Review: The Vision Bleak, Therion (07.12.2007, Glauchau)

Foto: Kristin Hofmann

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In Glauchau hat am 07.12.2007 die Erde gebebt. Anwohner in der „An der Spinnerei“ Straße werden in dieser Nacht nur schlecht geschlafen haben, denn laut wars an diesem kühlen und nassen Freitag, sehr laut. Und an wem lags? Die Metaler von The Vision Bleak und Therion dürften hier wohl eindeutig als Schuldige vortreten. Denn… diese beiden gigantischen Bands tourten seit diesem Tag gemeinsam durch die Landen und in ausgerechnet im kleinen Örtchen Glauchau startete diese gemeinsame Reise voller Metal, fliegenden Haaren und Schweiß.

Wo der Saal kurz vor 21 Uhr eher schmächtig gefüllt war, vor allem vor der Bühne, wurde er kurz nach 21 Uhr mächtig voll, jawoll. Grund waren die Horror Metaler von The Vision Bleak, die als erstes ihre Füße auf die Bühne der diesjährigen Tour setzten durften. Die Bühne war leicht verkleinert, wie es bei „Vorgruppen“ nun mal so ist. Ich weiger mich, The Vision Bleak als Vorgruppe zu bezeichnen, denn sie sind ja an sich schon ein Gesamtkunstwerk. Ein neuer großer schwarzer Bandbanner war auf der linken Bühnenseite angebracht, rechts ein anderer, der die geheimnisvolle Dekoration von Therion verstecken sollte.

So betrat gleich zuerst Grandmaster Schwadorf die Bühne, gefolgt von den Livemusikern und Geschichtenerzähler und Sänger Konstanz. Nach einem kombinierten Intros aus den zwei besten TVB Intros ging es mit „The Demon Of The Mire“ vom neuen Album „The Wolves Go Hunt Their Prey“ gleich in die vollen. Der Sound war anfangs etwas schwierig, die Stimme und Livequalitäten von Konstanz grandios. Eine wirklich starke und beeindruckende Stimme hat dieser Mann. Nach zwei älteren Stücken, „Carpathia“ und „The Grand Devilry“ folgten gleich zwei Nummern zum totalen Ausrasten, „Kutulu!“ und „Seth“, die aber leider auch schon die letzten des Sets waren. Besonderes „By Our Brotherhood with Seth“ geht runter wie Butter und hat gar keine andere Wahl als zur Hymne zu mutieren. Warum dieser grandiosen Band keine halbe Stünde Spielzeit gegönnt wird, versteht keiner.

Foto: Kristin Hofmann

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Therion habe ich an diesem Abend das erste Mal live erleben dürfen. Schwierig ist auch diese Band einzuordnen. Wenn man nur von der Bühnendeko ausgeht, die aus Kerzen, Schädeln, Foltergeräten und Ähnlichem bestand, könnte man sie ganz einfach mal als klischeehafte Gruftis abtun. Ist aber nicht so. Rein äußerlich sind die vielen Musiker sehr vielfältig, was die Wahl der Kleidung angeht. Wobei ich bemerken möchte, dass der weibliche Teil einen besseren Geschmack in dieser Richtung hat. An den Outfits der Männer kann man noch pfeilen, schon wenn man so viel Zeit und Mühe für solch eine Bühnendekoration investiert. Aber vielleicht ist mir auch ein Stück zum Puzzle verloren gegangen und das muss so sein. Musikalisch sind Therion noch schwieriger zu beschreiben. Harte Gitarren stehen im Vordergrund, aber auch der Operngesang von Lori Lewis ist nicht zu verachten. Und so schieben sich Therion irgendwo vielfältig zwischen Death Metal, Progessive und Gothic ein. Die Livequalität dieser Band war beachtlich, ebenso wie die aufwendige Perfomance.

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