Review: Sphärische Klänge im Riders Café – Soen live (14.09.2019, Lübeck)

Soen (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Jetzt wo sich der Festivalsommer langsam dem Ende neigt, bevölkern die Musikbegeisterten langsam wieder die Clubs und Hallen. Die Temperaturen werden in den Abendstunden kühler und man holt sich die Wärme in den vollgepfropften kleinen oder großen Locations der Republik. So machen sich auch einige Leute in das Riders Café in Lübeck auf, um Soen, Wheel und einen Support zu sehen. Wer dieser ist, ist noch nicht bekannt. Scheint aber auch nicht so wichtig zu sein, denn selbst kurz vor Beginn tummeln sich immer noch die Konzertbesucher draußen vor dem Club.

Mediterrane Newcomer

The Price (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Plötzlich dringt Musik aus dem Bauch des Clubs. Die italienische Band The Price stehen auf der Bühne. In Deutschland noch nicht gehört? Wie auch. Es ist ihr zweiter Gig auf ihrer ersten Support-Tour in Deutschland. Der charismatische Sänger gibt sich unbeeindruckt von dem leeren Raum, gibt ordentlich Gas und spielt sein Südländisches Temperament voll aus. Es wirkt wie Hardrock, Metal und diversen weiteren Einflüssen mit einer Klangvollen Stimme. Man merkt aber deutlich den Spaß am Spielen der Songs.

Wirkte es am Anfang noch wie eine gemeinsame Party im Probenraum, so sucht Fabio Ficarella mit zunehmender Fülle des Raumes, den Kontakt zum Publikum. Inzwischen ist es merklich voller geworden und das relativ kurze Set neigt sich dem Ende.

The Price (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Die Kapuzenmänner kommen

Wheel (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Nach einer kleinen Umbaupause wird es dunkel im Club. Auf der Bühne stehen Wheel aus Finnland. Silhouetten in Kapuzen, die progressive Klänge in den Raum verströmen. Der Sound ist perfekt abgemischt aber das Licht unterirdisch. Nicht zu erkennen wer wer ist, und welche Position bekleidet. Ungewöhnlich, dass der Sänger ganz rechts auf der Bühne steht und der Bassist Mikko Määttä in der Mitte seine eigene Party veranstaltet. Da fühlt man sich an die Zeit von Sid Vicious zurückerinnert, der auf den Konzerten auch nie das gemacht hat, was angesagt war. Eine ähnliche Situation haben wir hier. Er bricht raus und scheint in seiner eigenen Welt zu leben.

Mit dieser Band bekommen wir schon mal den Bezug zu Tool zu spüren. Diverse Parts erinnern doch stark an die Band. Auch dieser Auftritt ist nicht sehr lang, Vielleicht wird es ja mal heller.

Wheel (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Esoterik-Shop?

Soen (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Bestechend ist nun der Geruch von Räucherstäbchen, der in wohlbekannten einschlägigen Shops bekannt ist. Bei den ersten Tönen von Soen wird es merklich still im Raum. Andächtig wird den Tönen beigewohnt und die sphärische Stimmung genossen. In Verbindung mit der Musik, hüllt die Stimme von Joel Ekelöf das Publikum ein und nimmt es mit auf seine eigene Reise. Voran ein Song der neuen Scheibe Covenant. Hier sind wir nun wirklich unter den Einflüssen von Tool und dieses hat die Band selbst auch mehrfach bestätigt. Aber auch die psychodelische Art von Pink Floyd spielt eine große Rolle.

Düster und experimentell kommen die Songs daher und legen sich über die begeisterten Besucher nieder. Es wird fleißig mitgesungen und sich in diese Atmosphäre reingesteigert, somit breitet die Magie der Musik ihre Flügel über dem Publikum aus und schützt sie vor dem tristen Alltag. 

Soen (Foto: Olaf Räwel bs! 2019)

Mit dem letzten Song Lotus beschießen Soen ihren Auftritt und schicken ihre Fans frisch gestärkt in die Nacht zu ihren Gemächern heraus, um das erlebte mitzunehmen und in die neue Woche zu starten.

Galerien (by Olaf Räwel bs! 2019):

Links:
www.theprice.band
www.wheel.band
soenmusic.com