dem Lebensgefühl zwischen Chlodwigplatz und Rheinufer.

Frööchs mich, wann ich zoletz e’ Bild jemohlt hann,
Ob mir e’ Leed tatsächlich jetz jenüsch,
Ob ich jetz do benn, wo ich hinjewollt hann,
Ob mir ming Färv op die Tour nit verdrüsch.
Ich jläuv, ich weiß, ob de nu laut mohls oder leis,
Kütt nur drop ahn, dat de et deiß.

Eine musikalische Reise von der Kölner Südstadt in die amerikanischen Südstaaten mit vielen Überraschungen, die bei den Fans keine Wünsche offen lassen. Das geschmackvolle Bühnendesign erinnert augenzwinkernd an den zauberhaften New Orleans Charme vergangener Zeiten und wenn zum Konzertbeginn „Tara`s Theme“ aus dem Off eingespielt wird, der Titelsong des Filmklassikers „Vom Winde verweht“, sollte man auf eine musikalische Reise gefasst sein, die so manche Erinnerung wachküsst.

Niedeckens BAP (Foto: Ralf Jürgens)

Wolfgang Niedecken wäre nicht Wolfgang Niedecken, wenn er nicht im Verlauf des Abends auch seinen gesellschaftspolitischen Anspruch behaupten würde, indem er deutlich Stellung bezieht. Viele seiner Texte sind heute aktueller denn je und regen unermüdlich zu mehr politischer Verantwortung und Nachdenklichkeit an. Es geht ihm um Werte wie Würde, Anstand und Respekt, die in unserer hasserfüllten Gegenwart leider viel zu oft vergessen werden. Über drei Stunden Rock`n Roll, Authentizität, Abwechslungsreichtum und geballte Ausdauer der Band bis zum letzten Ton. Ein Tourneeprogramm mit reichlich Tiefgang, das endlos viele Erinnerungen weckt, aber zum Lachen auch nicht in den Keller geht. Typisch Kölsch halt!

Niedeckens BAP (Foto: Tina Niedecken

Die Dates:

  • 29.09.2018 Soest, Stadthalle
  • 30.09.2018 Mainz, Rheingoldhalle
  • 02.10.2018 Karlsruhe, Schwarzwaldhalle
  • 04.10.2018 Wuppertal, Historische Stadthalle
  • 05.10.2018 Bielefeld, Stadthalle
  • 06.10.2018 Bremen, Pier 2
  • 07.10.2018 Lingen, EmslandArena
  • 09.10.2018 Oberhausen, König-Pilsener-ARENA
  • 10.10.2018 Düren, Uhr Arena
  • 11.10.2018 Saarbrücken, Saarlandhalle
  • 13.10.2018 Wetzlar, Rittal Arena Wetzlar
  • 14.10.2018 Leipzig, Haus Auensee
  • 15.10.2018 Dresden, Alter Schlachthof
  • 17.10.2018 Hannover, Swiss Life Hall
  • 18.10.2018 Beverungen, Stadthalle
  • 19.10.2018 Erfurt, Thüringen-Halle
  • 21.10.2018 Mannheim, Rosengarten Mozartsaal
  • 22.10.2018 Tuttlingen, Stadthalle
  • 23.10.2018 CH-Basel, Musical Theater
  • 24.10.2018 CH-Zürich, Volkshaus
  • 27.10.2018 Künzelsau, Carmen Würth Form
  • 29.10.2018 Münster, Halle Münsterland
  • 30.10.2018 Euskirchen, Euskirchener City-Forum
  • 31.10.2018 Köln, Palladium

Links:
www.bap.de

Veranstalter:
www.semmel.de
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