Review: Dir En Grey (21.06.2009, Dresden)

Foto: Kristin Hofmann
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An einem lauwarmem Sonntag pilgerten bereits am frühen (Nach-)mittag Fans der japanischen Metal-Rock-Formation Dir En Grey zur Reithalle auf dem Dresdner Industriegelände. Ausharren mussten sie noch ein paar Stunden, denn die Türen sollten sich laut Veranstalterinformationen erst 20.30 Uhr öffnen. Geöffnet hatten sie sich dann anscheinend noch viel eher, da zur angegebenen Zeit die Reithalle bereits am Kochen war: Dir En Grey standen schon auf der Bühne!

Überraschend war die anwesende Zuschauermenge. Wo Dir En Grey vor 4 Jahren noch in einer Columbiahalle in Berlin spielten, die binnen 72 Stunden mittels Mund-zu-Mund-Propaganda ausverkauft war, hatte sich an diesem Abend nur ein Bruchteil der Reithalle mit fanatischen und weniger fanatischen Fans gefüllt. Die fanatischen wirbelten in ihren schrägen Outfits durch den Saal, headbangten, schrien und tanzten. Die anderen saßen mittelprächtig gelangweilt in der Gegend herum, wobei sie sicherlich innerlich mächtig abgedanct haben.

Foto: Kristin Hofmann

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Der durchschnittliche Fan an diesem Abend war irgendwo zwischen 15 und 18 Jahren alt, weiblich oder androgyn und sah nicht wirklich aus wie jemand, der auf einem Metal Konzert ist.

Ohne Vorgruppe ging es halb Neun los. Die Musiker wurden wirklich enthusiastisch empfangen – es konnte also losgehen! Und es wurde losgerockt bzw. „–gemetalt“. Mittlerweile haben Dir En Grey stolze sieben Alben, auf denen sie sich jedes mal inhaltlich, optisch und auch stilistisch weiterentwickelt haben. Von schrägen und schrillen Kostümen, die sie früher trugen, sind sie weg und haben zu einem soliden Metal Look gewechselt, der ihnen auch wesentlich besser steht und sie authentischer wirken lässt.

Metallig laut bzw. sehr laut war es eigentlich immer, die Momente zum Ausruhen waren sehr rar. Die Gitarren donnerten und krachten, der Bass schrammelte durch die Boxen. Sänger Kyo bot eine Vielfalt an Gesanglichkeiten. Trotz seiner geringen Körpergröße presste er da so einiges Erstaunliches aus sich heraus.

Foto: Kristin Hofmann

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Er sang (natürlich) normal oder wie ein Baby, schrie, grunzte, gröhlte,….. und das alles in einer erstaunlichen Lautstärke und Ausdauer. Orgasmen konnte er auch täuschend echt vortäuschen. Egal was er tat, die Fans fanden es auf gut Deutsch „geil“ und rasteten nur noch mehr aus. Viel Kommunikation, außer das Schreien des Publikums gab es aufgrund der Sprachblockade leider nicht. Außer einem mehrfach gegrunzten „Deuuuuuutschland!“ gab es von Bandseite keinerlei Ansagen.

Es gab 1 ½ Stunden kaum ein Halten auf dem Hallenboden und auf der Bühne. Für zwei Zugaben kamen Dir En Grey auch noch einmal auf die Bühne, bis dann kurz nach 22 Uhr wirklich Schluss war. Mit reichlich Merchandise Tütchen strömten die zahlreich beglückten Fans aus der Reithalle in die halbdunkle Nacht heraus. Einige blickten auch etwas kritischer herein, denn sehr überzeugend war dieser Auftritt nicht. Im Vergleich zu ihrem Konzert von vor 4 Jahren fehlte einfach eine gewisse Atmosphäre, die sie nicht wieder auf die Bühne zaubern konnten.

Foto: Kristin Hofmann

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Konzertfotogalerie:

Links:
www.direngrey.co.jp
www.aust-konzerte.de (lokaler Veranstalter)